Liebe geht durch den Magen, heißt es. Wer als Koch arbeiten möchte, muss in der Tat viel Liebe und Leidenschaft für den Beruf mitbringen, denn er verlangt einiges ab. Gleichzeitig bietet er aber auch jede Menge Abwechslung und interessante Karrieremöglichkeiten – nicht zuletzt als Starkoch in den Medien oder Sternekoch in der Haute Cuisine. Welche Voraussetzungen Sie dafür mitbringen sollten, erfahren Sie hier.

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Trendberuf Koch

Beim Zappen durchs TV-Programm, ist ein Beruf zurzeit besonders häufig vertreten: Der Koch. Ob Lafer, Lichter, Mälzer, Henssler oder Zacherl – eine nie dagewesene Bandbreite an Koch- & Backshows verleiht diesem Beruf ein gewisses VIP-Image. Daneben wächst und gedeiht im Internet seit Jahren eine Food-Blogger-Landschaft, die ihresgleichen sucht, und in Buchhandlungen nimmt das Thema Kochen & Ernährung mittlerweile ganze Räume ein. Was auf den Teller kommt, ist uns eben nicht einerlei und Deutschland isst wieder zunehmend mit Bedacht und vor allem mit Genuss. In gewissem Sinne ist der „Koch“ also ein wiederentdeckter Trendberuf.

Ein Koch sitzt zuweilen auch am Schreibtisch

Wer dabei aber vom Star-Rummel träumt und in der Ausbildung Kamera- und Medientrainings erwartet, sollte sich doch etwas genauer informieren. Der Arbeitsalltag eines Kochs ist meist wenig glamourös, aber abwechslungsreicher als man meint. Keineswegs hantiert er den lieben langen Tag mit Töpfen und Pfannen am heißen Herd. Tatsächlich sitzt ein Koch zuweilen auch am Schreibtisch, um die Speisekarte zu erstellen und Angebote zu kalkulieren. Darüber hinaus müssen Einkäufe und Lieferungen geplant und durchgerechnet werden. Er ist also nicht nur mit dem Kochen beschäftigt, sondern auch mit Planungs- und Kalkulationsaufgaben.

Fachkenntnis & ein guter Draht zu Lieferanten

Entspannt über den Wochenmarkt schlendern und frische Zutaten einkaufen – dafür hat heute kaum ein Koch Zeit. Stattdessen muss er gute Kontakte zu zuverlässige Lieferanten pflegen, die ihm die gewünschten Lebensmittel pünktlich in die Küche bringen. Sobald die Ware geliefert wurde, muss er diese auf Menge und Qualität prüfen. Letzteres ist besonders bei Obst, Fisch oder Fleisch wichtig. Anschließend ist seine Fachkenntnis gefragt, wenn es darum geht, die unterschiedlichen Lebensmittel korrekt zu verstauen oder einzulagern.

In der Küche gilt: Ordnung ist das halbe Leben

Es gibt Menschen, die kochen leidenschaftlich gerne und verlassen anschließend ein wüstes Schlachtfeld. Für einen Berufskoch wäre das undenkbar. Hier muss jeder Handgriff sitzen. Denn wenn das Tagesgeschäft beginnt, bleibt keine Zeit, Geräte, Arbeitsmittel und Zutaten zusammenzusuchen. „Mise-en-Place“ ist das Gebot der Stunde und bedeutet so viel wie „an den richtigen Ort gestellt“. Ein guter Koch bereitet den Posten, so wird sein Arbeitsplatz genannt, optimal vor und stattet ihn mit den Materialien und Zutaten aus, die er später braucht.

Arbeit im Team

Häufig arbeitet der Koch im Team und sollte trotz Zeitdruck und Stress in der Lage sein, freundlich und höflich mit seinen Kollegen umzugehen. Das sind in der Regel der Gardemanger, der sich um die kalten Speisen kümmert, ein Entremetier – zuständig für Suppen und Beilagen, ein Saucier, der Fleisch, Fisch und Saucen zubereitet und ein Pátissier, der die Gaumen der Gäste mit einem Dessert verwöhnt. Die Art und Weise der Zubereitung und Präsentation auf dem Teller legt der Küchenchef vorher fest.

Erst kochen, dann putzen

Ist das letzte Essen serviert, wird geputzt. Seinen Posten in der Küche sowie die benutzten Geräte muss jeder Koch selbst reinigen. Das penible Achten auf Sauberkeit und Hygiene sind Grundvoraussetzungen für den Beruf, um der Verbreitung von Keimen konsequent vorzubeugen. Deshalb gehört auch das Putzen nach dem Kochen zu den grundlegenden Aufgaben eines Kochs. Wer in einem Restaurant arbeitet, kommt dann meist erst spät in der Nacht nach Hause. Das sollte jedem bewusst sein, der in diesem Beruf arbeiten möchte.

Der Beruf ist kein Zuckerschlecken

Tatsächlich ist die Abbrecherquote in der Gastronomie besonders hoch. Jeder zweite angehende Koch wirft bereits während der Ausbildung das Hand- bzw. Geschirrtuch. Auch das Gehalt kann die zum Teil herausfordernden Arbeitszeiten nicht wettmachen. Durchschnittlich verdient ein Koch in Deutschland rund 1.900 Euro brutto im Monat. Die dreijährige Ausbildung wird mit 560 Euro im ersten Ausbildungsjahr, 658 Euro im zweiten und 740 Euro im dritten Jahr vergütet. Die späteren Einsatzmöglichkeiten sind vielseitig, sei es in der Küche eines Restaurants, in einem Hotel oder in einem Kurbetrieb, einer Kantine oder gar auf einem Kreuzfahrtschiff. Auch für die selbstständige Führung eines gastgewerblichen Betriebes ist die Ausbildung zum Koch eine ideale Voraussetzung.

Karriere mit Leidenschaft zum Beruf

Wer eine Karriere anstrebt, sollte Weiterbildungsmöglichkeiten in diesem Beruf nutzen: der Meisterkurs (Küchenmeister), der Fachwirt im Gastgewerbe (IHK), ein Studium an einer Hotelfachschule (staatl. geprüfter Gastronom oder Betriebswirt), Fortbildungen im Bereich Küche (z.B. zum Diätkoch), Fachseminare, Sprachkurse oder längere Auslandsaufenthalte sind nur einige der Möglichkeiten.

„Für diesen Beruf braucht man Leidenschaft, man muss es lieben“, sagt Fernsehkoch Christian Rach gegenüber der Ostsee-Zeitung. Denn die Bedingungen seien hart: Arbeitszeiten, die kaum ein Privatleben zulassen, schlechte Bezahlung und viel Dokumentation. Für Rach ist es aber trotzdem kein Grund zu verzweifeln. „Wer gut ist, kann sich andere Arbeitsbedingungen schaffen.“

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Quellen:

https://www.hotelcareer.de/blog/aufgaben-koch/

https://azubicareer.de/jobs/koch-k%C3%B6chin

http://www.ostsee-zeitung.de/Mecklenburg/Bad-Doberan/Koch-Azubis-kaempfen-um-die-Ehre

https://www.azubi.de/beruf/ausbildung-koch#field-details

https://www.gehalt.de/einkommen/suche/koch

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