Der weite Weg zum richtigen Job

Langes Pendeln kostet Nerven

Weil das so ist, kann generell kein Arbeitgeber daran interessiert sein, seinen Mitarbeitern lange Anfahrtswege zur Arbeit zuzumuten. Doch die Arbeitnehmer sind häufig von sich aus nicht mehr sehr flexibel. Ein Umzug wegen einer Stelle ist keine Selbstverständlichkeit mehr. Nicht nur das soziale Umfeld wird ungern zurückgelassen, häufig sind auch Verpflichtungen wie das Eigenheim oder die Arbeitsstelle des Partners ausschlaggebend dafür, dass zumindest einer von beiden weite Anfahrten in Kauf nimmt. Je nach Branche liegen Gewerbe- und Wohnimmobilien naturgegeben weit auseinander. Die Errichtung von Industriearealen, Büro- und Gewerbeparks erleichtert allerdings zumindest die Zufahrt und die Parksituation. Auch mit öffentlichen Verkehrsmitteln sind solche speziell ausgewiesenen Flächen meist schneller zu erreichen als das Büro oder der Laden in der Innenstadt.

Pendeln muss sich lohnen

Grundsätzlich steigt die Bereitschaft zu langen Wegen, je höher dotiert und hochqualifizierter eine Stelle ist. Für einen Hilfsarbeiterjob zieht niemand um oder nimmt lange Wege in Kauf. Kann man sich das allerdings nicht aussuchen, kommen echte Probleme auf den Arbeitnehmer zu. Das Pendeln kostet nämlich nicht nur Nerven, sondern auch Zeit und schadet der Gesundheit und dem Sozialleben. Stress und Hektik können hohen Blutdruck begünstigen und führen langfristig zu Magenproblemen sowie Herz-Kreislaufproblemen. Es bleibt weniger Zeit für die Freunde und die Familie und der Pendler führt dadurch letztlich ein weniger glückliches Leben. Zusätzlich kostet die Fahrerei Geld. Nicht immer übernehmen die Arbeitgeber die Kosten für ein Ticket oder zahlen eine Fahrtkostenpauschale. Gesetzlich sind sie dazu auch nicht verpflichtet. Immerhin stellen sich viele Arbeitgeber der Verantwortung und ermöglichen eine Pauschale pro Kilometer oder ermöglichen den Zugang zu vergünstigten Monatskarten für den ÖPNV. Und auch auf der Steuerkarte wird langes Pendeln nach wie vor durch die Pendlerpauschale belohnt. Was letztlich zumutbar ist, kommt auf den Einzelnen an. Über zwei Stunden am Tag für die Wege zur und von der Arbeit lassen sich allerdings wohl von niemandem ohne Abzug von Lebensqualität verkraften. Flexible Arbeitsmodelle, Home-Office Tage und Kostenübernahme können dann bestenfalls vorübergehend eine Lösung sein. Bildquelle: © Manfred Steinbach – Fotolia.com

Kommentieren Sie den Artikel

Bitte geben Sie Ihren Kommentar ein!
Bitte geben Sie hier Ihren Namen ein