Die einen möchten mehr Zeit für ihre Familie haben, die anderen nehmen eine Unterbrechung für die Pflege eines nahen Angehörigen in Kauf. Familienzeit, Pflege, Weiterbildung, Krankheit: Es gibt viele Gründe für eine längere Jobpause. Der häufigste Grund ist die Familie. Doch danach ist es Zeit für neue Perspektiven, oft geht es dabei um den Wiedereinstieg in Teilzeit.

8 Tipps, wie Sie sich auf die Rückkehr ins Berufsleben optimal vorbereiten:

1. Checken Sie Ihre Ausgangsbasis

Was ist Ihnen wichtig, und was ist Ihr Ziel beim Wiedereinstieg? Ob Sie aufsteigen und Karriere machen oder lediglich etwas hinzuverdienen möchten macht einen Riesenunterschied. Wir unterschieden sechs verschiedene Typen:

  • Familie hat Priorität-Typ: Hier steht beim Wiedereinstieg die Vereinbarkeit im Vordergrund. Oft stehen Teilzeitjobs für den Wiedereinstieg auf der Wunschliste oben.
  • Umsteiger-Typ: Sie wollen nach dem Wiedereinstieg eine Neuorientierung und etwas anderes machen als vorher. In dieser Situation geht es oft um den Erwerb von Qualifikationen.
  • Vielleicht-Rückkehrer-Typ: Sie haben vor der Pause in einem Job gearbeitet, in den Sie vielleicht wiederkehren wollen, aber Sie sind unsicher.
  • Karriere-Typ: Ihnen geht es um berufliches Weiterkommen. Sie wollen keine kleinen Brötchen backen.
  • Dazuverdiener-Typ: Sie möchten lediglich die Familienkasse etwas aufbessern und suchen dazu Möglichkeiten, die vielleicht auch später eine Perspektive bieten, mehr zu verdienen.
  • Unfreiwilliger Wiedereinsteiger-Typ: Sie müssen Geld verdienen, weil Sie zum Beispiel Alleinverdiener sind.

Je nach dem, zu welcher Kategorie Sie gehören, sind für Sie unterschiedliche Kriterien ausschlaggebend.

2. Bauen Sie Ihr Selbstbewusstsein auf

Vorwiegend Frauen, aber auch einige Männer werden bescheidener, im Vergleich zu der Zeit vor der Jobpause. Sie trauen sich weniger zu. Stimmen die Qualifikationen und sind sie auf aktuellem Niveau, ist Ihr persönliches Auftreten oft entscheidend für Ihr berufliches Weiterkommen. Stoppen Sie also negative Gedanken und besinnen sich bei Ihrem Wiedereinstieg auf Ihre Stärken. Suchen Sie Beispiele, die den Arbeitgebern zeigen, was Sie können. Denken Sie an Tätigkeiten im Elternbeirat der Schule oder des Kindergartens, an Ihre auf die Probe gestellte Belastungsfähigkeit und Ihr Einfühlungsvermögen sowie die Fähigkeit zu Organisation und Zeitmanagement.

3. Erinnern Sie sich an Erfolge

Wie haben Sie im Job und im Privatleben Ziele erreicht? Versuchen Sie Ihren Erfolgsschlüssel mit in die Jobunterbrechung zu nehmen und von dort wieder in den Job bei Ihrem Wiedereinstieg zu transportieren. Waren Sie als Elternteil in der Schule bekannt für Ihr Engagement? Haben Sie als Kassenwart Verantwortung gezeigt? Denken Sie über Ihre Vergangenheit nach, indem Sie eine Linie zeichnen und die Jahre daran malen. Was war in diesen Jahren? Was davon war ein Erfolg oder eine Leistung? Welche bringen eine besondere Fähigkeit von Ihnen hervor?

4. Kommen Sie wieder rein

Manchmal hilft es, etwas zu tun, um wieder reinzukommen – selbst wenn es vorerst nicht bezahlt ist. Sie sollten sich nur nicht zu lange ohne oder nur mit zu geringer Bezahlung anbieten, Faustregel: drei bis sechs Monate. Ehrenamtliche Tätigkeiten sind manchmal ein wichtiger Schritt, um wieder einzusteigen. Denn für Ihren Lebenslauf ist es letztendlich nicht wichtig, ob Sie für eine Tätigkeit Geld erhalten haben oder nicht, entscheidend sind die gesammelten Erfahrungen. Wer also als ehrenamtlicher Personalvorstand einer Kita Gehaltsabrechnungen betreut und Mitarbeiter eingestellt hat, sollte das unbedingt im Lebenslauf aufnehmen. Um nach langer Zeit wieder Berufsleben-Luft zu schnuppern, können Sie auch Institutionen oder Vereinen Ihre Hilfe anbieten. Denken Sie langfristig, besser erst einmal sanft nach der Elternzeit, als zu warten und der Unzufriedenheit zu viel Raum geben.

