27.03.2018 -

Seit der Finanzkrise 2008 haben Banken bei deutschen Hochschulabsolventen einen schlechten Ruf, wie eine Umfrage des Beratungsunternehmens Deloitte zeigt. Interesse an der Tätigkeit in einer Bank besteht dennoch – aber meist nur als Karrieresprungbrett.

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In der Deloitte Student Banking Survey wurden über 100.000 Studenten von 1.700 Hochschulen in 15 Ländern nach ihren Karriereabsichten befragt. Insgesamt 130 Arbeitgeber und Branchen standen zur Wahl: International landeten die Banken auf Platz 46 – in Deutschland schafften sie es nur auf Platz 84. Noch 2008 rangierten die Geldinstitute dagegen vor der Software- und Computerservice-Industrie. Mehr noch als inländischen Banken misstrauen die Deutschen solchen mit Sitz im Ausland, insbesondere in der Schweiz und den USA.

Banken müssen als Arbeitgeber viel bieten

Wenn sich Absolventen in Deutschland für eine Position bei einer Bank entscheiden, dann vor allem, weil sie attraktive Produkte und Services anbietet. Auch legen sie etwas mehr Wert auf die Corporate Social Responsibility als Berufseinsteiger in anderen Ländern – und sehr viel mehr auf die potenzielle Aufgabenvielfalt sowie flexible Arbeitsbedingungen. Auch eine höhere Bezahlung erwarten die Deutschen, während internationale Absolventen mehr Gewicht auf Entwicklungsmöglichkeiten legen. Auffällig wenig erhoffen sich die Befragten, wenn es um ein freundliches und unterstützendes Arbeitsumfeld sowie um Kreativität und Dynamik geht.

Arbeitsplatzsicherheit: Fehlanzeige bei der Bank

Die Studie befasst sich auch mit den konkreten Karrierezielen der Absolventen und den Möglichkeiten, die ihnen Banken bieten. Gerade hier zeigt sich eine deutliche Differenz. Bereits seit einigen Jahren steht bei den Nachwuchskräften eine ausgewogene Work-Life-Balance ganz weit oben auf der Prioritätenliste. Auch die Arbeitsplatzsicherheit hat in den Jahren nach der Finanzkrise stark an Bedeutung gewonnen, ebenso wie der Wunsch nach einer sinnstiftenden Betätigung. Den Banken allerdings schreiben die Befragten aktuell keinen dieser drei Werte zu.

Bankjob vor allem als Karrieresprungbrett

Die negativen Erwartungen in Schlüsselbereichen dominieren – und doch besteht bei den Absolventen durchaus Interesse an einer Bankentätigkeit. Allerdings wird ein Job bei der Bank vor allem als Karriereeinstieg gesehen. Länger als ein bis maximal drei Jahre will die Mehrheit nicht in einer Bank arbeiten.

Die Studie fragt auch nach den Unterschieden bei Investment- und Retail-Banking. Die Teilnehmer schreiben Investmentbanken mehr noch als anderen Geldhäusern Prestige, Finanzkraft und Internationalität zu – aber (noch) weniger die sogenannten Soft Skills wie ein angenehmes und unterstützendes Arbeitsumfeld. Insbesondere die internationale Präsenz und die damit verbundenen Reisemöglichkeiten lassen Investmentbanken zumindest in diesem Punkt deutlich attraktiver und weniger eintönig erscheinen.

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Bildquelle: © S.Zykov – Shutterstock.com


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