Deutschland verdient nicht schlecht. Im europäischen Vergleich sind nur in Dänemark, Luxemburg, den Niederlanden und UK die monatlichen Bruttogehälter noch höher. Aber in Deutschland klaffen nach wie vor große Verdienstlücken – zwischen Ost und West, Mann und Frau, Studium und Ausbildung, Bankwesen und Gastronomie. Wir sagen Ihnen, wo in Deutschland und in welchen Branchen Sie gute Gehaltschancen haben.

Wie viel Sie in Deutschland verdienen, hängt von vielen Faktoren ab. In erster Linie ist natürlich Ihr Beruf ausschlaggebend. Aber auch der Umstand, ob Sie im Nordosten der Republik oder im Südwesten arbeiten, macht sich auf dem Gehaltszettel bemerkbar – ebenso wie die Tatsache, ob Sie ein Mann oder eine Frau sind. Die internationale Online-Weiterbildungsplattform Lecturio hat in den Statistiken gewühlt und gibt auf ihrem Karrieremagazin einen anschaulichen Überblick über Deutschlands Gehaltszettel.

Deutschland verdient immer mehr

Demnach verdiente der Durchschnittsdeutsche im vergangenen Jahr 20,81 Euro pro Stunde. Deutlich mehr als in den meisten anderen europäischen Ländern. Die Einkommenskurve der Nation geht zudem unerschütterlich nach oben. Um durchschnittlich 74 Euro pro Jahr ist der Bruttomonatsverdienst zwischen 2010 und 2013 gewachsen – von 3.227 Euro auf 3.449 Euro. Kein Grund, die Korken knallen zu lassen, denn durch Progression und steigende Lebenshaltungskosten machte sich die durchschnittliche Einkommenssteigerung beim Nettogehalt nicht wirklich bemerkbar.

8 Euro Lohnunterschied zwischen Hamburg und Mecklenburg-Vorpommern

Traurig ist die Erkenntnis, dass auch ein viertel Jahrhundert nach der Wiedervereinigung für die gleiche Arbeit in den neuen Bundesländern meist deutlich weniger gezahlt wird als im Westen des Landes. Während dort der durchschnittliche Stundenlohn 21,63 Euro beträgt, kommen Ostdeutsche nur auf 16,05 Euro. Aber auch ein Nord-Süd-Gefälle lässt sich beobachten. So haben für Ost- und Westdeutschland die im Norden liegenden Länder die niedrigsten Bruttostundenlöhne. Ausgenommen von dieser Verteilung sind Großstädte wie Hamburg, Bremen oder Berlin. Aufgrund der höheren Lebenshaltungskosten kann man hier auch deutlich mehr verdienen. Im nationalen Vergleich haben sich die Hamburger mit 23,38 Euro Bruttostundenlohn die Spitzenposition verdient, gefolgt von Hessen (22,96 Euro) Baden-Württemberg (22,34 Euro) und Bayern (22,21 Euro). Das Schlusslicht trägt Mecklenburg-Vorpommern mit einem Bruttoverdienst von nur 15,40 Euro pro Stunde.

Und nicht nur zwischen „Ossis“ und „Wessis“ bedienen die Gehälter die weitläufigen Klischees, auch zwischen Mann und Frau gibt es nach wie vor deutliche Gehaltsunterschiede. Mit 22 Prozent verdienten Frauen 2013 im Durchschnitt ein Fünftel weniger als ihre männlichen Kollegen. Laut Lecturio ist damit die Verdienstlücke zwischen den Geschlechtern, die EU-weit mit 16 Prozent beziffert wird, in Deutschland überdurchschnittlich hoch. Trotzdem muss man nicht immer von Diskriminierung ausgehen. Untersuchungen haben ergeben, dass Frauen überwiegend Berufe wählen, die im Schnitt schlechter bezahlt sind, häufiger in Teilzeit arbeiten und zudem weniger nachdrücklich ein höheres Gehalt fordern, als dies Männer tun.

Die höchsten Einstiegsgehälter werden im Vertrieb gezahlt

Für Berufseinsteiger hat Lecturio auch die durchschnittlichen Einstiegsgehälter verschiedener Branchen miteinander verglichen. Demnach können sich Vertriebler, die nach einer akademischen Ausbildung eine Stelle im Außendienst übernehmen, über ein sattes Einstiegsgehalt von 50.461 Euro freuen, das sich nach zehn Berufsjahren auf über 70.000 Euro pro Jahr steigern kann. Auch Berufsanfänger in der Logistikbranche steigen generell hoch ein: Akademiker erzielen hier meist schon in den ersten Jahren Gehälter deutlich über 40.000 Euro, zum Beispiel im Prozess- und Supply-Chain-Management oder in der Beschaffungs- und Produktionslogistik. Auch sie können im Laufe ihres Berufslebens mit signifikanten Anstiegen rechnen. Ohne akademischen Abschluss liegen die Gehälter im Logistik-Bereich meist 10 – 15.000 Euro niedriger.

Hohe Lohnerwartungen für Nicht-Akademiker im IT-Bereich

Vergleichsweise hohe Gehälter auch ohne Studium finden sich in der IT- und Software-Branche. Während die Einstiegsgehälter für Nicht-Akademiker zwischen 30.000 und 37.000 Euro liegen, können diese zum Beispiel im Bereich Datenbankentwicklung, Consulting & Engineering oder Projekt- und Qualitätsmanagement nach zehn Jahren Berufserfahrung deutlich über 60.000 Euro im Jahr verdienen. Wer sich hingegen dem Finanzwesen verschrieben hat, kann mit einem Studienabschluss deutlich mehr verdienen, als Kollegen mit schulischer Ausbildung. Nach einem Einstiegsgehalt von knapp 50.000 Euro können es zum Beispiel Anlage- und Vermögensberater nach zehn Jahren auf im Schnitt 76.253 Euro bringen. Aber auch Jobs im Controlling und in der Finanzanalyse sind in der Regel gut bezahlt. Allerdings gibt es in dieser Branche starke regionale Unterschiede: Finanzexperten verdienen in Hessen mit der Finanzmetropole Frankfurt am Main deutlich mehr als in anderen Bundesländern.

Quellen: https://www.lecturio.de/magazin/durchschnittsgehalt-deutschland/

http://de.statista.com/statistik/daten/studie/183571/umfrage/bruttomonatsverdienst-in-der-eu/

Mehr Informationen: http://www.lecturio.de/

Über Lecturio

Lecturio ist eine internationale Wissensplattform, die über 5000 Online-Lernvideos in deutscher und englischer Sprache zur Verfügung stellt. Somit haben Studenten und Lernbegeisterte die Möglichkeit, Vorlesungsinhalte ergänzend zu den Präsenzvorlesungen auch in digitaler Form anzusehen. Zu den Themen gehören Jura, Medizin, Wirtschaft, Software, Karriere und viele andere.


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