09.12.2013 -

Wenn man im Winter das Bürofenster öffnet, wird es zwar kurzfristig unangenehm kalt. Doch auch in der kalten Jahreszeit muss regelmäßig frische Luft ins Zimmer. Das hilft nicht nur gegen die Müdigkeit, sondern ist auch wichtig fürs Raumklima. Lesen Sie hier, was dabei zu beachten ist.

Das Wohlbefinden in Räumen hängt nicht nur davon ab, wie viel Sauerstoff bereits verbraucht ist. Beim Ausatmen, Husten und Niesen gibt jeder Mensch neben Kohlendioxid (CO2) auch Feuchtigkeit und Keime ab. Zusätzlich dünsten Möbel, Bauteile und Stoffe chemische Substanzen aus. Alles zusammen reichert sich in der Luft an – man wird müde und die Leistungsfähigkeit sinkt. Die Berufsgenossenschaft für Gesundheitsdienst und Wohlfahrtspflege (BGW) informiert daher, was für ein gesundes Raumklima wichtig ist.

Wohlfühlklima im Büro: 21 bis 22 Grad Celcius

Am Lüften geht also kein Weg vorbei. Wie oft das erforderlich ist, kommt auf die Situation an. In vollen Räumen, zum Beispiel bei Sitzungen, ist die Luft oft schon nach einer halben Stunde verbraucht. Hält man sich dagegen allein oder zu zweit im Büro auf, bleibt sie bei entsprechender Raumgröße länger frisch. Auf jeden Fall sollte man im Büro mindestens dreimal täglich lüften.

„Am besten gleich morgens für drei bis fünf Minuten einmal die Fenster weit öffnen und wenn möglich für Durchzug sorgen“, rät Dr. Johanna Stranzinger, Arbeitsmedizinerin bei der BGW. „Das bringt einen schnellen Luftaustausch, der auch energetisch sinnvoll ist.“ Dauerlüften mit gekippten Fenstern ist im Winter hingegen – am Arbeitsplatz wie zu Hause – nicht zu empfehlen, weil dadurch die warme Heizungsluft über längere Zeit direkt zum Fenster hinausgepustet wird und die Wände unnötig auskühlen.

Als Wohlfühlklima bei sitzender Tätigkeit gelten laut Stranzinger eine Raumtemperatur von 21 bis 22 Grad Celsius und eine relative Luftfeuchtigkeit von rund 40 Prozent.

Für genügend Luftfeuchtigkeit sorgen

Im Winter kann es passieren, dass die Luft im Raum nach dem Lüften sehr trocken wird. Das liegt daran, dass kalte Luft weniger Feuchtigkeit enthält als warme. Wird diese Kaltluft erwärmt, kann sie wieder frische Feuchtigkeit aufnehmen. Dadurch verstärkt sich die Verdunstung auch an der Oberfläche von Schleimhäuten im Mund- und Rachenraum. Die fühlen sich, vor allem wenn viel geredet wird, trockener an.

Bei Bedarf lässt sich die Luftfeuchtigkeit mit einem einfachen, günstigen Hygrometer messen. Wer keine belasteten oder vorgeschädigten Schleimhäute hat und nicht viel reden muss, kommt meist kurz- bis mittelfristig auch mit 30 Prozent relativer Luftfeuchtigkeit zurecht.

Aber nicht zu häufig lüften

„Wenn die Luft zu trocken wird, kann das beispielsweise an zu häufigem Lüften liegen“, erklärt die Arbeitsmedizinerin. „Da hilft meist bewussteres Lüften.“ Bei ausgeprägten Beschwerden können nach Einschätzung der Expertin in Einzelfällen auch technische Geräte eingesetzt werden. Wichtig sei dabei allerdings neben der sorgfältigen Auswahl die regelmäßige Pflege und Wartung, damit die Luftbefeuchter nicht zu Keimschleudern werden. Von Wasserschälchen auf der Fensterbank oder Behältern am Heizkörper hält sie dagegen nicht viel, weil dort nicht genügend Wasser verdunstet.

Was noch gegen Wintermüdigkeit hilft

Unabhängig davon rät die Arbeitsmedizinerin der BGW, auch im Winter auf ausreichendes Trinken und regelmäßige Bewegung zu achten. Das pflegt das Wohlbefinden und beugt Infektionen vor. Und sie empfiehlt, öfter mal die Mittagspause für einen Spaziergang zu nutzen: „So kann man die frische Luft direkt tanken – und mit Glück noch etwas Sonnenschein dazu!“

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