„Siesta und ein paar Stunden Mittagsschlaf”, heißt es in spanischen Gefilden. „Laptop an und durcharbeiten” bei uns. Dabei kann die ein oder andere kurze Pause die Arbeitsleistung erheblich steigern, denn wir Menschen sind stark vom Biorhythmus abhängig – und die gemütlich dunklen Wintermonate machen es uns nicht einfacher. Wissenschaftlich erwiesen ist: Pro Tag haben wir im Durchschnitt zwei Hoch- und Tiefphasen. Und damit empfielt sich auch, sein Arbeitspensum und wichtige Termine an diese Phasen anzupassen.

So tickt unsere innere Uhr. Das erste Tief verschlafen hoffentlich die Meisten: Zwischen drei und vier Uhr am Morgen bekommen wir leistungstechnisch am wenigsten auf die Reihe. Schon sechs Stunden später sieht das allerdings ganz anders aus: Zwischen zehn und elf Uhr schenkt uns der Biorhythmus das erste Leistungshoch. Zur „Siesta“-Zeit zwischen zwölf und zwei sinkt die Leistungsfähigkeit dann wieder ab, bevor es dann zwischen 16 und 17 Uhr das letzte Leistungshoch des Tages gibt. Gut beraten sind Sie hier, wenn Sie wichtige Termine speziell an diesen Zeiten ausrichten können. Routinearbeiten sollten Sie dagegen eher in die Tiefphasen legen. Wer also von neun bis fünf arbeitet, kann am meisten Leistungsfähigkeit mitnehmen. Schicht- und Nachtarbeit macht dagegen nach spätestens sechs Jahren krank.

Kleine Pause – große Wirkung

Für Ihre Arbeitszeiten sollten Sie sich am besten so etwas wie einen inneren Tagesplan aufstellen. Experten raten dazu cirka alle 90 Minuten für ungefähr fünf Minuten eine Pause einzulegen. Allerdings sollten Sie diese – nicht nur – zum Kaffeeplausch mit den Kollegen nutzen. Am besten gehen Sie raus, bewegen sich und tanken etwas frische Luft.  Ihre Leistungsfähigkeit entscheidend beeinflussen können Sie auch durch das Essen. Mittags Schnitzel mit Pommes und hinterher noch kleines Eis, lassen Sie ziemlich schnell nach einem Sofa schreien. Wenn Sie dagegen zum Fleisch noch etwas frisches Gemüse, einen kleinen Salat und zum Nachtisch Vitamine in Form von frischem Obst zu sich nehmen, arbeiten Sie nicht nur gegen das schlechte Gewissen an, sondern tun auch etwas für Ihren Energiehaushalt. Und genauso wichtig – und bei Stress gerne vergessen – trinken Sie viel: Ein Glas sollten Sie pro Stunde leer machen.

Immer schön im Rhythmus bleiben, fünf Tipps für ein biorhythmisches Arbeiten:

  1. Richtig essen!
    Starten Sie mit einem energiereichen Frühstück zum Beispiel mit Müsli, Vollkornbrot und Obst. Es ist sinnvoller, fünf kleine Mahlzeiten über den Tag verteilt zu essen als drei große. Wer sich mittags den Schweinekrustenbraten samt Knödel und Nachtisch einverleibt, braucht danach auch den letzten Rest Energie zur Verdauung. Greifen Sie also lieber zu leichten Nudelgerichten und Salat und verzichten Sie auf den Nachtisch. Wenn Sie dann am frühen Nachmittag einen Apfel oder einen Joghurt essen, bleiben Leistungskraft und Konzentrationsfähigkeit relativ konstant. Schokolade hingegen macht zwar vermeintlich glücklich, schützt aber nicht vor einem Leistungstief, da sie nur kurzfristig Energie abgibt.
  2. Ausreichend trinken!
    Je größer die Hektik im Job, umso weniger wird getrunken. Viele vergessen es einfach, wenn die Arbeit sie zu sehr beansprucht. Dabei sind Wasser, Kräutertees und zuckerarme Fruchtsäfte DIE Fitmacher schlechthin. Ein Glas pro Stunde sollten Sie schon schaffen. Der doppelte Espresso hingegen putscht Sie nur kurzfristig auf und macht Sie danach nur noch schlapper.
  3. Mach mal Pause!
    Mindestens alle 90 Minuten sollten Sie eine fünf- bis zehnminütige Pause einplanen. Mal schnell mit dem Kollegen auf eine Zigarette in die Raucherecke gehen, dient Ihrer Leistungsfähigkeit dabei aber nicht. Gehen Sie lieber ein paar Minuten an die frische Luft und versuchen Sie, zum Beispiel durch gezielte Atemübungen, zu entspannen. Und auch wenn 90 Minuten noch nicht vergangen sind: Gerade schwierige Aufgaben lassen sich oft leichter lösen, wenn man sie zwischenzeitlich loslässt. Nach einer kurzen Pause ist der Denkknoten oft geplatzt.
  4. Schlafen Sie gut!
    Der Grundstein für Ihre Leistungsfähigkeit ist ein erholsamer Schlaf. Dafür müssen Sie aber entspannt zu Bett gehen. Wer noch zwei Stunden vor dem Zubettgehen am PC arbeitet oder einen spannenden Psychothriller anschaut, wälzt sich dann mit kreisenden Gedanken von einer Seite auf die andere. Lieber bei schöner Musik oder einer leichten Lektüre den Tag ausklingen lassen. Übrigens: Wer zu früh schlafen geht, findet nachts auch keine Erholung.
  5. Bewusst entgegensteuern!
    Der Biorhythmus Ihres Körpers lässt sich zwar nicht ausschalten, aber Sie können den drohenden Leistungstiefs bewusst entgegensteuern. Zum Beispiel indem Sie Gespräche und Meetings in der Mittagszeit ansetzen. Denn durch Außenreize wie Gespräche wird die Müdigkeit am Mittag am leichtesten überwunden. Eine weitere Möglichkeit, gegen seine Leistungstiefs vorzugehen, liegt in der gezielten Ernährung. Wenn man weiß, dass man gegen 14 Uhr einen wichtigen Termin hat, dann sollte man cirka 90 Minuten vorher etwas essen, das lange satt macht und viel Energie gibt, damit der Denkapparat zum Meetingbeginn auch wie geschmiert läuft.

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