Wer es liebt, der Natur beim Wachsen zu helfen; wer gern an der frischen Luft arbeitet, statt am Schreibtisch zu sitzen oder in einer Werkhalle zu stehen; wer kreativ sein möchte, trotzdem zupacken kann und körperliche Anstrengungen nicht scheut, wer gern mit Menschen arbeitet und mal ins Ausland schnuppern möchte, der ist in diesem Beruf genau richtig.

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Das Hobby zum Beruf machen, davon träumen viele. Als Gärtner lässt sich dieser Traum leicht verwirklichen. Denn wer es im Frühling kaum erwarten kann, die Hände endlich wieder in die Erde zu stecken, Unkraut zu jäten, Beete anzulegen, Bäume und Sträucher in Form zu schneiden, zu säen und zu ernten, der kann als ausgebildeter Gärtner tagein tagaus seiner Leidenschaft frönen. Der Bedarf an Profis mit grünem Daumen ist groß, die Arbeitsplatzchancen gut. 2017 wurde allein mit Schnittblumen, Zimmerpflanzen, Beet- und Balkonpflanzen, Stauden und Gehölzen ein Umsatz von rund 8,6 Milliarden Euro erzielt.

Ein Beruf – sieben Fachrichtungen

Ein Strohhut, grüne Schürze, Gießkanne und Spaten – die klassische Kinderbuchillustration eines Gärtners ist nicht verkehrt, allerdings ist das Berufsbild deutlich vielseitiger. Bereits während der dreijährigen dualen Ausbildung müssen sich die angehenden Gärtner für eine von sieben Spezialisierungen entscheiden, die von der Landwirtschaftskammer Nordrhein-Westfalen wie folgt charakterisiert werden:

Als Baumschulgärtner vermehren und kultivieren sie Rosen, Sträucher, Bodendecker und Gehölze. Sie pflegen, roden, sortieren, kennzeichnen und lagern diese. Dabei werden neben der Handarbeit auch moderne Maschinen eingesetzt. Ist ein Verkaufsgeschäft angegliedert, beraten sie außerdem die Kunden zur Verwendung und Pflege der Pflanzen.

Als Friedhofsgärtner bepflanzen sie Grabstätten und Friedhofsanlagen, übernehmen deren Pflege und kultivieren spezielle Pflanzen hierfür. Sie sind zudem sachkundige Ansprechpartner im Bereich Pflanzen und allen friedhofsgärtnerischen Leistungen.

Als Garten-und Landschaftsgärtner arbeiten sie meist auf der Baustelle beim Kunden. Sie gestalten und pflegen Gärten, Parks, Spiel- und Sportplätze. Sie legen Teiche an, pflastern Wege und Plätze und führen erforderliche Erdarbeiten durch.

Als Gemüsegärtner bauen sie Gemüsekulturen im Freiland und im Gewächshaus an. Die dazugehörige moderne Technik ist genauso wichtig wie boden- und umweltschonende Kultur- und Pflegemaßnahmen. Auch die Qualitätssicherung bei der Ernte, Lagerung und Vermarktung gehört zum Berufsbild.

Gärtner der Fachrichtung Obstbau produzieren in modernen Anlagen Kern-, Stein- und Beerenobst. Sie legen neue Quartiere an und führen Kultur- und Pflegemaßnahmen bis zur Reife durch. Sie ernten und lagern das reife Obst, das sie dann auf Großmärken, im Einzelhandel und direkt an den Verbraucher verkaufen.

Als Staudengärtner kultivieren und züchten sie Stauden in einer großen Vielfalt. Sie kennen die Ansprüche und Vorlieben dieser Pflanzen und geben ihr Wissen an Kunden beim Verkauf weiter.

Zierpflanzengärtner kultivieren blühende und grüne Topfpflanzen, Schnittblumen oder Beet- und Balkonpflanzen im Gewächshaus. Das Arbeitsgebiet umfasst die Vermehrung und Jungpflanzenanzucht, Pflege- und Schutzmaßnahmen, Ernten, Lagern, das Bepflanzen von Gefäßen und je nach Betrieb auch Beratung und Verkauf.

Auch Planungs- und Beratungskompetenz sind gefragt

Als Gärtner sollte man aber nicht nur umfangreiches botanisches und meteorologisches Wissen mitbringen, Planung & Organisation, Materialbeschaffung sowie Beratungs- und Verkaufskompetenz sind ebenfalls wichtig. Gärtner werden häufig mit Projekten betraut. Das funktioniert nicht ohne eine sorgfältige Planung, bei der die Dauer des Auftrags, die Materialien und Arbeitskraft, die benötigt werden, und die Kosten genau kalkuliert werden. Steht die Planung für das Projekt, muss der Gärtner das entsprechende Material organisieren. Das können Pflanzen und Dünger, Steine, Werkzeuge oder schwere Geräte, wie Bagger, sein. Im Kontakt mit dem Kunden beantwortet der Gärtner fachmännisch Fragen, empfiehlt Pflanzen für einen besonderen Zweck oder eine bestimmte Jahreszeit und gibt Tipps zur Pflege.

Kann man als Gärtner Karriere machen?

Ohne Zweifel! Wer die Berufsausbildung zum Gärtner mit der entsprechenden Spezialisierung abgeschlossen hat, kann nach mindestens zweijähriger Berufspraxis die Meisterprüfung zum Gärtnermeister ablegen. Alternativ kann er nach zwei Jahren an einer entsprechenden Fachschule die Prüfung zum staatlich geprüften Techniker, z.B. als Agrarbetriebswirt, ablegen. Ein dritter Karriereweg führt nach der Ausbildung an eine Universität oder Fachhochschule. Auch hier werden für diesen Berufszweig entsprechende Bachelor- und Masterstudiengänge angeboten.

Was blüht anderswo? Als Gärtner ins Ausland

Mit einer Berufsausbildung zum Gärtner hat man gute Chancen auf einen Praktikums- oder Arbeitsplatz in einem anderen Land. Denn die fundierten Fachkenntnisse der gärtnerischen Berufsausbildung in Deutschland werden weltweit geschätzt. Eine Vielzahl an Gärtnern entscheidet sich nach bestandener Abschlussprüfung für den Auslandaufenthalt. Dieser ist aber auch schon während der Ausbildung möglich. Andere verknüpfen die erforderliche Praxiszeit im Rahmen der Fortbildung zum Meister- oder Techniker beziehungsweise eines Studiums in Gartenbau oder Landschaftsarchitektur mit neuen Erfahrungen aus einem anderen Land.

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Quellen:

http://www.landwirtschaftskammer.de/Bildung/gaertner/einsteiger/index.htm

https://www.ausbildung.de/berufe/gaertner/

https://www.beruf-gaertner.de/auslandsaufenthalt.html

https://www.beruf-gaertner.de/bildungswege-104.html

http://www.fnp.de/ratgeber/karriere/Wie-werde-ich-Gaertner-in;art303,3047543

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