Von Beruf Manager – das hört sich nach viel Verantwortung und noch mehr Gehalt an. Kein Wunder, dass Manager für viele ein Traumberuf darstellt. Doch wie wird man eigentlich Manager? Zu diesem Beruf führen verschiedene Wege, denn eine geregelte Ausbildung gibt es nicht.

Manager Karrieren führen meist über ein Studium

Wer sich die Manager in den Dax-Vorständen einmal genauer anschaut, dem fällt eines auf: Die überragende Mehrheit, nämlich 89 %, hat studiert. Das ergab 2012 eine Studie der Beratungsgesellschaft Roland Berger. Ein Großteil der Führungskräfte in Dax-Vorständen hat sogar einen Doktor vor dem Namen stehen. Die akademische Laufbahn scheint für Manager also Pflicht zu sein. Doch welche Studiengänge qualifizieren zum Manager?

Typische Studiengänge für Manager

Die Studienabschlüsse bei Managern sind generell bunt durchmischt. Sowohl Geisteswissenschaftler als auch Naturwissenschaftler sind nicht selten in dieser Führungsposition vertreten. Die beste Chance auf einen Managerposten haben Sie jedoch als Absolventen der Wirtschaftswissenschaften. Zu dieser Fächergruppe zählt natürlich der Klassiker BWL, aber auch die Volkswirtschaftslehre und spezielle Management Studiengänge.

Den zweitgrößten Anteil der Manager stellen Ingenieure. Diese gelangen meist über eine Fachkarriere an die Führungsspitze und arbeiten beispielsweise zunächst in der Entwicklung, bevor sie Leitungsaufgaben übernehmen.

Karrierestufen eines Managers

Die klassische Laufbahn eines Managers ist zunächst der Einstieg in eine Fachabteilung. Anschließend folgt ein kontinuierlicher firmeninterner Aufstieg, etwa vom Junior Manager, über den Teamleiter bis zum Abteilungsleiter. Im Durchschnitt absolvierten die CEOs in den Top-30 Dax-Vorständen 6 Karrierestufen, bevor sie ganz oben ankamen. Auf jeder Karrierestufe verbrachten sie durchschnittlich etwa 3,7 Jahre. Um CEO zu werden, dauert es also nicht selten 22 Jahre. Üblicherweise wechseln Top-Manager außerdem das Unternehmen, bevor sie in die höchste Führungsriege aufsteigen.

Der Weg in die oberste Führungsetage ist also langwierig und mit viel Zielstrebigkeit und Fleiß verbunden. Als Beschleuniger des Aufstiegs in die Management Ebene gilt vielen das MBA Studium.

Manager-Garant MBA?

Der Master of Business Administration, kurz MBA, ist ein besonders im englischen Sprachraum bekannter Hochschulabschluss, der Sie direkt zum Manager qualifizieren soll. Ein MBA Studium ist weiterbildend konzipiert und baut auf der Berufserfahrung der Teilnehmer auf. Teilweise ist es aber auch möglich, direkt nach dem Erststudium ein MBA Studium anzuschließen. Generell sind MBA Studiengänge jedoch darauf ausgerichtet, berufserfahrene Akademiker jeglicher Fachrichtung für eine Führungsposition fit zu machen.

MBAs werden auch in Deutschland immer beliebter und es sind hierzulande zahlreiche neue Business Schools entstanden. Diese haben sich zum Ziel gesetzt, die Führungskräfte von morgen auszubilden. Tatsächlich besitzen aber laut der Roland Berger Studie nur 12 % der Dax-Manager einen MBA-Abschluss. Ein Zeichen dafür, dass sich der MBA in Deutschland noch nicht ganz etabliert hat.

Für Quereinsteiger ist der MBA jedoch eine gute Option, um sich unternehmerische Grundlagen und Führungskompetenzen anzueignen und nicht selten können MBA Absolventen nach Abschluss des Studiums auch einen beruflichen Aufstieg verzeichnen, wenn auch nicht gleich ins Management. Damit der MBA einen Karriere-Boost bringt, sollten Sie bei der Auswahl Ihres MBA Studiums vor allem auf das Renommee der Business School achten. In Deutschland gelten beispielsweise die Mannheim Business School und die WHU- Otto Beisheim School of Management zu den renommiertesten Anbietern für ein MBA Studium.

Manager werden ohne Studium

Manager ohne Hochschulabschluss sind selten, doch es gibt sie. Der ehemalige Vorstand der ThyssenKrupp AG, Ralph Labonte, ist beispielsweise gelernter KFZ-Mechaniker. Er erreichte die Position über eine Karriere in der Gewerkschaft. Der Ex-Chef der Telekom, René Obermann, heute Aufsichtsrat bei Spotify, hat sein Studium abgebrochen. Er gründete zunächst sein eigenes Unternehmen, erwarb so die notwendigen Kompetenzen und gelangte schließlich an die Spitze der Telekom. Eine Manager-Karriere ohne Hochschulstudium ist also grundsätzlich möglich, doch diese Biografien werden immer seltener.

Nicht nur die Ausbildung zählt

Ein Hochschulabschluss ist ein gutes Fundament für eine Management Karriere. Doch selbst mit Promotion und Studium an einer Elite-Uni schafft es nicht jeder bis ganz nach oben. Neben fachlicher Expertise sind ebenso Durchsetzungsstärke und Soft Skills wichtig.

Gefragte Eigenschaften bei Managern sind beispielsweise:

  • Kommunikationsfähigkeit
  • Verhandlungsgeschick
  • Lösungsfähigkeit
  • Verantwortungsbewusstsein

Neben diesen persönlichen Stärken wünschen sich viele Unternehmen von ihrem Manager-Nachwuchs Arbeitserfahrung im Ausland. Mit diesem Hintergrund bewegen sich die zukünftigen Manager auf internationalem Parkett sicherer, was gerade in international aufgestellten Konzernen von Vorteil ist.

Fazit

Die Anforderungen an die Führungskräfte von morgen sind hoch und nicht jeder hat das Zeug zum Manager. Mit einem passenden Studium, Zielstrebigkeit und Biss, ist der Aufstieg aber möglich.

 


Autorin: Henrike Böser arbeitet als Online Redakteurin und Online Marketing Managerin bei der Online Akademie und beschäftigt sich hier tagtäglich mit den Themen Ausbildung und Karriere. Die Online Akademie betreibt zahlreiche Portale rund um das Thema Bildung.

 

Quellen:

http://www.manager-magazin.de/unternehmen/karriere/a-871066-3.html

http://www.rolandberger.de/media/pdf/Roland_Berger_Akademiker_im_Chefsessel_20120618.pdf

http://www.spiegel.de/wirtschaft/unternehmen/rene-obermann-wird-spotify-aufsichtsrat-ex-telekom-chef-a-991315.html

http://www.unternehmer.de/management-people-skills/93678-managemententwicklung-laufbahnplanung-fur-kunftige-top-manager

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