Sind Sie zufrieden, wenn Sie auf Ihren Lohnzettel oder Ihre Gehaltsabrechnung schauen? Wenn nicht, sind Sie in bester Gesellschaft. Eine aktuelle CareerBuilder-Studie hat ergeben: 61 Prozent der Arbeitnehmer in Deutschland sind mit ihrem Gehalt unzufrieden. Wir sagen Ihnen, wie Sie richtig Ihren Wunschverdienst verhandeln.

Sie haben einen tollen Job. Sie sind gut in dem, was Sie tun. Kollegen und Vorgesetzte schätzen und respektieren Sie. Zudem haben Sie klare Vorstellungen von Ihrer Karriere. Trotzdem fühlen Sie sich nicht wirklich erfolgreich. Warum nicht? Der Grund für Ihre negative Selbstwahrnehmung könnte Ihr Gehalt sein. Das jedenfalls gab ein Großteil der Arbeitnehmer an, die von CareerBuilder zu diesem Thema befragt wurden. 61 Prozent der Arbeitnehmer sind laut Umfrage mit ihrem aktuellen Gehalt unzufrieden.

Ein gutes finanzielles Auskommen motiviert am stärksten

Sowohl die Mehrheit der Frauen als auch der Männer verdiene den eigenen Angaben nach zu wenig. Dabei sind Arbeitnehmerinnen noch etwas unzufriedener mit ihrer aktuellen Gehaltssituation als männliche Kollegen. 64 Prozent der Frauen sagen, sie verdienen derzeit nicht ihr Wunschgehalt. Bei den Männern sind es 58 Prozent.

Auf die Frage, was sie in ihrem Job motiviere, antworteten mit 62 Prozent deutlich die meisten Befragten mit „Geld“. In der Lage zu sein, für sich und die eigene Familie zu sorgen, motiviert der Umfrage zufolge 54 Prozent der Arbeitnehmer. Auch wenn das Gehalt häufig als Gradmesser für den beruflichen Erfolg genannt wurde, ist es aber nicht der einzige Motivator für Arbeitnehmer. 39 Prozent beflügelt das Gefühl, im Job etwas bewegen oder verändern zu können. 27 Prozent motiviert es, etwas Sinnvolles zu tun.

Wir fragt man am besten nach einer Gehaltserhöhung

Dass Sie unzufrieden mit Ihrer momentanen Gehaltssituation sind, mag unter Umständen aber auch daran liegen, dass Sie noch nie nach einer besseren Bezahlung gefragt haben. Damit sind Sie nicht allein. „Unsere Studie zeigt, dass fast zwei Drittel der deutschen Arbeitnehmer mit ihrem Gehalt unzufrieden sind, aber nur 49 Prozent von ihnen haben überhaupt nach einer Gehaltserhöhung gefragt“, erklärt Rosemary Haefner, Chief Human Resources Officer bei CareerBuilder Global.

Die Chancen stehen nicht schlecht, dass Sie, wenn Sie es richtig angehen, am Ende auch bekommen, was Sie möchten. Hier sind unsere Tipps, um geschickt und clever bei Ihrem Vorgesetzten eine Gehaltserhöhung zu fordern.

  • Das richtige Timing: Man könnte meinen, das jährliche Mitarbeitergespräch oder die Leistungsbeurteilung sei der richtige Moment, um nach einer Gehaltserhöhung zu fragen. Aber meist sind zu diesem Termin Gehaltsfragen innerhalb des Managements schon entschieden. Deshalb ist es ratsam, dem Chef schon einige Monate vorher zu signalisieren, dass man künftig mehr verdienen möchte. 
  • Die richtige Vorbereitung: Wenn Sie der Meinung sind, Sie verdienen nicht angemessen, sollten Sie in der Lage sein, dies zu begründen. Informieren Sie sich im Internet über die in ihrer Position, Branche und Region üblichen Gehälter.
  • Die richtigen Argumente: Neben fundierten Informationen zu Durchschnittsgehältern, die mit ihrer Position vergleichbar sind, sollten Sie aber auch ganz persönliche Argumente vorbringen können, wenn Sie eine Gehaltserhöhung fordern. Überlegen Sie, warum diese in den Augen Ihres Vorgesetzten gerechtfertigt sein könnte. Welche positiven Auswirkungen hat Ihre Arbeit auf das Unternehmen. Wenn Sie diese quantifizieren können, umso besser.
  • Das richtige Gespräch: Auch wenn der Gedanke an eine Gehaltsverhandlung Ihre Nerven flattern lässt, dieses Gespräch müssen Sie persönlich führen. Vereinbaren Sie den Termin mit genügend Vorlaufzeit und machen Sie deutlich, worum es Ihnen in dem Gespräch geht. So weiß Ihr Vorgesetzter, dass es um Sie und Ihre berufliche Situation geht, kann sich entsprechend vorbereiten und sich ganz auf Ihre Argumentation einlassen. Sollten Sie im Gespräch einen wichtigen Punkt vergessen, können Sie diesen im Nachhinein per Email deutlich machen und gleichzeitig noch einmal ihre zentralen Argument wiederholen.
  • Der richtige Plan B.: Natürlich ist es immer möglich, dass trotz aller umfangreicher Vorbereitung und schlüssiger Argumentation Ihr Chef nicht in der Lage ist, Ihnen eine Gehaltserhöhung zu gewähren. In diesem Fall können Sie aber nach anderen geldwerten Vorteilen fragen, zum Beispiel nach einem zusätzlichen Urlaubstag oder flexibleren Arbeitszeiten.

 


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