Bewerben ohne Grenzen - Traumjob im Ausland

Ihre Bewerbungsunterlagen sollten zunächst mindestens aus Anschreiben und Lebenslauf bestehen, natürlich in der jeweiligen Landessprache verfasst. Vermeiden Sie Floskeln und investieren Sie stattdessen Zeit und Kosten in individuelle Bewerbungsunterlagen und professionelle Übersetzungen. Ob Sie die Unterlagen per E-Mail oder per Post schicken sollen, lässt sich im Zweifelsfall schnell beim Unternehmen erfragen. Generell werden aber europaweit E-Mail-Bewerbungen bevorzugt. Da in Europa Schul- und Hochschulabschlüsse verschieden sind und es durchaus auch landestypische Anforderungen an die Bewerbungsunterlagen gibt, bietet die Europäische Kommission mit europass einen kostenlosen Service, der hilft, Qualifikationen, Fähigkeiten und Kompetenzen europaweit verständlich und vergleichbar darzustellen. Grundlage sind standardisierte und europaweit einheitliche Bewerbungsdokumente wie der europäische Lebenslauf, die Dokumentation von Sprachkenntnissen sowie von Lern- und Arbeitserfahrungen in Europa und Erläuterungen zu Hochschul- und Berufsabschlusszeugnissen. Für alle, die eine landestypische Bewerbung bevorzugen, haben wir einige Praxistipps parat:

USA: Selbstvermarktung wichtig

Die Persönlichkeit des Bewerbers spielt eine große Rolle. Nehmen Sie schon vor dem Versenden der Bewerbung telefonischen Kontakt zum potentiellen Arbeitgeber auf. Initiativbewerbungen sind gern gesehen.

  • Die schriftliche Bewerbung besteht aus dem cover letter (Anschreiben) und dem resume (Lebenslauf). Erst wenn der Arbeitgeber ausdrücklich ein complete dossier verlangt, werden Zeugnisse, Empfehlungsschreiben, Arbeitsproben usw. eingereicht, inkl. Übersetzung.
  • Der Lebenslauf ist umgekehrt chronologisch aufgebaut. Qualifikationen, die mit den Anforderungen in der Stellenbeschreibung übereinstimmen, können Sie durch Fettdruck oder Unterstreichung hervorheben.
  • Persönliche Daten wie Alter, Geburtsdatum, Nationalität bzw. Herkunft, Familienstand, Religionszugehörigkeit, Kinderanzahl und auch das Foto sind aufgrund der strengen Antidiskriminierungsgesetze ein absolutes Tabu.
  • Mit einer Antwort nach dem Versenden der Unterlagen ist nicht zu rechnen. Sie können sich jedoch nach dem Eingang der Unterlagen erkundigen, um bei der zuständigen Person einen persönlichen Eindruck zu hinterlassen. Eine Dankes-E-Mail nach einem Interview gehört zum guten Ton.

Großbritannien: In der Kürze liegt die Würze

  • Britische Arbeitgeber bevorzugen kurze und prägnante Bewerbungen bestehend aus dem covering letter (Anschreiben) und dem Curriculum vitae (Lebenslauf). Zeugnisse und Referenzen werden nicht mit der Bewerbung versendet, jedoch sollte der Hinweis auf Referenzen nicht fehlen.
  • Der britische Lebenslauf wird umgekehrt chronologisch aufgebaut, ist aber nicht standardisiert und kann durchaus freier und kreativer gestaltet werden, als sein deutsches Pendant.
  • Familienstand und Religionszugehörigkeit müssen nicht angegeben werden. Dafür ist es üblich, die angestrebte Position zu nennen.
  • Britische Unternehmen bestätigen in der Regel zügig den Eingang von Bewerbungen. Bei postalischen Bewerbungen empfiehlt es sich aber trotzdem, eine adressierte Antwortpostkarte mit der Bemerkung „Bewerbung erhalten“ beizulegen. So kann umgehend geantwortet werden.
  • Zudem versendet der Arbeitgeber oft nach dem Eingang der Bewerbungsunterlagen an den Bewerber einen englischen Bewerbungsbogen (application form) mit Fragen zu Ausbildung, beruflichen Erfahrungen, Karrierezielen sowie Stärken und Schwächen.

