Mit einem Rechtsanwalt zu streiten ist müßig. Sie sind die Meister Beweisführung und knüpfen so wortgewandt Argumentationsketten, dass ihrem Gegenüber schwindlig wird. Der Weg in den Beruf ist lang und steinig, der Arbeitsalltag umso härter. Trotzdem ist der Rechtsanwalt für viele nach wie vor ein Traumberuf.

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Ein Beruf mit TV-Potenzial

Das Metier des Rechtsanwalts ist abwechslungsreich, spannend, fordernd, meist gut bezahlt und in jedem Fall TV-tauglich. Perry Mason, Ally McBeal oder Liebling Kreuzberg sind nur einige der quotenstarken Beweise. Allerdings sieht die Juristenwelt vom Sofa betrachtet oft schillernder aus. Im wahren Leben bedeutet Rechtsanwalt zu sein, viel Verantwortung und noch mehr Arbeit zu bewältigen. Die Worte „Überstunden“ und „Fristen“ gehören so selbstverständlich zum anwaltlichen Berufsalltag wie fragwürdige Krawatten zu Robert Liebling und wundersame Neurosen zu Ally McBeal.

Gute Jobaussichten bereits nach dem Ersten Staatsexamen

Die Betätigungsfelder des Rechtsanwalts werden indes immer bunter: Sie reichen vom Einzelanwalt um die Ecke über kleine hoch spezialisierte Kanzleiboutiquen bis hin zu breit aufgestellten internationalen Großkanzleien. Der Weg zum Volljuristen über das Jurastudium ist nicht der einfachste, dafür sind aber die Jobaussichten gut. Bereits mit dem Ersten Juristischen Staatsexamen können Sie als Wirtschaftsjurist ins Berufsleben einsteigen. Interessante Aufgaben finden Sie dann zum Beispiel als Wirtschaftsprüfer, Steuerberater, als Rechtsprüfer oder auch als Mediator oder rechtlicher Betreuer.

Zweites Staatsexamen bietet mehr Perspektiven

Mit dem Zweiten Juristischen Staatsexamen steht Ihnen dann der gesamte Berufszweig des Rechtsanwalts offen und je nach Weiterbildung und Spezialisierung auch der des Fachanwalts. Wer nicht gleich die eigene Kanzlei eröffnen möchte, kann zunächst als Syndikusanwalt bzw. Unternehmensjurist arbeiten. Auch in der Unternehmensberatung und als Bankjurist finden Sie interessante Jobs. Oder sie „frönen“ der Juristerei als Notar, Insolvenzverwalter oder Hochschulprofessor.

Richter nur mit Prädikat

Wollen Sie Richter oder Staatsanwalt werden, brauchen Sie in aller Regel die Prädikatsexamina. Die Arbeit als Richter setzt ein Prädikat sowohl in der Ersten als auch in der Zweiten Juristischen Prüfung voraus. Die Anforderungen an das Berufsbild des Staatsanwaltes sind zwar etwas weniger strikt als beim Richteramt, dennoch wird hier zumindest im zweiten Staatsexamen ein Prädikat von Ihnen erwartet. Darüber hinaus sollten Sie auch Überzeugungskraft, Durchsetzungsvermögen, Kommunikationsfähigkeit und Belastbarkeit mitbringen.

München hat die meisten Rechtsanwälte

Laut Bundesrechtsanwaltskammer (BRAK) praktizieren über 150.600 Rechtsanwälte in Deutschland. Knapp 20.000 von ihnen allein in München gefolgt von Frankfurt (ca. 16.500) und Berlin (ca. 13.000). Da erstaunt es zunächst, dass die vergleichsweise kleine westfälische Stadt Hamm mit knapp unter 13.000 Anwälten Platz vier belegt. Der Grund: Hier hat nicht nur das Oberlandesgericht seinen Sitz, Hamm ist auch Standort für ein Amtsgericht, ein Arbeitsgericht und das Landesarbeitsgericht für Nordrhein-Westfalen. So bietet die Stadt vielen Juristen und Kanzleien der unterschiedlichsten Rechtsgebiete hervorragende Standortbedingungen.

Die anwaltlichen Kernwerte

Egal welchen der vielen Berufswege sie einschlagen, alle Rechtsanwälte müssen über vier wesentliche Kernqualitäten verfügen: Unabhängigkeit, Verschwiegenheit und Kompetenz und Loyalität. Jeder Bürger, jedes Unternehmen kann sich bei der Beauftragung eines Rechtsanwaltes darauf verlassen, dass diese Werte Grundlage des anwaltlichen Handelns sind.

Unabhängigkeit

Anwaltliche Unabhängigkeit bedeutet in erster Linie Unabhängigkeit vom Staat. Rechtsanwälte sind keine Staatsdiener, sondern einzig und allein ihren Mandanten verpflichtet. Auch privaten Dritten gegenüber sind sie nicht weisungsgebunden oder von ihnen in sonstiger Form abhängig.

Verschwiegenheit

Vertrauen ist die Grundlage jeder anwaltlichen Beratung oder Vertretung. Rechtsanwälte sind deshalb zur Verschwiegenheit sowohl berechtigt als auch verpflichtet. Über alles, was er im Zusammenhang mit einem Auftrag von seinem Mandanten erfährt, hat der Rechtsanwalt zu schweigen. Verstößt er gegen diese Verpflichtung, kann das sogar strafrechtliche Konsequenzen nach sich ziehen.

Kompetenz

Rechtsanwälte sind die kompetenten Berater in allen Rechtsangelegenheiten. Ihr Wissen eignen Sie sich in einem intensiven Hochschulstudium und einer anschließenden praktischen Ausbildung an. Darüber hinaus haben Rechtsanwälte die gesetzliche Pflicht, sich regelmäßig fortzubilden.

Loyalität

Loyalität ist eines der wichtigsten Gebote für die anwaltliche Tätigkeit. Rechtsanwälte vertreten einzig und allein die Interessen ihrer Mandanten. Im Rahmen des Gesetzes haben sie alles zu unternehmen, was dem Interesse des Mandanten dient. Dazu gehört auch, Aufträge abzulehnen, die zu einem Interessenkonflikt führen können und besondere Sorgfalt beim Umgang der ihm anvertrauten Gelder zu üben. Verstöße gegen diese Verpflichtung können berufsrechtlich und gegebenenfalls sogar strafrechtlich geahndet werden.

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Quellen: https://www.brak.de/fuer-verbraucher/mein-anwalt/kernwerte-der-anwaltschaft/

https://www.brak.de/w/files/04_fuer_journalisten/statistiken/2018/mitglieder_klein_01-01-2018_cd.pdf

https://www.talentrocket.de/karrieremagazin/details/welche-beruflichen-perspektiven-fuer-juristen-gibt-es

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