Nach den zahlreichen Datenskandalen der letzten Monaten soll sich der Datenschutz für Arbeitnehmer in Deutschland jetzt bessern. Dazu zählt auch, dass Arbeitgeber künftig nicht mehr in sozialen Netzwerken wie Facebook oder Twitter nach Bewerbern oder Mitarbeitern recherchieren dürfen. Personaler sollen sich auf die Informationen beschränken, die mit der professionellen Seite der Person zu tun haben.

Selbst wenn ein Arbeitgeber zufällig auf Facebook Informationen von oder über den Mitarbeiter sieht, die ihm nicht gefallen, darf das kein Grund für eine Kündigung sein. Dennoch sollte jeder selbst weiterhin auf seinen guten Ruf im Netz achten. Über die Arbeit lästern sollte man ohnehin nur da, wo es niemand mitbekommt. Ein abfälliger Kommentar über den Job auf Facebook wird zwar nicht zur Kündigung führen, aber förderlich ist es sicher nicht für die Karriere, wenn ein Vorgesetzter oder Kollege dann mitliest.

In den USA und in Großbritannien gab es schon zahlreiche Fälle, wo Kommentare auf Facebook die Kündigung nach sich zogen. Auch ein Fall aus der Schweiz hat letztes Jahr die Runde gemacht. Bei einigen Fällen ist es jedoch wirklich fragwürdig, ob die Kündigung gerechtfertigt war.

Hier sind die zehn kuriosesten Beispiele, wie abfällige Kommentare über die Arbeit auf Facebook zu einer Kündigung geführt haben.

1. Im Oktober 2008 wurden 13 Flugbegleiter der britischen Fluglinie Virgin Atlantic entlassen, weil sie die Sicherheitsrichtlinien der Airline kritisiert hatten und die Passagiere „Prolls“ nannten – alles auf Facebook. Nach Angaben von BBC News sagte eine Sprecherin der Fluglinie, dass es keine Rechtfertigung für Angestellte jeder beliebigen Firma dafür gab, über Facebook die Passagiere zu kritisieren, die letztendlich ihr Gehalt bezahlen.“

2. Eine Jugendliche, die in einem Büro in Südengland angestellt war, wurde gefeuert, weil sie Ihren Job als „langweilig“ bezeichnete. Die Daily Mail berichtete, dass Kimberly Swann Kommentare postete wie „Der erste Arbeitstag. So langweilig!!“ und „Alles, was ich tue, ist Papier schreddern, lochen oder scannen!!!“. Swann wurde entlassen, nachdem der Chef die Kommentare entdeckt hatte.

3. Eine Versicherungsangestellte aus Basel wurde entlassen, nachdem sie sich krank gemeldet hatte, sich dann aber über ihr iPhone bei Facebook eingeloggt hatte. Das Schweizer Portal 20 minuten online berichtete, dass die Frau sich mit einer Migräne krank gemeldet hatte, weil das Licht des Computers sie störe und sie in einem dunklen Raum liegen müsse. Eine Woche später wurde ihr mit der Begründung gekündigt „Wer auf Facebook surfen kann, kann auch arbeiten“.

4. Eine Frau aus England namens „Lindsay“ wurde gefeuert, weil sie ihren Chef auf Facebook beleidigt hatte. Sie nannte ihn einen „total perversen W*****r“, hatte aber vergessen, dass sie ihn zuvor bereits als Freund hinzugefügt hatte und er ihre Statusupdates lesen konnte. Er antwortete: „Erstens, bild dir nichts ein. Zweitens, du arbeitest hier schon länger als 5 Monate und hast noch nicht gemerkt, dass ich schwul bin? Drittens, das ‚s****ß Zeug‘ nennt sich dein ‚Job‘.“ Er sagte ihr auch gleich dort, dass sie nicht wieder zur Arbeit kommen brauche, da sie sich noch in der Probezeit befinde.

5. Gloria Gadsden, eine Professorin aus dem US-Bundesstaat Pennsylvania, wurde gefeuert nachdem sie ihr Facebook-Profil aktualisierte mit Dingen wie: “Weiß jemand, wo ich einen sehr diskreten Auftragskiller finden kann? Ja, es war so ein Tag heute.“ Die Universität meinte, sie hätten so vorsichtig reagiert, weil erst kürzlich eine Professorin in Alabama ein Blutbad angerichtet und dabei drei Professoren erschossen hatte.

6. Eine Call-Center Mitarbeiterin von TUI Travel wurde rausgeschmissen, weil sie eine Kollegin auf Facebook als „schleimige Kuh“ bezeichnet hatte. Nach Angaben des Mirror sagte TUI: „Laut unserer Richtlinien ist es Mitarbeitern untersagt, Kommentare zu verbreiten, die als Schikane, Bedrohung oder Diskriminierung gegenüber anderen Mitarbeitern gesehen werden könnten.“ Die 26-jährige Emma Short wurde dann entlassen, weil sie gegen die Internetrichtlinien der Firma verstoßen hatte.

7. Adam Webb, Organisator der Onlinekampagne für den Kandidaten der Liberaldemokraten Colin Eldridge, wurde entlassen, weil er obszöne Kommentare über Religion auf Facebook hinterlassen hatte. Er antwortete auf einen Artikel über den Aufstieg des Kreationismus in der Schulbildung mit dem Kommentar, dass „alle religiösen Leute sich einfach verp****n sollen“. Er fügte noch einen Link zu einem Artikel an, in dem stand, dass manche Leute „sich nicht fortpflanzen sollen“, einschließlich der „widerlichen Frauen mit zu vielen Kindern“.

8. Die Kellnerin Ashley Johnson aus dem US-Bundesstaat North Carolina wurde von Ihrem Job bei einer Pizzeria entlassen, nachdem sie negative Kommentare über zwei ihrer Kunden gepostet hatte. Johnson nannte die Kunden – die ihr fünf Dollar Trinkgeld hinterlassen hatten, nachdem sie drei Stunden an ihrem Tisch gesessen hatten – „billig“. Sie erwähnte zwar nicht die Namen der Kunden, wohl aber den Namen der Pizzeria in ihrem Eintrag. Einige Tage später teilte die Geschäftsleitung ihr mit, dass sie entlassen wird, weil sie die Social-Media-Richtlinien des Restaurants missachtet hätte.

9. Fünf Krankenschwestern aus Kalifornien wurden entlassen, nachdem rauskam, dass sie über Facebook die Krankenfälle von Patienten diskutiert hatten. Die Angelegenheit wurde über mehrere Wochen untersucht, sowohl vom Arbeitgeber der Krankenschwestern, als auch vom kalifornischen Gesundheitsministerium. Sie wurden schließlich gefeuert, weil sie die Datenschutzrichtlinien verletzt hatten.

10. Die Pflegehelferin Simone Cox aus England wurde entlassen, weil sie Beleidungen über die älteren Heimbewohner auf Facebook gepostet hatte. Die Inhaberin des Pflegeheims sagte, dass die Kommentare über die Bewohner, von denen viele unter Demenz leiden, sie „geschockt und erschüttert“ haben.

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