Unseriöse Stelle voraus

Robert Half International führen hier einige Warnhinweise auf, auf die Sie achten sollten, um sicherzugehen, dass Ihre Traumvorstellung von einem Job nicht in einem Albtraum endet.

Kein schriftliches Stellenangebot

Wenn Sie eine Stelle annehmen, ist ein schriftlich fixiertes Stellenangebot wichtig, weil darin festgehalten wird, dass Sie und der Arbeitgeber bezüglich der Bezahlung, der Verantwortlichkeiten und anderer stellenspezifischer Einzelheiten übereinstimmen. Wenn Ihnen also kein Schreiben und keine konkreten Details zur Position und zum Gehalt ausgehändigt werden, sollte das Ihnen ein vordringlicher Warnhinweis sein.

Idealerweise sollten folgende Punkte schriftlich niedergelegt sein:

  • Ihre Stellenbezeichnung
  • Der Name des Vorgesetzten, an den Sie berichten
  • Ihr Anfangsgehalt
  • Spezielle Anforderungen oder Vereinbarungen, wie Übernahme von Umzugskosten, Einstiegsbonus, Umfang der Reisetätigkeit usw.

Wenn das schriftliche Angebot in irgendeiner Hinsicht von dem abweicht, was Sie mit dem Mitarbeiter der Personalabteilung vereinbart haben, sollten Sie ihn bzw. sie darauf aufmerksam machen, sodass das Angebot korrigiert werden kann. Wenn es dann immer noch nicht den erwünschten Angaben entspricht und vom potenziellen Arbeitgeber keinerlei Maßnahmen veranlasst werden, dies zu korrigieren, könnte das ein Hinweis darauf sein, dass die im Vorstellungsgespräch versprochenen Dinge zu keinem Zeitpunkt umgesetzt werden.

Sie werden zu einer Entscheidung gedrängt

Eine neue Arbeitsstelle anzunehmen, ist eine Entscheidung, die Ihr weiteres Leben verändern kann. Daher sollte Ihnen ein Unternehmen immer ausreichend Zeit geben – meist einige Tage – um die Dinge zu überdenken. Wenn Sie gedrängt werden, ein Angebot an Ort und Stelle anzunehmen, dann fragen Sie sich doch einmal, warum die Firma solche Eile an den Tag legen könnte. Steht die Firma unter großem Druck, die freie Stelle mit jemandem – oder irgendjemandem – zu besetzen? Hofft der Personalchef, dass Sie ein Angebot unter Ihrem wahren Wert annehmen? Werden Sie, sobald Sie eingestellt sind, möglicherweise zu weiteren Entscheidungen gedrängt, ohne die Möglichkeit zu haben, andere Optionen zu erwägen? Lassen Sie in diesem Fall äußerste Vorsicht walten.

Der Prozess dauert entschieden zu lange

Die Auswahl des geeigneten Bewerbers für eine offene Stelle nimmt viel Zeit in Anspruch, vor allem bei Positionen auf der höheren Managementebene. Eine Studie der Robert Half International belegt, dass für jede freie Position durchschnittlich sechs Bewerber zu einem Bewerbungsgespräch geladen werden. In Anbetracht der in vielen Firmen wohl durchdachten Bewerbungsverfahren, ist es letztendlich wenig verwunderlich, dass Sie nicht schon wenige Tage nach Einreichen Ihrer Bewerbungsunterlagen eingestellt werden. Wenn sich das Verfahren jedoch über Monate ohne ausreichende Erklärungen des Personalchefs hinzieht, sollten Sie dies als einen Warnhinweis verstehen. Im Unternehmen wird dann eventuell noch an der Stellenbeschreibung für die Position gefeilt, was bedeutet, dass die zu besetzende Stelle letzten Endes gänzlich anders aussieht als die, auf die Sie sich beworben haben. Ein anderer Erklärungsversuch ist, dass man sich im Unternehmen noch unsicher über die finanzielle Deckung einer weiteren Vollzeitstelle ist.

Fragwürdige Unternehmenskultur

Die an einzelnen Arbeitsplätzen praktizierte Unternehmenskultur kann beträchtlich variieren. Wenn Ihre Persönlichkeit nicht mit der Ihrer zukünftigen Firma zusammenpasst, steht es um diese Stelle nicht gerade rosig. Wenn Sie beispielsweise an eine turbulente Arbeitsumgebung gewöhnt sind, werden Sie sich in der neuen Firma unwohl fühlen, wo man praktisch eine Nadel zu Boden fallen hören kann. Wenn Sie es vorziehen, Berufliches von Privatem zu trennen, kann das zu peinlichen Situationen führen, wenn sich Ihre neuen Kollegen häufig nach der Arbeit in ungezwungener Atmosphäre treffen.

Sie harmonieren nicht mit Ihren Kollegen

Während des Bewerbungsgesprächs sind Sie vielleicht schon mit einigen der zukünftigen Kollegen und Ihrem zukünftigen Chef bzw. Ihrer zukünftigen Chefin zusammengetroffen. Es ist nicht nur für Ihre Zufriedenheit tagein tagaus wichtig, mit den Menschen gut auszukommen, mit denen Sie täglich zusammenarbeiten, sondern auch für Ihr berufliches Fortkommen. Mit geringfügigen Abweichungen im Arbeitsstil lässt sich sicher auskommen, doch grundlegende Unterschiede sorgen, sobald Sie die Stelle angetreten haben, meist für gehörige Unruhe. Lassen Sie Vorsicht walten, wenn Sie sich nur schwer vorstellen können, mit diesen Menschen täglich in einem Büro zusammenzuarbeiten, oder das Konfliktpotenzial bereits im Gespür haben.

Von Anfang an auf Warnsignale achten

Wenn Sie ein Stellenangebot einmal verbal oder schriftlich angenommen haben, ist es schwierig, davon wieder zurückzutreten. Von einem geschlossenen Vertrag wieder zurückzutreten, könnte Ihren professionellen Ruf beträchtlich in Mitleidenschaft ziehen und alle Brücken, die Sie mit diesem Arbeitgeber verbinden, einstürzen lassen. Bevor Sie also zusagen, betrachten Sie das gesamte Paket – angefangen beim Gehalt und den Sozialleistungen bis hin zu den Kollegen und der Unternehmenskultur – und stellen Sie sicher, dass Ihnen keine Warnsignale entgehen. Bildquelle:  © kreativloft GmbH – Fotolia.com

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