Berufswahl

Fehlendes Wissen lässt sich nachholen

Am Beispiel von Tom, der sich seit Kindertagen für Technik interessiert, heißt das: Bei einer bewussten Auseinandersetzung mit den Anforderungen eines Ingenieurstudiums würde er die Erkenntnis gewinnen, dass ein solches Studium ohne Zweifel anspruchsvoll ist. Fehlendes Wissen lässt sich jedoch nachträglich aneignen. Die wesentlichen Voraussetzungen dafür sind:

  1. Grundsätzliches Interesse an technischen Zusammenhängen,
  2. genügend „Brainpower“ – Psychologen sprechen von kognitiven Fähigkeiten (z.B. abstrakt-analytisches Denkvermögen, Problemlösefähigkeit, räumliches Vorstellungsvermögen, Merkfähigkeit, technisch-mechanisches Verständnis),
  3. die Bereitschaft, sich den Lernstoff anzueignen (Leistungsmotivation).

Berufliche Interessen und Kompetenzen aufdecken

Im Rahmen eines sogenannten Self-Assessments kann Tom nun selbst herausfinden und prüfen, ob er den Anforderungen eines anspruchsvollen Studiums gewachsen ist. Folgende Möglichkeiten stehen ihm dabei zur Verfügung:

  • Ein erstes Indiz sind gute Noten im Mathe-Leistungskurs (und/oder weiteren naturwissenschaftlichen Fächern).
  • Nicht nur in technischen Studiengängen werden für Erstsemester häufig Vor- und Brückenkurse sowie E-Learning Tools angeboten. Und dann ist es eine Frage der Willenskraft etwaige Lücken zu schließen – falls nötig durch Mehrarbeit.
  • Im Internet gibt es etliche Tests, die – wenn sie professionell entwickelt wurden – über kognitive Fähigkeiten hinaus auch berufliche Interessen, schulische Fertigkeiten und selbst eingeschätzte Kompetenzen erfassen. Als wissenschaftlich fundiert gelten z.B. das Online-Beratungstool der Ruhr-Uni Bochum BORAKEL, der Selbsttest zur Studienorientierung was-studiere-ich.de und die Angebote des Instituts für Berufsprofiling.

Eines kann aber auch das beste Self-Assessment nicht ersetzen: eine individuelle, passgenaue Berufsberatung. Eignungsdiagnostiker empfehlen deshalb, solche Tests in eine qualifizierte Begabungsanalyse zu integrieren. Für Tom hat sich der Einsatz gelohnt: Durch die eingangs erwähnte Begabungsanalyse wurde ihm klar, dass der Berufswunsch Ingenieur genau richtig für ihn war. Er nahm das Studium mit all seinen Herausforderungen an. Und nun hält Tom nach bereits drei Jahren mit der Bachelor-Urkunde den ersten berufsqualifizierenden Abschluss in Händen.


Josef AlbersÜber den Autor: Josef Albers ist Mitglied beim Netzwerk KarriereExperten.com und Gründer und Leiter des Coaching-Institutes Kernfindung. Durch seine Ausbildung zum Systemischen Berater hat er sich als professioneller Coach qualifiziert. Er ist Mitglied der Deutschen Gesellschaft für Karriereberatung (DGfK) und hat sich auf berufliche Zielfindung spezialisiert. Bildquellen: Josef Albers

Kommentieren Sie den Artikel

Bitte geben Sie Ihren Kommentar ein!
Bitte geben Sie hier Ihren Namen ein