Wie oft am Tag sagen Sie sich: „Meine Arbeit mag ich im Grunde, aber nicht die Firma, in der ich arbeite”? Oder umgekehrt: „Mir gefällt mein Arbeitsumfeld, aber nicht meine Arbeit”?

Aufgrund der unsicheren wirtschaftlichen Lage hat kaum jemand in der letzten Zeit leichtfertig seinen Job gewechselt. Doch viele hätten es vielleicht gern getan, denn 33 Prozent der Bundesbürger sind mit ihrem Arbeitsplatz unzufrieden, wie 2009 aus dem jährlichen Index des Deutschen Gewerkschaftsbundes (DGB) zur Arbeitszufriedenheit der Deutschen hervorging.

Diese Unzufriedenheit führt oft zur Kündigung und kann viele Gründe haben: Vielleicht kommen Sie nicht mit Ihren Kollegen klar oder Sie stoßen immer wieder mit Ihrem Chef aneinander. Vielleicht gibt es keine Aufstiegschancen für Sie in der Firma. Oder Sie sind überarbeitet und unterbezahlt. Vielleicht trifft auch alles auf Sie zu.

Was sollten Sie also tun? In einem Job bleiben, wo Sie unglücklich sind? Oder Ausschau nach einem neuen Job halten, der Sie womöglich zufriedener macht? Die Wahl liegt ganz bei Ihnen. Doch wenn Sie diese Anzeichen bei sich feststellen, ist es an der Zeit, dass Sie etwas an Ihrer Situation verändern:

1. Ihre Kollegen machen Sie verrückt

Die lieben Kollegen können ein Fluch oder ein Segen sein. Wenn Sie mit Leuten zusammenarbeiten, die einfach nur lieb sind — Glückwunsch. Nur ist das leider nicht immer so. Was sollen Sie machen, wenn Ihre Kollegen Sie stören, ablenken, beleidigen, zu spät kommen, zu früh gehen, laute Telefonate führen, Dinge ständig aufschieben oder ständig an Ihrem Tisch stehen und Klatsch und Tratsch erzählen? Wenn Sie sich wegen Ihrer Kollegen am Ende des Tages nur noch die Haare raufen können, dann könnte es an der Zeit sein, dass Sie sich nach toleranteren Leuten umschauen sollten.

2. Sie hassen Ihre Arbeit

Haben Sie schon Sonntag Abend keine Lust, am nächsten Morgen zur Arbeit zu gehen? Und sobald Sie Montag Morgen bei der Arbeit ankommen, denken Sie bereits an das nächste Wochenende? Klar, jeder hat mal die Phasen, lieber woanders sein zu wollen, als bei der Arbeit. Aber wenn Sie 40 oder mehr Stunden pro Woche bei der Arbeit verbringen, ist es kaum förderlich, wenn Sie jede einzelne Sekunde dort hassen. Wenn das der Fall ist, sollten Sie sich jetzt ein paar Gedanken über Ihren nächsten Karriereschritt machen.

3. Sie langweilen sich

Die meisten Menschen mögen Herausforderungen bei der Arbeit. Wenn Ihnen Ihre Arbeit zu simpel vorkommt oder die Dinge sich zu sehr wiederholen, ist das ein Zeichen dafür, dass Sie sich in Ihrer Rolle weiterentwickelt haben und mehr Verantwortung brauchen. Mit der Zeit kann sich aber auch herausgestellt haben, dass der Bereich, in dem Sie tätig sind, Sie einfach nicht (mehr) interessiert. Aber verwechseln Sie Langeweile nicht mit Faulheit. Es besteht ein großer Unterschied zwischen den ganzen Tag YouTube Videos anschauen, während sich die Arbeit neben Ihnen auftürmt und den ganzen Tag YouTube Videos anschauen, wenn Sie die ganze Arbeit schon erledigt haben.

4. Die Firma (oder Ihr Job) ist in Gefahr

Es ist kein Geheimnis, dass viele Firmen durch die Wirtschaftskrise ins Straucheln geraten sind. Noch immer werden Stellen gestrichen und Budgets gekürzt. Wir wollen Ihnen auf keinen Fall vorschlagen, voreilig Ihren Job zu verlassen ohne sich die nächsten Schritte überlegt zu haben. Aber Sie sollten aufpassen, was in Ihrer Firma vor sich geht. Wenn Sie sich Sorgen um den Zustand der Firma oder um Ihren Job machen, sollten Sie mit Ihrem nächsten Vorgesetzten sprechen, bevor Sie andere Maßnahmen ergreifen.

