Wo gebaut wird, braucht man Architekten. In Deutschland wird viel gebaut. Beste Aussichten also für den geachteten Berufsstand, der sich seit Jahrzehnten ungebrochener Beliebtheit erfreut. Dabei ist der Start ins Architektendasein nicht unbedingt einfach. Wir erklären, was den besonderen Reiz des Berufes ausmacht.

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Architekten dürfen wählerisch sein

In Deutschland wird gebaut, was das Zeug hält. Das freut die rund 135.000 Architekten und die, die es werden wollen. Noch vor wenigen Jahren waren die Berufschancen für sie alles andere als rosig. Der Weg zum Traumjob war steinig, die Bezahlung für Anfänger mau. Doch mittlerweile hat sich die Lage entspannt. Schon im August vergangenen Jahres berichtete das Deutsche Architektenblatt, dass Architekten angesichts der guten Auftragslage bei der Jobsuche sogar wählerisch sein dürfen. Der Prozentsatz arbeitsloser Architekten lag gerade einmal bei 6,4 Prozent.

Die Vielseitigkeit fasziniert

Die gute Arbeitsmarktlage hält weiter an. Job- und Fachportale sind voll mit Stellenangeboten und auch auf deutschen Unis ist das Interesse nach entsprechenden Studiengängen ungebrochen. Was macht diesen Beruf so reizvoll? In der Serie „Beruf der Woche“ der Zeit hat es Sabine Hockling auf den Punkt gebracht. „Viele fasziniert die Vielseitigkeit des Berufs: Für Entwürfe braucht es Kreativität, für die Berechnungen mathematische Kenntnisse, für das Prüfen und Leiten von Bauvorhaben organisatorisches Talent und für den Umgang mit Bauherren und Gewerken soziale Kompetenz.“ Dabei entwickelt sich das Berufsbild durch Forschung und Innovationen stetig weiter. Architekten müssen heute moderne Gestaltung mit ökologischer Ressourcennutzung verbinden und so attraktive Lebensräume für die Menschen kreieren können. Ein nachhaltiges Bauen mit biogenen Werkstoffen wird in dem Zusammenhang immer wichtiger.

Ohne Master sind die Aufstiegschancen überschaubar

Bis man all diese Fähigkeiten als Architekt unter Beweis stellen darf, müssen einige Hürden genommen werden. Architekt ist eine geschützte Berufsbezeichnung. Nur wer ein mindestens vierjähriges Architekturstudium mit einem Master oder alternativ einem Diplom abgeschlossen hat und zwei bis drei Jahre praktische Erfahrung nachweisen kann, darf sich in eine der bundesweit 16 Landesarchitektenkammern eintragen lassen. Die Voraussetzung, um offiziell den Titel Architekt/in führen zu dürfen. Nur mit einem Bachelor in der Tasche kann man zwar in Planungsbüros eine Menge Tätigkeiten verrichten, die nicht die volle Qualifikation verlangen, den Aufstiegschancen sind dann aber Grenzen gesetzt.

Nicht nur beim Neubau sind Architekten gefragt

Architekten sind nicht nur als Fachleute bei der Planung und Realisierung von Neubauten tätig, sondern auch bei der Sanierung und beim Umbau von bestehenden Gebäuden. Aber auch in Bereichen wie Denkmalpflege, Projektsteuerung oder im Facility Management kommen Architekten zum Einsatz, ebenso wie bei der Betreuung eines Gebäudes während dessen gesamten Lebens- und Nutzungszyklus sowie bei der Erstellung von Schadens- und Wertgutachten. Dabei arbeiten sie häufig mit Fachkollegen wie Innenarchitekten, Garten- und Landschaftsarchitekten oder Stadtplanern zusammen.

Haben Sie das Zeug zum Architekten?

Um in dem Beruf erfolgreich zu sein, brauchen Architekten abgesehen von ihrer fachlichen Kompetenz eine Reihe von persönlichen, sozialen und methodischen Fähigkeiten und Business Skills. Anhand dieser kleinen Checkliste finden Sie heraus, ob in Ihnen ein Schinkel, Gropius oder Frei steckt:

  • Sie bringen eine große Motivation für den Job mit.
  • Sie sind belastbar und stressresistent.
  • Sie können eigenverantwortlich handeln, beweisen aber auch Teamfähigkeit.
  • Ihr Organisationstalent sowie ein effizientes Zeitmanagement zeigt sich in Ihrer strukturierten und zielorientierten Arbeitsweise.
  • Ihre analytischen Fähigkeiten helfen Ihnen dabei, Probleme schnell und souverän zu lösen.
  • Sie besitzen die Flexibilität, sich und Ihre Pläne schnell an veränderte Situationen und Gegebenheiten anzupassen.
  • Im Büro und auf der Baustelle helfen Ihnen gute Kommunikationsfähigkeiten und ein gewisses Charisma.

Karriere mit Weiterbildung

Als Architekt gibt es verschiedene Möglichkeiten der Weiterbildung. Die Architektenkammern der Länder bieten verschiedene Fortbildungen, wie zum Beispiel Stadtentwicklung, Denkmalpflege oder Energieeffizienz und vieles mehr an. Daneben gibt es private Weiterbildungseinrichtungen, wie zum Beispiel das Europäische Institut für postgraduale Bildung GmbH EIPOS oder das HAUS DER TECHNIK e. V., wo Architekten sich zu verschiedenen Fachplanern, Beratern oder Sachverständigen ausbilden lassen können. Eine Zusatzausbildung, die sich für jeden Architekten unabhängig von seiner Spezialisierung lohnt, ist die zur CAD-Fachkraft. Sie vermittelt das Handwerkszeug, um die eigenen planerischen Ideen selbst visualisieren zu können. Wer sich bei Büros bewirbt, kann mit dieser Qualifikation in jedem Fall punkten.

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Quellen:

https://www.absolventa.de/jobs/channel/architektur/thema/beruf

https://www.zeit.de/karriere/beruf/2014-03/beruf-architekt?print

https://www.bak.de/architekten/berufsbilder-der-fachrichtungen/architekten/

https://dabonline.de/2017/08/31/architekten-verzweifelt-gesucht-waehlerisch-architekten-bewerbersuche-jobwahl/

Bildquelle:  © Jacob Lund – Shutterstock.com