Nicht selten sind es die persönlichen Eigenschaften des Kandidaten, die den Ausschlag für eine Stellenbesetzung geben. Neben vergleichbaren fachlichen Qualifikationen achten Personaler zunehmend auf relevante Soft Skills. Wie Sie Ihre Persönlichkeit bereits im Anschreiben am besten in Szene setzen, lesen Sie hier.

Soft Skills sind das Salz in der Bewerbersuppe

Von A wie Analytische Kompetenz bis Z wie Zivilcourage – die Liste der Soft Skills ist lang und beschränkt sich keineswegs auf die so häufig bemühte Team- oder Motivationsfähigkeit. Der Begriff Soft Skills, abgeleitet von den englischen Social Skills, also sozialen Kompetenzen, umfasst eine Vielfalt unserer persönlichen Eigenschaften und individuellen Fähigkeiten, die im Berufsleben hilfreich sind. Trotz des menschlichen Facettenreichtums unterscheiden sich die sozialen Kompetenzangebote der meisten Bewerber kaum voneinander. Team- und begeisterungsfähig zu sein, gehört mittlerweile zum Bewerberpauschalangebot. Dabei sind doch gerade Soft Skills die Chance, sich von den anderen Kandidaten abzuheben.

Mit den richtigen Schlüsselqualifikationen überzeugen

Spätestens wenn Sie im Bewerbungsgespräch nach Ihren Stärken und Schwächen gefragt werden, sollten Sie sich zuvor eingehend mit Ihren Soft Skills beschäftigt haben. Wer hier verbal etwas Aufgewärmtes serviert, weil es gut klingt und den Recruiter vermeintlich beeindruckt, hat schlechte Karten. Durch ihre berufsbedingte Menschenkenntnis durchschauen Personaler in der Regel jeden Persönlichkeitsschwindel. Doch nicht erst im Bewerbungsgespräch werden die Soft Skills relevant. Mit persönlichen Schlüsselqualifikationen können Sie bereits in Ihrem Anschreiben das Interesse der Entscheider wecken. Damit das gelingt, sollten Sie ein paar Dinge beachten:

1: Die eigenen Soft Skills kennen

Definieren Sie Ihre persönlichen Soft Skills. Und zwar unabhängig von der Stellenanzeige und den darin enthaltenen Anforderungen. Wollen Ihnen einfach keine beruflich relevanten Eigenschaften einfallen, hilft ein Blick auf die Liste von headhunter.com. Hier finden Sie eine vollständige Liste der wichtigsten Soft Skills. Kreuzen Sie einfach die Eigenschaften an, die auf Sie zutreffen. Sie werden erstaunt sein, was Sie alles zu bieten haben.

2: Soft Skills glaubwürdig belegen

Überlegen Sie nun, wie und wodurch Sie diese Eigenschaften und Fähigkeiten gewonnen haben. Vielleicht sind Sie schlagfertig, weil Sie sich verbal schon immer gegen Ihre älteren Geschwister durchsetzen mussten. Oder Sie verfügen als Schachspieler über eine hervorragende Konzentrationsfähigkeit. Ehrenamtliche Tätigkeiten bescheinigen Ihnen Engagement und Einsatzbereitschaft und viele Auslandsaufenthalte interkulturelle Kompetenz.

3: Selbstverständliches weglassen

Einige Soft Skills, wie Pünktlichkeit, Loyalität oder Zuverlässigkeit, werden als selbstverständlich vorausgesetzt und sollten von Ihnen im Anschreiben nicht extra erwähnt werden. Wenn sich im Bewerbungsgespräch die Möglichkeit ergibt, können Sie diese natürlich dann noch einmal hervorheben.

4: Geforderte und nützliche Soft Skills definieren

Jetzt studieren Sie die Stellenanzeige auf Hinweise nach geforderten Soft Skills. Diese können ganz offensichtlich angegeben sein oder zwischen den Zeilen stehen. Halten Sie sich nicht unbedingt nur an den Anzeigentext. Position und Tätigkeit erfordern oft ganz bestimmte Fähigkeiten vom Bewerber. Führungskräfte können zum Beispiel mit Konfliktfähigkeit, Konsequenz und Menschenkenntnis punkten. Wer ein eigenständiges Projekt übernehmen möchte, überzeugt hingegen durch Eigenverantwortung, Fleiß und Kostenbewusstsein.

5: Übereinstimmungen finden

Nun haben Sie eine Liste mit Ihren persönlichen Soft Skills und eine mit für die Position geforderten oder nützlichen Eigenschaften. Gleichen Sie beide Listen miteinander ab. Bei drei oder mehr Übereinstimmungen haben Sie gute Chancen, den Personaler zumindest von Ihrer Persönlichkeit zu überzeugen. Liegen Ihre Stärken eher in anderen Bereichen, sollten Sie überlegen, ob Sie mit diesem Job tatsächlich zufrieden wären.

6: Soft Skills geschickt im Anschreiben anführen

Jetzt geht es darum, das Ganze elegant im Anschreiben zu verpacken. Die klassische Aufzählung ist nicht unbedingt geeignet, Personaler von Ihren Soft Skills zu überzeugen. So kann ja jeder behaupten, kreativ, zielstrebig und stresstolerant zu sein. Anhand kurzer konkreter Beispiele stellen Sie Ihre Fähigkeiten viel besser unter Beweis. Hilfreiche Anhaltspunkte liefern Ihnen Ihre Überlegungen unter Punkt zwei. Mehr als drei Soft Skills sollten Sie im Anschreiben übrigens nicht anführen. Entscheiden Sie sich für die Kompetenzen, die besonders wichtig für die Stelle sind.

 

Versuchen Sie außerdem bei der Formulierung nicht immer auf Substantivierungen zurückzugreifen. Das wirkt sprachlich gestelzt und nicht authentisch. Soft Skills lassen sich prima auch in eigenen Worten wiedergeben. Wer seine Ziele nicht aus den Augen verliert, beweist Zielstrebigkeit. Und wer selbst in größter Hektik den Überblick behält und überlegt handelt, ist belastbar und stresstolerant.

 


Quellen:

https://onlinemarketing.de/jobs/artikel/soft-skills-wieso-wichtig-wie-bewerbung

http://www.headhunter100.com/karrierevorlagen/soft-skills/

Bildquelle: © Dmytro Zinkevych – Shutterstock.com