5. Sie fühlen sich nicht wohl

Manchmal gerät es in Vergessenheit, wie wichtig es ist, dass wir uns bei der Arbeit wohlfühlen. Bis zu dem Punkt, an dem wir uns nämlich nicht mehr wohlfühlen. Vielleicht herrscht keine freundliche und kollegiale Atmosphäre, Ihre Wertevorstellungen sind mit denen der Firma nicht vereinbar oder Ihr eher lockerer Stil passt nicht zum zugeknöpften Managementstil Ihrer Firma. Solche Dinge ändern sich nicht von selbst, also sollten Sie versuchen, einen Job in einer Firma zu landen, wo Sie sich wohler fühlen würden.

6. Sie kommen nicht mit Ihrem Chef klar

Die Beziehung zu Ihrem direkten Vorgesetzten hat großen Einfluss auf Ihre Leistung und Ihr Wohlbefinden bei der Arbeit. Selbst der tollste Job kann zur Qual werden, wenn Sie einen schrecklichen Chef haben. Wenn Ihr Chef Sie nicht dabei unterstützt, Ihre Karriere voranzutreiben, sollten Sie sich einen neuen Job suchen mit einem neuen Vorgesetzten umschauen. Manchmal reicht es auch schon, das Team oder die Abteilung innerhalb derselben Firma zu wechseln. Ziehen Sie alle Möglichkeiten in Betracht.

7. Ihre Karriere steht still

Vielleicht gehen Sie schon seit Jahren derselben Tätigkeit nach und es schreit in Ihnen nach Veränderung. Vielleicht haben Sie auch das Interesse an Ihrer ursprünglichen Tätigkeit verloren. Oder Sie arbeiten in einer Firma, in der es keine anderen Einsatzmöglichkeiten für Sie als Ihre aktuelle Stelle gibt. Sprechen Sie zunächst mit Ihrem Chef und sagen Sie ihm, dass Sie andere Aufgaben machen möchten. Betonen Sie, dass Sie sich Ziele gesteckt haben und sich weiterentwickeln wollen, um diese zu erreichen. Wenn sich dafür keine Möglichkeiten ergeben — schauen Sie sich nach etwas Neuem um.

8. Sie werden nicht geschätzt

Anerkennung ist wichtig. Jeder braucht das Gefühl, mit seiner Arbeit etwas beizutragen und mag es, wenn andere dies wertschätzen. Werden Sie in Ihrer Firma für Ihre Leistungen belohnt? Bekommen Sie Bonuszahlungen, geltwerte Vorteile oder positive Rückmeldungen? Wenn Ihr Chef noch nie etwas von positiver Bestärkung gehört hat, sollen Sie vielleicht nach einer Firma suchen, die Ihren Einsatz schätzt.

9. Ihr Arbeitsumfeld ist einfach ätzend

Die aktuelle Wirtschaftslage mal ganz außer Acht gelassen — jeder Job und jede Firma durchlebt Höhen und Tiefen. Ein negatives Arbeitsumfeld setzt selbst dem fröhlichsten Menschen zu — um das herauszufinden, brauchen Sie sicher keinen Psychologen. Wenn Sie ständig gestresst, depressiv oder einfach schlecht drauf sind, dann suchen Sie nach positiven Alternativen.

10. Sie sind erschöpft

Jeder ist mal im Stress. Aber manche Leute haben wirklich Stress. Zu viele Projekte, die Sie alle allein stemmen — das kann schnell im Burnout enden. Wir wollen Ihnen auf keinen Fall nahelegen, gleich Ihren Job zu schmeißen, wenn es hin und wieder hoch hergeht. Solche Zeiten macht wirklich jeder mal durch. Aber wenn kein Ende oder keine Pause in Sicht sind, tun sie sich selbst (und Ihrer Gesundheit) einen Gefallen und orientieren Sie sich um.

 


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