Die Digitalisierung markiert die neuen Bewerbungsstandards. Ob Online-Profile oder Mobile-Recruiting – clevere Kandidaten wissen, die neuen Möglichkeiten sinnvoll zu nutzen und liefern so ehrliche Bewerbungen mit einem echten Mehrwert für den Personaler. Wir stellen Ihnen die fünf wichtigsten Trends für Ihre Bewerbung 2016 vor.

Trend 1: Bewerbung „on the go“

Mobile Recruiting findet sowohl auf Unternehmens- als auch auf Kandidatenseite immer mehr Anhänger und bleibt somit einer der wichtigsten Bewerbungstrends 2016. Die Karriereseiten sämtlicher Konzerne sind längst auf mobile Endgeräte optimiert und auch ein Großteil der kleinen und mittelständischen Unternehmen in Deutschland bietet den Service der mobilen Bewerbung. Neue Job-Apps wie truffls oder SelfieJobs greifen auf das eigene Profil im Netz zu und verschicken die Bewerbung von unterwegs einfach per Fingerwisch.

  • Vorteile: Mobile Technologien machen es leicht, mit potenziellen Arbeitgebern in Kontakt zu treten. Informationen zu interessanten Jobangeboten sind immer und überall verfügbar.
  • Nachteile: Bewerbungen mit nur drei Klicks verleiten zu Masse statt Klasse, ohne sich mit dem Stellenprofil ausreichend auseinanderzusetzen.

Trend 2: Das öffentliche Profil ist der neue Lebenslauf

Die Kandidatenrecherche im Internet bleibt auch weiterhin eines der beliebtesten Tools der Personaler. Mit gut gepflegten Online-Profilen auf Karriereplattformen und Jobbörsen haben Bewerber gute Chancen, sich schon vor einem ersten Kontakt umfassend positiv darzustellen. Öffentliche Profile sind das neue Must-Have in einer Bewerbung.

  • Vorteile: Beweist den selbstverständlichen Umgang mit mobilen Technologien, klassische Bewerbungsunterlagen lassen sich mit Links auf öffentliche Profile anreichern, hilfreich bei Initiativbewerbungen, gute Sichtbarkeit für Headhunter.
  • Nachteile: Wer mehrere öffentliche Profile angelegt hat, muss ausreichend Zeit in Pflege und Aktualisierung investieren, Personaler lassen sich leicht von oberflächlichen Informationen wie zum Beispiel dem Klout-Score beeinflussen.

Trend 3: Online-Bewerbung mit Zusatznutzen

Die gute alte Bewerbungsmappe hat zunehmend ausgedient. Nicht zuletzt weil sich digitale Unterlagen mit QR-Codes oder Links zum Beispiel auf das eigene Online-Profil anreichern lassen und Bewerber so trotz Platzbeschränkung weitere interessante Details von sich präsentieren können. Auch mit einem Lebenslauf in Form einer optisch ansprechenden Infografik können Kandidaten beindrucken. Wichtig: Wer solche Tools nutzt, sollte sich damit auch auskennen. Wenn Links ins Leere führen, wird es schnell peinlich.

  • Vorteile: Verlinkungen und QR-Codes sind eine clevere Möglichkeit, dem Entscheider ausführlichere Informationen zukommen zu lassen – zum Beispiel über soziales Engagement oder berufliche Projekte.
  • Nachteile: Die Gefahr von Format- und Formatierungsfehlern steigt, E-Mails mit zu großen Dateianhängen werden unter Umständen automatisch ausgemustert.

Trend 4: Lieber ehrlich als weichgespült

Viele Bewerbungstexte folgen Schema F. Schwächen werden mit Wortgewalt in Stärken umgedichtet und Löcher im Lebenslauf mit Selbstfindungskursen gestopft. Business-Coach Dr. Bernd Slaghuis erklärt auf seinem Karriere-Blog, warum weichgespülte Bewerbungstexte nicht weiterbringen: „Ich bemerke in der Karriereberatung, dass jegliches Ausscheren von Bewerbern aus der Anpassung, etwa durch die klare Äußerung von persönlichen Zielen und Erwartungen an eine neuen Arbeitgeber, ja auch das Eingestehen von Schwächen, mit großem Interesse und oft auch mit dem passenden Job quittiert wird.“ Authentische Offenheit auf beiden Seiten ist ein erfreulicher Bewerbungstrend 2016.

  • Vorteile: Mit einer „Klartext-Bewerbung“ hebt sich der Kandidat ganz automatisch von der Masse ab. Wer nicht übertrieben viel Make-Up in seinen Unterlagen nutzt, kann auch im Bewerbungsgespräch authentisch auftreten.
  • Nachteile: Das Verfassen einer Bewerbung ohne austauschbare Floskeln und mit individuellen, auf Fakten basierenden Argumenten ist in der Regel zeitintensiver als pauschale Bewerbungstexte, die mehrfach genutzt werden können.

Trend 5: Gestaltungsspielräume nutzen

Die strengen formalen Anforderungen an die Bewerbung haben sich deutlich gelockert. Oberste Prämisse bleibt: Übersichtlichkeit. Die individuelle Gestaltung sollte so gewählt sein, dass der Personaler in kürzester Zeit die wichtigsten Argumente erfasst. Für den Lebenslauf bedeutet das zum Beispiel: überflüssigen Ballast raus, Konzentration auf die wesentlichen für den Job relevanten Fakten. Wie diese angeordnet werden, bleibt dem Bewerber überlassen. Die obligatorische Tabelle ist längst nicht mehr Pflicht. Ein Trend: Der Quick-Reader, ein Deckblatt für einen längeren Lebenslauf, der einen Überblick über die maximal sieben wichtigsten Fakten gibt.

  • Vorteile: Bewerber haben mehr Möglichkeiten, um sich auch optisch abzuheben. Akzente setzen, um wesentliche Fakten hervorzuheben.
  • Nachteile: Mit zunehmendem Gestaltungsspielraum steigt die Gefahr, sich zu verkünsteln und unübersichtlich zu werden.

 

(Quellen: www.bernd-slaghuis.de/karriere-blog/bewerber-hr-augenhoehe-trends-2016/

www.die-bewerbungsschreiber.de/bewerbung-2016


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