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Schritt 1: Finden Sie heraus, wer Sie sind

Haben Sie es im AC mit Profis zu tun, bringen Ihnen psychologische Tricks gar nichts. Anstatt zu pokern bleiben Sie lieber authentisch. Um herauszufinden, wie Sie ticken, fangen Sie am besten mit der Erkundung Ihrer Teamrolle an. Dafür empfehlen wir den Teamrollen-Test, der im Kexpa-Selbstlernkurs „Assessment Center“ enthalten ist. Probieren Sie es aus! Der Teamrollen-Test, angelehnt an Belbin, ordnet Personen neun vordefinierten Teamrollen zu. An den Präferenzen für eine Teamrolle erkennt man auch eigene Stärken. Sind Sie eventuell jemand, der eine Fachrolle anstrebt, aber gelegentlich auch Führung übernehmen kann? In einem Team braucht man beides! Nutzen Sie das Ergebnis und beobachten Sie im AC die anderen Teilnehmer: Viele Ideengeber sind oft nicht in der Lage, Ideen zu strukturieren. Organisieren Sie diesen Prozess und achten Sie auf planvolles Vorgehen. Genauso verhält es sich im umgekehrten Fall, erkennen Sie viele Perfektionisten, dann drücken Sie auf die Ideen-Tube. Ein Team aus Gestaltern und Neuerern wirkt erfolgreich, ist jedoch chaotisch. Auch wenn es nicht Ihre Stärke sein sollte, bringen Sie Ihre Moderationsfähigkeiten zum Vorschein. Neben Ihren Teamrollen sollten Sie wissen, was Sie auszeichnet, wenn Sie alleine arbeiten. Erstellen Sie eine Liste und geben Sie sich Noten. Sind Sie persönlich kompetent? Können Sie sich beispielsweise gut selbst managen, sind Sie belastbar, flexibel, gestaltungsfreudig und beharrlich? Oder auch sozial kompetent und haben Verhandlungsgeschick, sind überzeugungsstark, kundenorientiert, teamfähig sowie kritik- und konfliktfähig? Was noch außer diesen? Aus der methodischen Sicht sollten Sie sich fragen, ob und wie strukturiert-analytisch Sie als Problemlöser vorgehen können oder Dinge visualisieren, präsentieren sowie auch verkaufen können. Mit so einer Liste gehen Sie weitaus selbstsicherer in das AC rein, in dem Sie womöglich ohnehin einen Persönlichkeitstest machen werden. Wichtig hierfür: Viele Tests haben Lügenfragen eingebaut. „Ich habe noch nie einen Freund belogen“, ist so eine Lügenfrage. Niemand wird dies behaupten können. Und wer das doch tut, der lügt. So denken jedenfalls Psychologen, die diese Tests entwickeln.

Schritt 2: Die AC-Übungen

Auf diesen Part bereiten Sie alle Ratgeber vor. Authentisch und selbstsicher werden Sie diese jedoch nur dann meistern, wenn Sie Schritt 1 akribisch angegangen sind. Haben Sie es? Dann gehen wir die wichtigsten Übungen durch: Selbstpräsentation: Hier zeigen Sie dem Unternehmen, wie gut Sie Inhalte strukturieren, vor Menschen sprechen und diese für sich einnehmen können. Bleiben Sie dabei konkret und schweifen Sie nicht zu sehr aus. Sie haben zwischen drei und fünf Minuten Zeit. Nutzen Sie bei Ihrer Vorstellung bildhafte Sprache und bringen Sie eine Geschichte rüber. Beziehen Sie sich dabei mit vielen Beispielen aus Ihrem Werdegang und stellen es immer positiv dar. Nutzen Sie, sofern Sie mehr Zeit bekommen, gerne auch Hilfsmaterialien wie Flipcharts oder Metaplankarten. Interview: Damit ist ein Vorstellungsgespräch im AC gemeint, was in anderen Beiträgen bereits oft beschrieben wurde. An dieser Stelle möchten wir Ihnen nur eine Gesprächsstruktur mitgeben: Die STAR-Technik (Situation – Task – Action – Result). Wenn Sie berufliche Situationen in Ihrem Berufsleben schildern sollen, so bereiten Sie sich besonders auf diese Fragen vor: Was war das für eine Situation? Was war meine Aufgabe? Wie habe ich gehandelt und mit welchem Ergebnis? Wenn Sie das berücksichtigen, gewinnt Ihre Darstellung in jedem Gespräch an Qualität – auch für die Präsentation empfiehlt sich diese konkrete Form. Fallstudie (Case Study): „Wie viele Katzen leben in Deutschland?“ – diese Fallstudien sind sogenannte Brainteaser. Im Fokus steht eher der Lösungsweg als die Lösung selbst. Sie müssen analytisch vorgehen und schätzen können. Bei der Katzenfrage geht es zum Beispiel um Allgemeinwissensgrundlagen: Wie viele Haushalte gibt es in Deutschland? Wie viele haben davon eine Katze? Wie viele Katzen pro Haushalt? Usw. Eine Fallstudie ist komplexer als ein Brainteaser. Ihre Problemlösungsfähigkeit (eventuell auch im Team) wird hier geprüft und womöglich auch Präsentationskompetenz. Es gibt zahlreiche Bücher, vor allem aus der Consulting-Branche, die Sie spezifisch darauf vorbereiten. Gruppendiskussion: Die Gruppendiskussion hat zum Ziel, herauszufinden, wie Sie sich in einer Gruppe behaupten und mit Einwänden, kritischen Situationen oder auch abweichenden Meinungen umgehen. Spätestens hier denken viele an einen Wettbewerb. Versuchen Sie jedoch so natürlich wie möglich dazustehen. In Diskussionen wird meist Ihr Verhalten beobachtet. Sind Sie aktiv? Haben Sie eine Position? Können Sie diese begründen? Wir raten Ihnen: Seien Sie sichtbar, idealerweise nicht nur am Anfang und am Ende. Hören Sie gut zu. Binden Sie andere Teilnehmer mit ein, auch die Stillen. Stellen Sie Fragen. Wiederholen Sie Aussagen in Ihren Worten oder versichern Sie sich mit „Habe ich Ihre Aussagen korrekt aufgenommen, indem…“ – Fragen. All diese Tipps helfen Ihnen zu einer guten Gesprächsführung. Auf jeden Fall gilt: Keine Panik. Das Assessment Center ist definitiv machbar, das haben schon viele bewiesen. Mit diesem Artikel wissen Sie, worauf es ankommt und können sich dementsprechend vorbereiten. Einen Selbstlernkurs-Tipp finden Sie unten im Autorenprofil. Autorenprofil: Bartek Kreblewski, Master of Science in Wirtschaftspsychologie, schreibt für das Portal Kexpa und coacht im Hause Karriere&Entwicklung von Svenja Hofert. Auf Basis seiner Berufserfahrung aus der Berufsberatung sowie zahlreicher beruflicher Stationen in Klein- und mittelständischen Unternehmen bis hin zu Konzernen greift er auf unterschiedliche Einblicke zurück, woraus er wertvolle Tipps entnimmt und diese seinen Lesern näher bringen möchte.


Weitere Informationen: Kexpa Selbstlernkurs Erfolgreich im Assessment Center

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