Fehler und Tippfehler sollte jeder erkennen können. Wenn Sie lernen, Korrektur zu lesen, kann Ihnen das die Tür zum neuen Job öffnen. Ein paar Tipps dazu hier.

Eine Stellensuchende bewarb sich kürzlich um eine Sachbearbeiterstelle bei einer Zeitung. Zusätzlich zu ihrem Bewerbungsschreiben sollte sie ein Standardeinstellungsformular ausfüllen. Das Formblatt enthielt Platz, um ihre sonstigen Fähigkeiten aufzuführen, die sie für die Aufgabe mitbringen würde. Ihre Antwort lautete: “Ich bin gut im Korekturlesen.” Ja, ja. Es genügt zu sagen, dass sie für diese Aufgabe nicht ernsthaft in Erwägung gezogen wurde, auch nicht für irgendeine andere Stelle, die irgendetwas mit Schriftlichem zu tun hat.

Nach Joyce Lane Kennedy, Autorin von “Cover Letters for Dummies”, ist der Fehler dieser Bewerberin gar nicht so ungewöhnlich. In ihrem Buch schreibt die Autorin, dass drei Viertel aller Bewerbungsschreiben Tippfehler oder grammatikalische Fehler aufweisen, wodurch der Bewerber von der Kandidatenliste gestrichen wird. Denken Sie darüber nach. Würden Sie jemanden einstellen wollen, der eine Prüfung, bei der man Nachschlagewerke benutzen durfte, nicht bestanden hat?

Tippfehler – Peinlich für Verfasser und Leser

In unserer heutigen Welt der Kommunikation per E-Mail, Instant Messaging oder SMS ist die Fähigkeit, Sätze in einer verständlichen Form aneinanderzureihen, entscheidend. Ganz gleich, ob Sie in der Poststelle oder im Vorstand arbeiten, man muss verstehen können, was Sie sagen. Schriftstücke, die übersät sind mit Tippfehlern, sind peinlich für den Verfasser und für diejenigen, die sie lesen müssen.

David Boeckmann, ehemals in der Geschäftsführung von Procter und Gamble und Gründer von Stellar Interviewing Concepts, schreibt, dass sich viele potenzielle Kandidaten selbst jeder ernsthaften Erwägung bei P&G entzogen haben, indem sie ihre Bewerbung an “Proctor” (anstatt Procter) und Gamble gerichtet haben. Verpassen Sie keine Gelegenheit zu einem Vorstellungsgespräch für einen Job, den Sie wirklich möchten. Schützen Sie sich selbst, indem Sie lernen, Korrektur zu lesen.

Im Folgenden finden Sie einige Empfehlungen von Kommunikationsexperten für das, was Sie beim Korrekturlesen tun oder nicht tun sollten:

  • Halten Sie Unterbrechungen so gering wie möglich, indem Sie das Telefon abstellen, sich vom Computer abwenden und die Tür schließen. Unterbrechungen Ihres Gedankengangs können dazu führen, dass Sie Worte auslassen, schlecht bearbeiten oder Tippfehler übersehen. Einige erfolgreiche Kommunikatoren reduzieren Unterbrechungen auf ein Minimum, indem sie ihr Büro verlassen, wenn sie ihre Arbeit Korrektur lesen möchten.
  • Lesen Sie nicht allein Korrektur. Bitten Sie immer jemanden Ihres Vertrauens, Ihr Schriftstück Korrektur zu lesen, nachdem Sie es selbst geprüft haben. Als Verfasser des Schriftstücks übersehen Sie möglicherweise offensichtliche Fehler, die anderen sofort auffallen.
  • Konzentrieren Sie sich auf jedes einzelne Wort. Nehmen Sie sich Zeit. Stellen Sie sicher, dass jedes einzelne Wort richtig geschrieben ist. Wenn Sie sich unsicher sind, schlagen Sie nach.
  • Denken Sie nicht darüber nach, was das Wort bedeutet. Wenn Sie daran denken, was das Wort bedeutet, sehen Sie, was Sie zu sehen erwarten und nicht, was tatsächlich auf dem Papier steht. Das gilt ganz besonders, wenn Sie durchsehen, was Sie selbst geschrieben haben.
  • Untergliedern Sie längere Textstellen in kleinere Häppchen, um zu vermeiden, dass Sie in automatisches Lesen verfallen.
  • Versuchen Sie nicht, alle Fehler in einem Schritt zu entdecken. Gönnen Sie Ihren Augen nach jedem Korrekturschritt etwas Ruhe. Achten Sie bei jedem Mal, wenn Sie das Schriftstück durchlesen, auf einen anderen Aspekt.
  • Achten Sie auf Wörter, die leicht verwechselt werden können, wie “nein” und “kein”, “das” und “dass” oder “Sie” und “sie”.
  • Achten Sie auf Homonyme. Hierbei handelt es sich um Wörter, die gleich ausgesprochen werden, aber unterschiedlich geschrieben werden oder unterschiedliche Bedeutung haben. Selbst von professionellen Schreibern ist bekannt, dass sie manchmal Homonyme übersehen. Vergewissern Sie sich, dass Sie “ihre” und “Ihre”, “Leuten” und “läuten”, “seit” und “seid”, “Wände” und “Wende” oder “Ware” und “wahre” richtig verwendet haben.
  • Lesen Sie das Schriftstück rückwärts. Rückwärts lesen bringt Sie dazu, sich jedes Wort einzeln und aus dem Zusammenhang eines Satzes herausgelöst anzusehen. Auf diese Weise ist es weniger wahrscheinlich, dass Sie Tippfehler übersehen.
  • Setzen Sie sich nicht unter Druck. Machen Sie, wenn möglich, zwischen Schreiben und Korrekturlesen eine Pause. Eine der beliebtesten Techniken zum Korrekturlesen besteht darin, das Schriftstück über Nacht liegen zu lassen. Diese Methode ist besonders effizient bei denjenigen, die Fehler morgens am ehesten entdecken.
  • Lesen Sie sich das Dokument laut vor. Damit lesen Sie langsamer und es hilft Ihnen, mehr Fehler zu entdecken. Lächerliche Fehler, wie “Aufsichtsrad” statt “Aufsichtsrat”, können Sie teuer zu stehen kommen. Eine Bewerberin gab einmal an, zuvor für die “Olympischen Bettspiele” (statt “Olympischen Wettspiele”) gearbeitet zu haben.
  • Lesen Sie nicht einfach am Bildschirm. Drucken Sie jedes Schriftstück, das Sie verfasst haben, aus. Sie gewinnen dadurch eine andere Perspektive, und Sie sehen dadurch auch eventuelle Fehler bei der Formatierung oder Seitennummerierung.
  • Achten Sie auf einheitliche Formatierung. Prüfen Sie, ob alle Überschriften gleich formatiert sind — fett, unterstrichen usw. und achten Sie bei Aufzählungen auf einheitliche Großschreibung und Satzzeichen.

Die Fähigkeit, Fehler und Tippfehler zu erkennen, ist etwas, was jeder braucht. Wenn Sie also das nächste Mal über Ihre Erfahrungen als Aufsichtsrad, äh, Aufsichtsrat schreiben, vergewissern Sie sich, dass Sie Ihren Text sorgfältig Korrektur lesen. Ihre Karriere könnte davon abhängen.

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