Strasse mit dem Wort Karriere

Fehlt die Strategie, scheitert die Bewerbung

Vor allem professionelle Bewerbungsberatung wird stark nachgefragt, denn bereits an den ersten Hürden scheitern viele. Kristine Mörchen, Geschäftsführerin der TERTIA-Gruppe weiß warum. „Häufig bewerben sich die Leute auf Stellen, die nicht zu ihrem Profil passen. Stellenanzeigen werden dann nicht sorgfältig genug analysiert oder zu wenig Informationen über das Unternehmen eingeholt.“ Die Folge seien Standardunterlagen ohne Aussagekraft und individuelle Ausrichtung. Unterstützungsbedarf sieht sie vor allem dann, wenn man länger keinen Job mehr gesucht hat, sich beruflich orientieren oder umorientieren will, unsicher ist, wie man die Bewerbung gestalten oder sich im Bewerbungsgespräch verhalten soll oder nie zum Vorstellungsgespräch eingeladen wird. „In den meisten Fällen fehlt im Grunde eine eindeutige oder erfolgversprechende Bewerbungsstrategie“, so die Expertin.

Großes Vertrauen in private Anbieter

Hier setzen professionelle Beratungsangebote an und davon gibt es einige. Die Befragten der Orizon-Studie sprechen in diesem Zusammenhang privaten Bildungs- und Arbeitsmarktdienstleistern wie zum Beispiel der TERTIA-Gruppe oder privaten Coaches mit knapp 80 bzw. 75 Prozent die höchste Kompetenz zu. „Unser Portfolio geht von Gruppentrainings – häufig auch in modularer Form, um unseren Kunden einen flexiblen Einstieg zu ermöglichen – über Kleingruppenworkshops zu spezifischen Themen wie Bewerbung, Vorstellungsgespräch oder Stellensuche bis hin zu Einzelcoachings zu allen Fragen rund um die Bewerbung“, umschreibt Kristine Mörchen das TERTIA-Angebot. Doch laut Orizon-Studie seien gerade für die Gruppen mit dem größten Beratungsbedarf die Kosten für eine Privatberatung oft zu hoch. Eine zum Teil kostenfreie Alternative sind die Angebote der Arbeitsagenturen, doch nur 43,6 Prozent versprechen sich davon eine kompetente Beratungsleistung.

Agenturen für Arbeit bieten interessante Alternativen

Neben der individuellen Beratung und Information durch die Mitarbeiter der Jobcenter – die Agentur für Arbeit nennt sie Vermittlungs- und Integrationsfachkräfte – verweist die Bundesagentur auf die kostenlose Nutzung der LERNBÖRSE. Diese enthält unter anderem eine kostenfreie Auswahl hochwertiger E-Learning-Medien rund um Bewerbung und Arbeitsalltag und steht allen Personen, die von einem Jobcenter oder einer Agentur für Arbeit betreut werden offen. Der Vorteil: Die Schulung über das Internet kann räumlich und zeitlich flexibel in Anspruch genommen werden. Eine individuelle Beratung bleibt dabei aber auf der Strecke. Was viele nicht wissen: Über die Agentur für Arbeit werden auch Beratungen durch private Dienstleister vermittelt – ohne hohe Kosten sondern mit Hilfe sogenannter Aktivierungs- und Vermittlungsgutscheine. Diese werden nach individuellem Ermessen der Vermittlungs-/Integrationsfachkraft ausgestellt und können vom Kunden bei einem zertifizierten Bildungs- bzw. Arbeitsmarktdienstleister seiner Wahl eingelöst werden. Auch TERTIA gehört zu den Kooperationspartnern der Agenturen für Arbeit. „Abgesehen von Bildungs- und Aktivierungs-/Vermittlungsgutscheinen schreiben die Agenturen oder Jobcenter auch Maßnahmen für bestimmte Zielgruppen mit definierten Inhalten aus, auf die sich zertifizierte Bildungs- bzw. Arbeitsdienstleister bewerben können“, erläutert Kristine Mörchen. „Wer den Zuschlag erhält, kann die Maßnahme umsetzen.

„Mein Lebenslauf beinhaltet nun Details, die ich vorher nicht für relevant hielt“

Auch Marina J. (36) profitierte von einer solchen Maßnahme. „Der Kurs wurde von der Agentur für Arbeit angeboten und war speziell für Frauen wie mich ausgelegt, die nach langjähriger Erziehungspause wieder in die Berufswelt wollen.“ Durchgeführt wurde die fünftägige Maßnahme, die aus Einzel- und Gruppengesprächen bestand, von einem professionellen Coach der TERTIA-Gruppe. „Im Einzelgespräch wurden die Bewerbungsunterlagen auf den neuesten Stand gebracht. Mein Bewerbungsanschreiben liest sich nun sehr professionell und mein Lebenslauf beinhaltet Details wie ‚Schulkenntnisse Französisch‘ und den Elternbeiratsvorsitz im Kindergarten, die ich vorher nicht für relevant hielt“, resümiert die junge Mutter. In den Gruppengesprächen ging es um die Erwartungen im neuen Job und wie man nach vielen Jahren im Job als Mutter wieder Arbeit und Familie kombinieren kann. Zudem wurden Vorstellungsgespräche in Rollenspielen simuliert und knifflige Fragen wie ‚wohin mit dem kranken Kind‘ besprochen. „Meine Beraterin hat Qualitäten hervorgehoben, von denen ich gar nichts wusste und negative Eigenschaften so positiv verpackt, dass ich nun viel selbstbewusster in Vorstellungsgesprächen auftreten kann.“

Das Ziel: Hilfe zur Selbsthilfe

„Bei unserer Bewerbungsberatung geht es nicht darum, unseren Kunden eine Muster-Bewerbungsmappe vorzugeben oder ihnen Standardantworten auf Fragen im Vorstellungsgespräch zum Auswendiglernen anzubieten“, erläutert Kristine Mörchen die Beratungsstrategie. „Uns ist wichtig, dass die Kunden mit unserer Unterstützung individuelle Methoden und Strategien für Bewerbung und Vorstellungsgespräche entwickeln, auf die sie auch im Anschluss an unsere Beratung immer wieder zurückgreifen können. Wir leisten unseren Kunden somit Hilfe zur Selbsthilfe.“ Bei vielen Kunden ginge es vor allem darum, dass sie den Weg finden, den sie beruflich gehen wollen, nicht mehr mit einem mulmigen Gefühl zu Vorstellungsgesprächen gehen und sich all der Fähigkeiten bewusst werden, die sie auf dem Arbeitsmarkt zu bieten haben.


Mehr Informationen unter: tertia.de und arbeitsagentur.de

Bilderquelle: © Photo-K – Fotolia.com

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