Bewerbungstrends

Die gute alte Bewerbungsmappe hat ausgedient

Gutes Papier, keine Eselsohren, sauber ausgedruckt und alles in einer ansprechenden Mappe – über diese Kriterien muss sich heute kaum noch ein Bewerber den Kopf zerbrechen. Herkömmliche Bewerbungsmappen sind out. Drei Viertel der Unternehmen bevorzugen mittlerweile E.-Mail-Bewerbungen und 59 Prozent setzen auf ein firmeneigenes Online-Formular, um Bewerber miteinander zu vergleichen. Nur noch gut ein Drittel der Personaler lässt sich Bewerbungen per Post schicken. Digitale Unterlagen hingegen werden zunehmend beliebter, weil sie sich besser bearbeiten und an Fachabteilungen oder andere involvierte Mitarbeiter weiterleiten lassen.

Vorstellungsgespräche auch über Telefon oder Skype

Beim Auswahlverfahren selbst steht das klassische Vorstellungsgespräch mit der Fach- und der Personalabteilung unangefochten an Nummer Eins. Acht von zehn Firmen sind der demnach der Ansicht, über den persönlichen Dialog mit dem Bewerber am besten über die Besetzung einer Stelle entscheiden zu können. Bewerber müssen sich aber zunehmend auch am Telefon oder per Video-Übertragung präsentieren können. Rund die Hälfte der befragten Firmen nutzt Telefoninterviews bei der Kandidatenwahl – meist im Vorfeld des eigentlichen Bewerbungsgespräches. Video-Interviews zum Beispiel über Skype werden meist dann eingesetzt, wenn große Entfernungen einem Bewerbungsgespräch vor Ort im Wege stehen. Jedes vierte Unternehmen fühlt Bewerbern in einem Assessment-Center auf den Zahn. Aber auch Fallstudien, Workshops, Online- und Persönlichkeitstests sind inzwischen probate Mittel, um geeignete Kandidaten zu finden.

Personal Branding auch über Jobportale

Wer einen Job haben will, sollte sich bestens selbst vermarkten können. Sogenanntes Personal Branding wird auch für Bewerber zunehmend wichtiger. Neben Karrierenetzwerken oder einer eigenen Karriere-Website bieten Online-Jobportale ebenfalls hervorragende Möglichkeiten, seine beruflich relevanten Stärken in den Vordergrund zu stellen. Mit dem Hochladen der eigenen Bewerbungsunterlagen erhöht man die Chancen auf ein attraktives Stellenangebot. „Da man keinen direkten Ansprechpartner hat und sich auch nicht auf eine konkrete Stellenausschreibung beziehen kann, sollte man sich hier auf den Lebenslauf und ein Kurzprofil, welches stichpunktartige Informationen über die eigenen Stärken und Kernkompetenzen liefert, beschränken“, empfiehlt das UNICUM Karrierezentrum.

Online-Reputation wird immer wichtiger

Gaben 2012 noch rund ein Drittel der Unternehmen an, Soziale Netzwerke nicht für das Recruiting zu nutzen, schrumpfte deren Zahl im vergangenen Jahr auf 16 Prozent. Knapp 70 Prozent der befragten Firmen informieren heute mittels sozialer Medien über eigene Stellenangebote und betreiben Employer Branding, um das Interesse potentieller Kandidaten zu wecken. Darüber hinaus recherchiert jedes zehnte Unternehmen im Vorfeld auf Facebook, Xing, LinkedIn & Co über Bewerber. Dass Personaler sich so gern ein erstes Bild von Bewerbern machen, ist nicht neu. Wer auf Jobsuche ist, sollte daher seine eigene Online-Reputation vorher prüfen und sich genau überlegen, welche Inhalte er wo einstellt und sie wem zugänglich macht.


Quellen: Staufenbiel JOBTRENDS 2014, www.staufenbiel.de, www.unicum.de

Bildquelle: © Pixelot – Fotolia.com

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