Das Märchen vom Multitasking

Multitasking – ein Trugschluss

Auch wir enden immer wieder im Chaos, wenn wir mehrere Dinge gleichzeitig erledigen wollen, um Zeit zu sparen. Multitasking eben. Denn das ist genau genommen gar nicht möglich. Ähnlich wie ein Computer springt unser Gehirn zwischen den einzelnen Aufgaben hin und her. So schnell, dass wir uns im Glauben wiegen, mehrere Aufgaben gleichzeitig bewältigen zu können. Aber unser Gehirn, sehen wir es ein, ist nicht annähernd so leistungsfähig wie ein Computer und die vermeintliche Zeitersparnis nichts als Augenwischerei. style=height:235px;width:180px;border-width:0px;    Zeitraubend und inneffizientIm Gegenteil: Der Kommunikationswissenschaftler Clifford Nass von der Stanford University fand heraus, dass Multitasker eine mangelnde Konzentrationsfähigkeit aufweisen. Durch das ständige „Umschalten“ zwischen verschiedenen Aufgaben ist das Gehirn darauf trainiert, sofort auf neue Reize zu reagieren. Multitasker lassen sich also sehr schnell in ihrer Arbeit ablenken und können unwichtige Informationen schlechter ausblenden als Menschen, die sich in der Regel nur einer Aufgabe widmen. Beim Wechsel von einer geistigen Tätigkeit zur nächsten braucht das Gehirn zusätzlich Zeit, um den alten Prozess wieder aufzunehmen. Das führt dazu, dass es meist länger dauert drei Prozesse parallel zu bewältigen als hintereinander abzuschließen. Hinzu kommt, dass beim Multitasking die Aufgaben weniger genau erledigt werden. Versuche in den USA zeigten, dass Autofahrer, die gleichzeitig telefonierten, mehr Fahrfehler produzierten als Autofahrer, die mit 0,8 Promille Alkohol unterwegs waren.

Für produktiven Workflow externe Störfaktoren ausschalten

Die Folgen sind Stress und Frustration, die unsere Gesundheit beeinträchtigen. Denn das ständige Hin und Her zwischen verschiedenen Aufgaben verhindert den Workflow, jenes konzentrierte Arbeiten, das uns durch die Ausschüttung des Glückshormons Dopamin tief befriedigt. Damit wir also zufrieden und effizient arbeiten können, sollten wir vor allem bei Aufgaben, die unsere ganze Konzentration erfordern, externe Störfaktoren ausschalten. Das sind vor allem eingehende E-Mails, Telefonate oder Gespräche mit Kollegen. Widerstehen Sie dem Drang, alle fünf Minuten Ihre Inbox checken zu wollen und stellen Sie das Telefon für die Zeit, die Sie konzentriert arbeiten müssen, auf einen Kollegen um! Das wird Ihnen zwar keinen Goldesel einbringen, aber vielleicht einen entspanntes Dinner mit dem Partner, weil Sie mit einem zufriedenen Gefühl am Abend das Büro verlassen.

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