25.08.2009 -

Arbeitgeber muss zuvor nach anderer „Verwendung für Mitarbeiter suchen – Wenn ein Arbeitnehmer aus gesundheitlichen Gründen seinen Job nicht mehr ausüben kann, muss der Arbeitgeber prüfen, ob er den Mitarbeiter anderweitig einsetzen kann, bevor er eine Kündigung ausspricht. Das entschied das Landesarbeitsgericht Rheinland-Pfalz in einem Urteil vom 03.August 2009 (Az: 10 Sa 495/08).

In dem vorliegenden Fall war eine Mitarbeiterin über mehrere Monate hinweg zuhause geblieben. Der Grund: Sie hatte schwere Rücken- und Knieschmerzen. Da sie wohl auch in der nächsten Zeit, aus Sicht ihres Arbeitgebers, nicht arbeiten könne, zog dieser die Konsequenzen und kündigte ihr. Wenn es ihr wieder besser ginge, könne sie gerne in das Unternehmen zurückkehren. Die Mitarbeiterin zog daraufhin vor Gericht.

Das Landesarbeitsgericht Rheinland-Pfalz entschied zu Gunsten der Klägerin. Das Unternehmen habe zu voreilig gehandelt, wenn es die Klägerin – ohne zuvor eine andere Einsatzmöglichkeit zu prüfen – entlasse. Aus Sicht des Gerichts sei es nicht nachvollziehbar gewesen, dass eine andere Einsatzmöglichkeit nicht gegeben war. Dies hätte das Unternehmen auch vor der Kündigung prüfen müssen. Da dies nicht der Fall war, war die Kündigung in diesem Fall unzulässig.