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Im Bewerbungsgespräch kommt sie so sicher wie das Amen in der Kirche: Die Frage nach den eigenen Stärken und Schwächen. Trotzdem fällt es Bewerbern schwer auf diese oder andere vorhersehbare Fragen die passende Antwort zu finden. Wir sagen Ihnen, worauf es dem Personaler ankommt und wie Sie mit Ihrer Antwort punkten können. Wenn Sie im Laufe Ihrer Karriere schon etliche Bewerbungsgespräche absolviert haben, wird Ihnen aufgefallen sein, dass sich einige Fragen beinahe immer wiederholen. Und obwohl diese Fragen für gewöhnlich in jedem Job-Interview auftauchen, tun sich manche Bewerber trotzdem schwer, die passende Antwort zu finden. Dabei gibt es im Grunde auf Bewerbungsfragen keine richtigen oder falschen Antworten, aber doch Antworten, die besser geeignet sind als andere, um den Personaler zu überzeugen. Wir haben einige der am häufigsten gestellten Fragen an Bewerber gesammelt und geben Ihnen Tipps, wie Sie diese am besten beantworten.

Was können Sie uns von sich erzählen?

Eigentlich reden die meisten Leute liebend gern von sich selbst. Komisch also, dass gerade diese Frage Bewerbern Probleme bereitet. Die Schwierigkeit liegt hier in der offenen Fragestellung, die im Grunde eine Vielzahl an Antworten ermöglicht. „Die Frage erscheint im ersten Moment recht simpel, aber wer nun anfängt von seinen vorherigen Jobs und seinem Hund zu erzählen, macht etwas falsch“, sagt Val Matta, Vice President of Business Development bei CareerShift.. „Vielmehr sollte man eine kurze und fokussierte Antwort finden, die zeigt, dass man der passende Kandidat für den Job ist.“ „Wenn Sie von sich selbst erzählen, sollten Sie sich dabei immer auf die Stelle beziehen, für die Sie sich bewerben“, rät Cheryl E. Palmer, die sich als Inhaberin von Call to Career auf das Coaching von Führungskräften und das Verfassen von Lebensläufen spezialisiert hat. „Stellen Sie persönliche Fähigkeiten und Erfahrungen heraus, die am besten zu den Stellenanforderungen passen und dem Personaler bestätigen, mit Ihnen die richtige Wahl zu treffen. Geben Sie nicht der Versuchung nach, persönliche Dinge von sich zu erzählen, die für den Job irrelevant sind – zum Beispiel ob Sie verheiratet sind oder wieviel Kinder Sie haben. Dadurch könnte man Sie unter Umstände diskriminieren und Ihnen eine Absage erteilen.“

Warum wollen Sie nicht mehr in Ihrem derzeitigen Job arbeiten?

Hinter dieser Formulierung vermuten viele Bewerber eine Fangfrage. Denken Sie daran: Der potentielle Arbeitgeber möchte alles über Sie herausfinden und nicht über ihren ehemaligen Chef. Relevant ist in diesem Fall also nicht unbedingt was Sie erzählen, sondern vielmehr wie Sie die Frage beantworten. „Letzte Woche habe ich eine Kundin getroffen, die in ihren Bewerbungsgesprächen erzählt, sie wäre schon sehr lange in dem Unternehmen und es wäre jetzt Zeit für eine Veränderung“, berichtet Roy Cohen, Karierre Coach und Autor des „The Wall Street Professional’s Survival Guide. „Warum sollte nun ein anderes Unternehmen Interesse daran haben, sie einzustellen? Sie vermittelt den Eindruck, sie sei gelangweilt und ihre berufliche Erfahrung zunehmend veraltet. Außerdem scheint sie unmotiviert zu sein, denn schließlich habe sie sich schon viel zu lange mit einer mittelmäßigen Situation arrangiert.“ Stattdessen empfiehlt Cohen eine gut begründete und überlegte Antwort auf die Frage, warum man eine berufliche Veränderung anstrebe. „Sie hätte antworten können, sofern es der Wahrheit entspricht, dass es Veränderungen im Management und in der Unternehmensführung gab. Vielleicht werden Einschnitte vorgenommen und sie fürchtet nun um die Sicherheit ihres Jobs. Oder vielleicht möchte die Familie umziehen, um mehr Lebensqualität zu genießen“, so Cohen. „Der Punkt ist, zu zeigen, dass man den Job nicht leichtfertig wechselt, sondern die Entscheidung nach reiflicher Überlegung getroffen hat.“

Was interessiert Sie an unserer Firma?

Arbeitgeber nutzen diese Frage gern, um Kandidaten auszusortieren, die nicht ernsthaft an der ausgeschriebenen Stelle oder dem Unternehmen interessiert sind. „Auf die Frage können Sie sich gut vorbereiten, indem Sie aufmerksam die Website des Unternehmens studieren und sich wichtige Informationen einprägen, zum Beispiel seit wann die Firma existiert, was sie macht oder herstellt und welche Mission und Philosophie sie verfolgt“, rät Palmer. „Darüber hinaus können Sie nach Pressemitteilungen und Medienberichten suchen und sich so darüber informieren, an welchen aktuellen Maßnahmen oder Initiativen das Unternehmen gerade arbeitet.“ Matta betont, dass die Recherche-Ergebnisse in eine sinnvolle Antwort gewandelt werden müssen. „Natürlich sollten Sie informiert sein und verstehen, was das Unternehmen so tut. Aber um mit der Antwort zu punkten, reicht es nicht, Inhalte der Website zu rezitieren“, sagt Matta. „Zeigen Sie dem Interviewer, dass Sie die Mission des Unternehmens nicht nur verstanden haben, sondern sich damit auch identifizieren. Sie möchten ja vermitteln, dass Sie sich leidenschaftlich für die Ziele und Ansätze einsetzen werden.“

Was sind Ihre größten Stärken und Schwächen?

Wahrscheinlich ist dies die klischeehafteste Frage in einem Bewerbungsgespräch, trotzdem befürchten viele Kandidaten, sie nicht angemessen zu beantworten. Das Beste ist, ehrlich zu bleiben und die Antwort mit einem Beispiel zu stützen. „Zum Glück interessieren den Personaler nicht in erster Linie Ihre Schwächen, sondern wie Sie damit umgehen und welche Perspektiven Sie in Bezug auf Ihre kleinen Mängel sehen“, erklärt Angelique Pivoine, SEO und PR Specialist bei 911 Restoration. „Hüten Sie sich vor allzu negativen oder zu stolzen Aussagen. Bescheidenheit macht die besten Teamplayer – und die werden eingestellt.“ „Sie sollten in der Lage sein, zwei bis drei Stärken zu benennen und diese anhand konkreter Situationen oder Beispiele zu belegen“, empfiehlt Palmer. „Eine meiner Workshop-Teilnehmerinnen zum Beispiel erzählte, wie sie sich durch einen Schneesturm gekämpft hat, um sicherzustellen, dass ihren Kollegen rechtzeitig der Lohn überwiesen wurde. Eine perfekte Beschreibung für ihre Verlässlichkeit und ihr Engagement.“


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