Der Beruf des Einzelhandelskaufmanns ist enorm abwechslungsreich und erfordert Menschenkenntnis, Ausdauer, Organisationstalent, kaufmännisches Geschick, Fachwissen und jede Menge gute Laune. Während der Job selbst viel Abwechslung bietet, sind die Arbeitszeiten meist eine Herausforderung für Einzelhandelskaufleute. Wir fassen das wesentliche des Berufs für Sie zusammen.

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Beliebter Ausbildungsberuf

Es heißt, erfahrene Verkäufer brauchen keine Uhr. Sie können die Zeit an den Kunden in ihrem Laden ablesen. Rentner genießen die Ruhe am Vormittag, Mütter mit Kindern sorgen ab 14 Uhr für Trubel im Geschäft und Männer nehmen meist abends auf dem Heimweg noch schnell etwas mit. Mit zunehmender Erfahrung werden die Beobachtungen differenzierter, die Zeitangaben präziser. Rund drei Millionen Beschäftigte arbeiten im deutschen Einzelhandel. Der Beruf des/der Einzelhandelskaufmann/frau steht seit Jahren zuverlässig in den Top Ten der Berufsausbildungen. 160.000 Azubis werden jährlich fitgemacht, um den konsumfreudigen Deutschen das perfekte Einkaufserlebnis zu ermöglichen.

Kundenkontakt ist das Kapital des Einzelhandelskaufmanns

In Zeiten, in denen Online-Shopping so selbstverständlich ist, wie tägliches Zähneputzen und kostenlose 24-Stunden-Lieferungen nur noch dann zur Kenntnis genommen werden, wenn es Lieferverzögerungen gibt, ist die zentrale Aufgabe des Einzelhandelskaufmanns auch das größte Kapital des stationären Handels. Der persönliche Kontakt zum Kunden. Einzelhandelskaufleute können verlorenen Kunden Orientierung geben zwischen Warenregalen, Kleiderständern oder Wühltischen. Unentschlossenen Kunden können sie mit ehrlicher Beratung die Kaufentscheidung erleichtern und enttäuschten Kunden mit Verständnis und Hilfsbereitschaft, das Vertrauen in das Geschäft zurückgeben.

Immer gut drauf – das kann nicht jeder

Ein stets freundlicher Umgang mit Menschen ist die Grundvoraussetzung für eine erfolgreiche Tätigkeit als Einzelhandelskaufmann. Eine Aufgabe, die man nicht unterschätzen sollte. Verkäufer sind schließlich auch nur Menschen und der professionelle Umgang mit Kunden als Service-Kraft stellt gewisse Anforderungen. Nicht jeder ist schon morgens um 8 Uhr gut gelaunt oder kann unfreundlichen Mitmenschen mit Geduld und Höflichkeit begegnen. Einzelkaufleute sollten jedoch über sehr gute soziale Fähigkeiten verfügen und freundlich zu jedem sein, ohne dabei aufgesetzt zu wirken. Offenheit, Ehrlichkeit und eine positive Grundhaltung sind unabdingbar in diesem Beruf.

Ein Job zwischen Geschäft, Lager und Schreibtisch

Der Beruf hat auch andere Facetten: Neben der Kundenbetreuung sind Einzelhandelskaufleute verantwortlich für den gesamten Ein- und Verkaufsprozess der Waren. Von der Bestellung der benötigten Produkte über die ordnungsgemäße Lagerung bis hin zu einer verkaufsfördernden Platzierung im Geschäft fallen eine Reihe von abwechslungsreichen Tätigkeiten an. Die Arbeit spielt sich also zum Großteil in Verkaufs- und Lagerräumen ab, aber ebenso am Schreibtisch, wo neue Waren geordert und Rechnungen bearbeitet werden. Außerdem übernehmen Einzelhandelskaufleute betriebswirtschaftliche Aufgaben im Personal- und Rechnungswesen und wirken aktiv bei der Sortimentsgestaltung sowie bei Marketingaktionen mit.

Herausforderung: die Arbeitszeiten

Einzelhandelskaufleute verdienen in Deutschland im Durchschnitt 1.935 Euro brutto pro Monat – abhängig von Standort und Berufserfahrung. Einen geregelten Nine-to-Five-Job haben sie nicht. Wer sich für den Beruf interessiert, sollte die besonderen Arbeitszeiten bei der Entscheidung berücksichtigen. Durchschnittlich wird eine Wochenarbeitszeit von circa 38 Stunden angegeben. Die ist aber im Vergleich zu vielen anderen Berufen unterschiedlich verteilt.

Abhängig von Öffnungszeiten und Schichtplänen kann die Arbeit bereits in den frühen Morgenstunden oder aber erst am späten Vormittag beginnen. Während viele Arbeitnehmer es gewohnt sind, nachmittags gegen 17 Uhr in den Feierabend zu starten, haben die meisten Geschäfte mittlerweile bis 20 Uhr oder länger geöffnet – manche Supermärkte in Großstädten sogar bis 24 Uhr. Auch über eine regelmäßige Samstagsarbeit sowie den Einsatz an verkaufsoffenen Sonntagen sollten sich angehende Einzelhandelskaufleute im Klaren sein. Als kleine Entschädigung gibt es mehr Urlaub: Viele Arbeitgeber im Einzelhandel arbeiten auf der Grundlage von tariflichen Vereinbarungen, in deren Rahmen die Gewerkschaften einen höheren Urlaubsanspruch ausgehandelt haben.

Fachexperten am Point of Sale

Auch wenn der Beruf auf einheitlichen Grundlagen basiert, im täglichen Job müssen Einzelhandelskaufleute als Experten auf den verschiedensten Gebieten überzeugen. Kunden in einem Sportgeschäft erwarten eine fachkundige Beratung, die auch über das Produkt hinausgehen kann, während hingegen Kaufleute im Bereich Ernährung und Gesundheit beispielsweise Kenntnisse über Nahrungs- und Genussmittel, Naturkostprodukte, Tabakwaren oder frei verkäufliche Arzneimittel haben müssen. Wer sich nicht sicher ist, ob der Beruf das Richtige für ihn ist und welche Themen des Einzelhandels ihn begeistern würden, kann das über Praktika herausfinden. Hierbei lässt sich schnell feststellen, ob wichtige Tätigkeiten wie die Kundenberatung und der Verkauf von Waren Freude bereiten und ob man besser in einer Modeboutique oder im Elektrofachhandel aufgehoben ist.

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Quellen:

http://www.einzelhandelskauffrau.org/beruf/berufsbild

https://berufenet.arbeitsagentur.de/berufenet/faces/index;BERUFENETJSESSIONID=aVCPds4PJkB9ACkKN9bVeORHiC5d-HivjU2XP5sTDZgATAz3EC5i!-148790827?path=null/kurzbeschreibung/taetigkeitsinhalte&dkz=6580

https://www.abendblatt.de/wirtschaft/article211942419/Ein-Tag-als-VerkaeuferinEin-Tag-als.html

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