08.10.2012 -

Wenn ein Berufseinsteiger heute tatsächlich mal ein Fax verschicken muss, steht er sicher ahnungslos vor dem Gerät und muss jemanden um Hilfe bitten. Meist muss er dann lange suchen, bis jemand wirklich helfen kann, denn ein Fax wird im digitalen Zeitalter immer seltener verschickt.

Die rasante technische Entwicklung hat Alltag und Berufswelt gleichermaßen im Griff. So wie heute in keinem Büro mehr eine Schreibmaschine benutzt wird, kein PC mehr ein Diskettenlaufwerk hat und selbst CDs immer seltener eingesetzt werden, werden uns in den nächsten fünf Jahren weitere Geräte oder Methoden aus dem Büroalltag verlassen.

Das Businessnetzwerk LinkedIn hat in einer weltweiten Umfrage mehr als 7.000 Teilnehmer befragt, welche altbekannten Geräte und Abläufe innerhalb der nächsten fünf Jahre in Büros immer seltener benutzt werden und sogar gänzlich verschwinden. Wir haben uns daraufhin überlegt, welche Trends sich stattdessen ankündigen.

Kassettenrekorder/ Tonbandgerät

Der Großteil der Umfrageteilnehmer ist sich einig, dass Tonbandgeräte in fünf Jahren in keinem Büro mehr vorzufinden sind. Das trifft größtenteils sicher heute schon zu, denn selbst Diktier- und Aufnahmegeräte sind seit geraumer Zeit digital.

Faxgerät

Heute wird eigentlich kaum noch ein Fax verschickt und viele Arbeitnehmer können mit einem Faxgerät auch nicht umgehen. Seit es E-Mail, Scanner und Online-Formulare gibt, ist faxen in vielen Fällen überflüssig und das wird sich so fortsetzen.

Rolodex

Der rotierende Karteikartenhalter war lange Zeit standardmäßig auf jedem Schreibtisch vorzufinden, hat sich aber mittlerweile schon sehr rar gemacht. Mal ehrlich, wer sortiert seine Kontakte heute noch auf Papierkarten? Die meisten Kontakte hat man im E-Mail Programm oder Handy gespeichert und wenn man einen Kontakt sucht, findet man ihn meist auch dort.

Geregelte Arbeitszeiten

Weit mehr als die Hälfte der Umfrageteilnehmer (57 Prozent) sind der Meinung, dass auch geregelte Arbeitszeiten bald der Vergangenheit angehören. Vielen geht es jetzt schon so: Der Arbeitstag beginnt morgens mit Einschalten des Handys, E-Mails treffen ein und werden beantwortet. Dasselbe gilt für den Feierabend, der im traditionellen Sinne häufig schon nicht mehr existiert. Schnell noch ein Telefontermin von zu Hause und wieder E-Mails schreiben – das gehört für viele jetzt schon zum Arbeitsalltag.

Tischtelefon

Viele Arbeitnehmer sind beruflich unterwegs und ohnehin kaum im Büro. Andere sind zwar im Gebäude, aber selten an ihrem Arbeitsplatz. Unter den Umständen wird ohnehin schon viel per Handy telefoniert und nicht vom Telefon am Platz.

Ein anderer Trend, der in deutschen Unternehmen Einzug hält, ist die IP-Telefonie, auch Voice over IP genannt, das Telefonieren über Computernetzwerke mittels des Internet Protokolls (IP). Noch läuft IP-Telefonie über spezielle Telefonendgeräte, doch die können in Zukunft mehr und mehr wegfallen und man telefoniert direkt am PC, wie schon über Skype bekannt.

Desktop-Computer

Mobilität und Flexibilität werden immer wichtiger und gearbeitet wird häufig von vielen Plätzen aus: im Büro am eigenen Arbeitsplatz, in Konferenzzimmern, bei Kundenterminen, zu Hause… Notebook und Tablet-PC sind da nützlichere Arbeitsgeräte als der gute alte Desktop-Computer.

Formelle Businesskleidung

27 Prozent der Umfrageteilnehmer sind auch der Meinung, dass wir uns immer seltener in Businesskleidung wie Anzug mit Schlips oder Kostüm mit Feinstrumpfhose kleiden werden. In vielen Büros ohne Kundenkontakt ist das sicher heute schon Wirklichkeit; es bleibt aber abzuwarten, ob Kundentermine künftig flächendeckend leger in Jeans abgehalten werden. Auf jeden Fall kommt es wie heute schon auf die Branche an.

Ein separates Büro für den Chef

Im englischsprachigen Raum spricht man auch gern vom „Corner Office”, dem geräumigen Eckbüro mit Fenstern zu zwei Seiten. Laut der Umfrage wird es das aber nicht mehr lange geben. In vielen Unternehmen ändert sich das jetzt schon und der Chef sitzt mit seinem Team zusammen um Kontakt und Vertrauen zu den Mitarbeitern zu stärken.

USB Speichersticks

Während große Datenmengen bisher nur per USB-Stick von einem Computer zum nächsten befördert werden konnten, machen Speichermöglichkeiten in der „Cloud“ langsam aber sicher auch den noch gar nicht so alten USB-Stick bald überflüssig. Mit einem Zugang zu Diensten wie z.B. Dropbox kann man sich von jedem beliebigen Computer anmelden und Daten ablegen bzw. abrufen.

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