Der Beruf eines Software-Entwicklers kann sehr vielseitig sein. Wir haben es im Gespräch mit einem Senior Developer herausgefunden, der beim größten europäischen Softwarehersteller SAP arbeitet. Wie sein Alltag dort zurzeit aussieht, erzählt er hier.

Wenn es um den Beruf des Software-Entwicklers geht, hielt sich lange Zeit hartnäckig das Bild eines weltfremden Technikfreaks, der den ganzen Tag im stillen Kämmerlein vor sich hintüftelt. Doch die Zeiten haben sich gewandelt und heute sind Software-Entwickler gefragte Spezialisten und die Aufgaben gehen oft über die reine Entwicklung hinaus.

Wie vielseitig dieser Job sein kann, haben wir im Gespräch mit Philipp herausgefunden, der als Senior Developer im Technologiebereich (TIP, Technology and Innovation Platform) beim Softwareriesen SAP in Walldorf arbeitet. Neben der Software-Entwicklung im Team widmet er sich Open-Source Projekten, dem Training anderer Mitarbeiter und war sogar schon als Buchautor tätig.

Von Scrum, Open-Source und SAP-Trainings

Um den komplexen Prozess der Softwareentwicklung effizient zu meistern, verfolgen die Entwicklerteams der SAP einen speziellen Ansatz des Projektmanagements, der den Arbeitsalltag bestimmt. „Seit 2009 arbeiten wir in der Entwicklung in so genannten Scrum-Teams“, sagt SAP-Entwickler Philipp. „Ein Teammitglied erfüllt dabei die Rolle des Product-Owners, der den internen oder externen Kunden repräsentiert, und das gesamte Team ist für die Erfüllung dessen Anforderungen verantwortlich.“ Ein Entwickler-Team hat folglich unterschiedliche Aufgaben, erklärt er: „Das reicht von der Abklärung von Anforderungen über die Neuentwicklung oder Erweiterung der Software, das Durchführen von Tests, dem Schreiben von Dokumentationen bis hin zur Beratung und dem Support des Kunden.“

Damit ist es aber für Philipp nicht getan. Sein Job sieht fast täglich anders aus, denn er wirkt noch in völlig anderen Projekten mit. „Da ich zum Teil auch an Open-Source-Software-Projekten mitarbeite, habe ich zusätzlich Kontakt zu externen Entwicklern, die zum Beispiel für Firmen in den USA arbeiten“, sagt er. „Außerdem bin ich als interner Trainer und Coach tätig und begleite die Teilnehmer auch nach den Trainings noch einige Zeit bei der Umsetzung des Erlernten.“

Ständig entstehen neue Chancen

Wer sich für einen Beruf in der IT interessiert, sollte Interesse an Technik und Computern haben. So begann es auch für den heutigen SAP-Entwickler. „Während meines Studiums stellte ich dann fest, dass mir Informatik-Themen gut liegen und es mir Spaß macht, Software zu entwickeln.“

Bevor er aber als interner Trainer arbeiten konnte, hat er in seinen nunmehr acht Jahren bei der SAP selbst viele Trainings absolviert, um sich weiteres Wissen anzueignen, das ihn für seine aktuellen Aufgaben qualifiziert. „Neben diesen Trainings stand auch immer das Sammeln praktischer Erfahrung während der täglichen Arbeit im Vordergrund“, erinnert er sich.

Wer in einem großen Unternehmen wie der SAP sehr gute Leistungen zeigt, wird zusätzlich gefördert. „Vor einem Jahr hatte ich die Möglichkeit, über ein sogenanntes Fellowship für sechs Monate in einem anderen Team zu arbeiten. Für mich war es eine tolle Gelegenheit, an einem anderen Thema zu arbeiten und meinen Horizont zu erweitern“, berichtet Philipp. Eine weitere prägende Erfahrung war ein Ausflug in die Welt der Publizistik: „Vor drei Jahren habe ich mich an der Entstehung eines Fachbuchs beteiligt, das ich zusammen mit vier weiteren Autoren geschrieben habe.“

Flexible Arbeitszeiten und abwechslungsreiche Aufgaben

Wann der Arbeitstag für den Software-Spezialisten bei der SAP beginnt, entscheidet er den Anforderungen entsprechend. „Typischerweise richtet sich mein morgendlicher Arbeitsbeginn nach Terminen in meinem Kalender“, meint er. „So fange ich manchmal schon um 7 Uhr an, während ich an anderen Tagen auch mal erst um 10 Uhr im Büro bin. Ähnlich unterschiedlich sind die Uhrzeiten, zu denen ich nach Hause gehe.“ Die flexible Einteilung seiner Arbeitszeit nutzt er auch für gelegentliche Home-Office Tage.

Auch die eine oder andere Herausforderung gibt es in seinem Job: „Kunden setzen unterschiedliche Versionen von SAP-Software ein und da steht jeder Entwickler vor der Herausforderung, Fehlerbehebungen und kleinere Anpassungen auch für ältere Versionen zur Verfügung zu stellen“, berichtet Philipp. Die Vielfalt seiner Tätigkeiten gefällt ihm persönlich an seinem Job am besten. „Zum einen habe ich die Möglichkeit, im Team lokal zu arbeiten, zum anderen unterstütze ich die Entwicklung von Open-Source-Software“, sagt er. „Zudem geben mir die Trainings und Coachings, die ich durchführe, die Gelegenheit, viele Kollegen kennenzulernen.“

Und wie geht der berufliche Weg weiter?

Neben einer möglichen Managementkarriere gibt es mehrere mögliche Pfade der Fachkarriere. „Zurzeit sehe ich mich auf dem Weg zum Development Expert“, meint der derzeitige Senior Developer. Die verschiedenen Aufstiegsmöglichkeiten bei der SAP erklärt er so: „Momentan befinde ich mich auf Senior-Joblevel. Von da kann man zum Expert aufsteigen. Neben dem Development Expert gibt es auf dieser Stufe die Jobbezeichnungen Quality Expert, Development Architect und Development Manager.“

 

Bildquelle: SAP