Frankreich: Bewerbung in Schönschrift

  • Für die französische Bewerbung gilt: Je höflicher, desto besser. Die schriftliche Bewerbung besteht aus dem lettre de motivation (Anschreiben) und dem Curriculum vitae (Lebenslauf). Referenzen und Zeugnisse werden nicht beigefügt.
  • Der Ruf einer Universität wird hoch bewertet. Der akademische Bildungsweg ist wichtig und sollte von Ihnen hervorgehoben werden.
  • Das Bewerbungsschreiben wird meist noch in handschriftlicher Form verlangt und manchmal sogar einem Graphologen vorgelegt. Doch diese Regel weicht langsam auf und wird durch ein gedrucktes Anschreiben ersetzt. Bestehen Zweifel über die Form, sollten Sie direkt beim Unternehmen nachfragen.
  • Der französische Lebenslauf ist maximal zwei Seiten lang und unterliegt keinen Standards. Persönliche Akzente und Kreativität sind gern gesehen. Ein umgekehrt chronologischer Aufbau ist von Vorteil. Erwartet wird ein Bewerbungsfoto im Passbildformat.
  • Der Erhalt der Unterlagen wird in der Regel nicht vom Unternehmen bestätigt. Sie können beim Unternehmen anrufen, um nach dem Eingang Ihrer Bewerbung zu fragen.

Italien: telefonieren, telefonieren, telefonieren

  • Wenn Sie sich in Italien bewerben, sind häufige Telefonate mit den Ansprechpartnern wichtig, um sich bekannt zu machen. Diese sollten Sie immer gut vorbereiten. Neben umfangreichen Kenntnissen zu Unternehmen und Standort, helfen Ihnen Ausdauer und Hartnäckigkeit.
  • Die schriftliche Bewerbung besteht aus dem lettera di presentazione (Anschreiben) und dem Curriculum vitae (Lebenslauf). Referenzen und Zeugnisse werden nicht beigefügt.
  • Der italienische Lebenslauf ist chronologisch aufgebaut, besonders ausführlich und freier gestaltbar als der Deutsche. Auf ein Bewerbungsfoto wird in der Regel verzichtet. Auch persönliche Interessen und Hobbys werden nicht gelistet.
  • Bereiten Sie sich besonders gut auf ein italienisches Vorstellungsgespräch vor – vor allem bezüglich Ihrer Stärken und Schwächen. In Italien ist es üblich, zu mehreren Vorstellungsgesprächen mit unterschiedlichen Gesprächspartnern eingeladen zu werden.

Spanien: Persönlichkeit muss passen

  • In Spanien ist Hartnäckigkeit und Nachdruck bei der Bewerbung extrem wichtig. Bevor Sie die Bewerbung abschicken, sollten Sie telefonisch Kontakt zum Verantwortlichen herstellen und Ihre Unterlagen dann an ihn persönlich adressieren.
  •  Die schriftliche Bewerbung besteht aus der carta de solicitud (Anschreiben) und dem Curriculum vitae (Lebenslauf). Zeugnisse werden nicht beigefügt, Empfehlungsschreiben hingegen sind umso wichtiger.
  • Der spanische Lebenslauf ist maximal zwei Seiten lang und antichronologisch, also nach Themengebieten wie Schullaufbahn, Ausbildung, Berufserfahrung, etc.,aufgebaut. Die Berufserfahrung und die Ausbildung sind besonders wichtig. Durch die Angabe der Hobbys und der privaten Freizeitaktivitäten möchte sich der potentielle Arbeitgeber vor allem ein Gesamtbild über den Bewerber machen.
  • Wundern Sie sich nicht, wenn Sie zu mehreren Vorstellungsgesprächen eingeladen werden. Spanischen Arbeitgebern sind ein gutes Arbeitsklima und Teamwork extrem wichtig, daher sind Einstellungstests bezüglich der Persönlichkeit und der Intelligenz in Spanien die Regel.

Übrigens: Muster und Vorlagen für englische Bewerbungen finden Sie unter International Bewerben: Tipps & Bewerbungsmuster. Bildquelle: © khz – Fotolia.com

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