5. Lernen Sie möglichst viele Menschen kennen

Kontakte sind das A und O. Je mehr Menschen Sie kennenlernen, desto wahrscheinlicher ist es, dass Sie auf dem so genannten verdeckten Stellenmarkt eine Position erhalten und so den Wiedereinstieg schaffen. Lernen Sie also gezielt Leute kennen, geben Sie, bieten Sie Hilfe an. Vernetzen Sie sich, auch im Internet. Greifen Sie auch alte Bekanntschaften wieder auf. Oft hören wir „das kann man doch nicht machen“. Doch, das kann man. Und diejenigen, die Ihr Netzwerk pflegen, haben meist die geringsten Jobprobleme.

Überlegen Sie: Welche Ihrer Kontakte könnten für Sie relevante Kontakte herstellen? Welche arbeiten dort, wo Sie gern arbeiten würden? Welche Ihrer Kontakte haben überhaupt ein großes und diverses Netzwerk? Gehen Sie mit offenen Augen und Ohren durch die Welt, denn unverhofft kommt oft und so kommt auch der gewünschte Wiedereinstieg.

6. Nutzen Sie Weiterbildungsmöglichkeiten

Nutzen Sie Weiterbildungsangebote, um sich in einem Bereich zu entwickeln, der für Ihren Job relevant ist. Auf der anderen Seite ist das gemeinsame Weiterbilden mit anderen Teilnehmern ein wirksames Mittel dafür, Ihren sozialen Kompetenzen wieder einen Schub zu verschaffen und damit gut für Ihr Selbstbewusstsein. Rückmeldung und Resonanz von „Gleichgesinnten“ richten emotional auf. Fernstudiengänge sind gerade für Mütter eine tolle Alternative. Auch und gerade dann, wenn Sie zum Beispiel mit der Familie im Ausland sind.

7. Erfolg mit Initiativbewerbungen

Wo möchten Sie gern arbeiten? Im Rahmen einer Initiativbewerbung sollten Sie im Vorfeld abtasten, ob sich die Mühe lohnt. Seien Sie realistisch: Konzerne und Großunternehmen können Sie guten Gewissens hinten auf der Liste platzieren, denn wenn Sie keinen Standardjob wie „Buchhalter“ haben ist es mühsam, dort reinzukommen. Gerade Teilzeitjobs werden hier sehr selten ausgeschrieben. Seien Sie aber auch optimistisch: Prüfen Sie, ob nicht eine bekannte Person dort arbeitet.

Tipp: Bevor Sie Ihre Unterlagen per Mail oder Post versenden, rufen Sie vorher an, um den Namen des Ansprechpartners zu erfragen. Sie stellen damit einen persönlichen Kontakt her und haben Wiederekennungswert, sofern Ihre Unterlagen nach dem Telefonat zügig zum Schreibtisch des Ansprechpartners gelangen.

8. Überzeugen Sie mit Ihren Bewerbungsunterlagen

Versuchen Sie in Ihrer Bewerbung mit passenden Argumenten, Wortwitz und Übersichtlichkeit zu überzeugen. Wenn Sie sich lange nicht beworben haben, wissen Sie vielleicht nicht, was heute üblich ist. Fakt ist: Vieles ist möglich, Sie sollten dezent auffallen. Oft kann eine Prise Kreativität helfen. Nicht nur bei den Unterlagen, sondern in der gesamten Bewerbungsstrategie. Eine persönliche Email oder ein Anruf im Vorfeld mit der Frage, ob eine Stelle noch offen ist wird dazu führen, dass Sie wiedererkannt werden. Persönliches Vorbeikommen wertet das nochmals auf! Was wir damit sagen möchte ist: Gehen Sie möglichst andere Wege als Ihre Bewerber-Konkurrenz. Oft entscheidet Sympathie und das Bauchgefühl, ob Sie eingestellt werden.

Autorenprofil: Maja Skubella ist Kommunikationswirtin, Berufs- und Bewerbungsberaterin bei Karriere&Entwicklung. Sie hat in den letzten vier Jahren mehr als 1.000 Bewerbungsunterlagen geprüft und viele davon auch gemeinsam mit den Kunden optimiert. Ebenfalls betreut sie das Ebookportal Kexpa.


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