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Eine Frage der Persönlichkeit

Entgegen traditionellen Berufsratgebern beschäftigt sich Glaubitz nicht damit, mit welchen Beruf, welcher Ausbildung oder welchem Studium die besten Chancen winken. Und sie räumt auch mit der gängigen Meinung auf, dass man angesichts der schwierigen Arbeitsmarktlage froh sein sollte, überhaupt einen Job zu haben. „Gerade wenn der Arbeitsmarkt schwierig wird, ist es dumm, sich ziellos zu bewerben. Stattdessen sollte man die Suche nach dem passenden Beruf systematisch angehen,“ meint Glaubitz in ihrem Buch. Sie setzt bei den Fragen an:

Was kann ich?

Mit der Antwort auf diese Frage tun sich viele sehr schwer. Daher stellt die individuelle Berufsfindung die Frage nach Stärken nicht abstrakt, sondern anhand konkreter Erlebnisse aus jedem Lebensbereich.

Was will ich?

Auch diese Frage wird anhand konkreter Situationen und persönlicher Erfahrungen beantwortet: Wann waren Sie besonders motiviert? Wann sprühten Sie vor Ideen? Die Auseinandersetzung mit dieser Frage vermittelt wichtige Erkenntnisse und Fähigkeiten.

Welcher Beruf passt dazu?

Ausgangspunkt der individuellen Berufsfindung ist die eigene Biographie, an der jeder ablesen kann, was ihn oder sie bewegt und was er oder sie bewegen wollen. Wenn es Ihnen nun gelingt, aus den Situationen, in denen Sie hochmotiviert waren, ein berufliches Tätigkeitsfeld abzuleiten, können Sie jeden Tag mit Spaß zur Arbeit gehen.

Das Ziel in die Tat umsetzen

Individuelle Berufsfindung bedeutet zweierlei: Das eigene Ziel finden und festlegen und anschließend dieses Ziel Schritt für Schritt in die Tat umsetzen. Die individuelle Berufsfindung beschreibt Glaubitz in fünf Schritten:

1. Informationen recherchieren

Je mehr man über den Bereich weiß, in dem man arbeiten will, desto stärker wird die eigene Position und desto mehr Ideen könnt Ihr entwickeln. Lesen Sie Bücher und die einschlägigen Zeitschriften über das künftige Berufsfeld oder fahren Sie zu Fachmessen. Jede Information bringt Sie dem Ziel ein Stück näher.

2. Systematisch die richtigen Kontakte aufbauen

Gute Kontakte sind in der Regel kein Zufallsprodukt, sondern Resultat einer persönlichen Kontaktaufbau und -pflegestrategie. Manche Informationen sind am besten über Leute zu erfahren, die in der Branche arbeiten und gearbeitet haben.

3. Eigene Ideen entwickeln

Gute Ideen sind gefragt, um in einer Branche Erfahrungen zu sammeln und sich dort einen Namen zu machen. Lars etwa schuf sich mit einer guten Idee gleich seinen ersten Arbeitsplatz als Sportreporter selbst: Nach Heimspielen seiner Fußballmannschaft beschallte er die U-Bahn Station voller wartender Fans mit den Ergebnissen anderer Spiele und Musik.

4. Den Einstieg finden

Dies ist der entscheidende, aber häufig auch besonders knifflige Punkt eines Berufsvorhabens. Wie aber bekommt man die besten Erfahrungen im Traumberuf? Die beste Möglichkeit: Sich seinen ersten Arbeitsplatz im Traumjob selbst schaffen — wie der fußballverrückte Lars.

5. Gezielt auf den Wunscharbeitgeber zugehen

Alles, was Sie im Laufe Ihrer individuellen Berufsfindung zusammentragen und entwickeln, wird Sie dabei unterstützen, in einem Gespräch mit dem Wunscharbeitgeber oder -auftraggeber zu glänzen. Auf eine Messe fahren und direkt bei einem Unternehmen vorsprechen, wäre eine Möglichkeit dafür. Oder aber gezielt Unternehmen aus dem Internet suchen, E-Mails schreiben, telefonisch nachhaken. Da muss jeder die für sich am besten geeignete Methode finden.


„Der Job, der zu mir passt“ von Uta Glaubitz, erschienen im campus Verlag, ist für €17,90 im Buchhandel erhältlich: ISBN: 978-3-593-38955-4

Bildquelle: © Andy Dean – Fotolia.com

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