Wenn's im Bewerbungsgespräch plötzlich eng wird

Was ist die 360º Bewerbung?

Die eigentliche Natur der Bewerbung ist es nicht sich kurz vorzustellen, sondern – wie der Name es schon sagt – für die eigene Person zu werben. Dieser Grundgedanke muss während der ganzen Bewerbungszeit, vom Schreiben des ersten Wortes bis hin zur Verabschiedung nach dem Bewerbungsgespräch verinnerlicht werden. Beim Kampf um die beste Stelle darf und sollten alle nur mögliche Ressourcen in Anspruch genommen werden, die zur Verfügung stehen. Hier kommt die 360º Bewerbung ins Spiel. Hierbei handelt es sich um eine Bewerbung, die sich nicht nur mit dem Bewerbungsschreiben zufrieden gibt, sondern rund um für sich wirbt. Es geht darum neue Wege zu gehen, kreativ zu sein, sich von der Masse abzuheben.

Marktvorteil durch großes Netzwerk

Es fängt mit dem Aufbau eines Online- und Offlinenetzwerkes an. „Vitamine B“ war, ist und wird ein essentieller Bestandteil einer jeden Bewerbung sein und ist auch nach der Bewerbungszeit von außerordentlicher Hilfe, um den Weg in die höheren Hierarchiestufen zu meistern. Wer viele Menschen kennt, kann auch vielen darum bitten einem unter die Arme zu greifen. Dies kann ein Empfehlungsschreiben von einem Professor oder einen Vorgesetzten sein oder auch einfach „nur“ ein gutes Wort beim potenziellen Arbeitgeber einzulegen. Wer hier auf viele Kontakte zurückgreifen kann, hat sich automatisch einen Marktvorteil erarbeitet.

Expertenwissen kommunizieren

Weiter geht es mit der Präsenz in allen wichtigen und großen Online-Netzwerken wie Facebook, Google+ und Xing. Hier empfiehlt es sich das eigene Profil natürlich, seriös und fachbezogen zu gestalten. Viele HR-Mitarbeiter nutzen soziale Netzwerke um sich ein Bild von den Bewerbern zu machen und um das schon vorhandene Bild zu ergänzen. Wenn also anstelle von Partybildern branchenrelevante Kommentare und Links zu relevanten Seiten auftauchen, kann dies nur von Vorteil sein. In manchen Branchen ist es ratsam, einen Blog oder einen YouTube-Kanal zu unterhalten, in dem das Fach- und Expertenwissen kommuniziert werden kann, um so Netzwerke mit weiteren Experten aufzubauen und sich in der Branche einen Namen zu machen.

Die eigenen Qualitäten präsentieren

Ebenso ist es wichtig, sich gut auf das Bewerbungsgespräch vorzubereiten. Bei der Vorbereitung sollte der Fokus nicht auf Standardfragen liegen, sondern vielmehr auf der Präsentation der eigenen Qualitäten und Fähigkeiten. Diese sollten wie ein roter Faden durch das Bewerbungsgespräch gehen. Präsentieren Sie diese in einem Kontext eingebettet und in einer durchdachten Art und Weise.

Den ersten Eindruck für sich nutzen

Ein weiterer leicht zu unterschätzender Punkt ist die Körpersprache. Um Ihr Gegenüber davon zu überzeugen, der Beste für die zu vergebende Stelle zu sein, sollten Sie auch dementsprechend auftreten. Dazu gehört ein fester Stand, eine eindeutige, zielgerichtete, überzeugende Sprache (Intonation eingeschlossen) und die passende Garderobe. Studien haben gezeigt, dass der erste Eindruck sich je nach Persönlichkeit und Kontext innerhalb von 150 Millisekunden bis 90 Sekunden bildet. Damit dieser erste und oftmals entscheidende Eindruck nicht zum Hindernis wird, sollten die drei zuvor genannten Punkte beachtet werden. „Kleider machen Leute.“ Diese Volksweisheit kennt jeder und sollte jeder beachten. Das bedeutet nicht, dass ein Anzug immer die richtige Wahl ist. Um die richtige Kleiderwahl zu treffen, sollte das Umfeld des Unternehmens studiert werden. In konservativen Unternehmen wie einer Bank wird der Anzug gern gesehen, in kreativeren Berufen würde er eher zu steif wirken. Achten Sie auch darauf, wie Sie verbal rüberkommen. Eine autoritäre Stimme kann oft als arrogant und überheblich interpretiert werden. Genauso kann es von Nachteil sein, mit Fachbegriffen beeindrucken zu wollen, denn das wirkt schnell abgehoben und hochnäsig.


Über den Autor Natanaél Stürenberg studiert Wirtschaftspsychologie und arbeitet beim Berliner Unternehmen Twago, welches eine Marke von Team2Venture ist. Durch sein Studium und seine Arbeit hat er sich mit dem Thema Bewerbung auseinandergesetzt um herauszufinden, worauf es dabei ankommt. Bildquelle: © apops – Fotolia.com

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