26.06.2012 -

Ein Sturz in der Kantine des Arbeitgebers ist kein Arbeitsunfall. Die Nahrungsaufnahme ist grundsätzlich eine dem privaten Lebensbereich zugeordnete Tätigkeit und deswegen nicht unfallversichert. So entschied das Sozialgericht Heilbronn in seinem Urteil vom 26.03.2012 (Az: S 5 U 1444/11).

In dem aktuellen Fall rutschte ein Arbeitnehmer in der nur für Mitarbeiter zugänglichen Werkskantine beim Mittagessen in einer Pfütze verschütteter Salatsoße aus, stürzte auf den linken Ellbogen und brach sich dabei den Arm.

Die Berufsgenossenschaft lehnte die Anerkennung des Sturzes als Arbeitsunfall ab. Die Einnahme von Mahlzeiten sei dem privaten Lebensbereich zuzuordnen und unabhängig von der versicherten Tätigkeit erforderlich. Der Versicherungsschutz ende mit Durchschreiten der Kantinentür. Ein Mitarbeiter werde nicht gezwungen, in der Kantine zu essen. Außerdem sei ein durch Salatsoße verschmutzter Fußboden keine betriebsspezifische Gefahrenquelle, sondern könne auch in jedem anderen Selbstbedienungsrestaurant vorkommen. Der Verletzte reichte daraufhin gegen die Berufsgenossenschaft Klage ein.

Das Sozialgericht schloss sich der Argumentation der Berufsgenossenschaft an und wies die Klage ab. Essen und Trinken sei unabhängig von der beruflichen Tätigkeit erforderlich und deshalb reine Privatsache. Der Sturz hätte auch in jedem anderen Lokal passieren können. Es lagen auch keine außergewöhnlichen Umstände vor, weshalb der Mitarbeiter gezwungen gewesen wäre, hastig in der Kantine zu essen. Anders stelle sich die Rechtslage zum Beispiel bei einem Geschäftsessen dar.

Dem Kläger kann jedoch vor dem Zivilgericht versuchen, Schadensersatzansprüche wie Schmerzensgeld gegen die Werkskantine geltend zu machen.