Eine Stellenausschreibung für „junge“ Bewerber verstößt gegen das Verbot der Altersdiskriminierung. So entschied das Bundesarbeitsgericht in einem Urteil vom 19.08.2010 (AZ 8 AZR 530/09).

Ein Unternehmer suchte zur Besetzung einer Stelle in der Rechtsabteilung einen „jungen, engagierten Volljuristen/Volljuristin. Daraufhin bewarb sich ein dem Anforderungsprofil entsprechender 49-jähriger Volljurist. Dieser erhielt, ohne zu einem Vorstellungsgespräch eingeladen worden zu sein, eine Absage. Die Stelle wurde von einer 33-jährigen Juristin besetzt. Der 49-jährige sah in der Absage eine Benachteiligung aufgrund seines Alters und klagte deswegen 25.000 € Entschädigung und Schadensersatz in Höhe eines Jahresgehalts ein.

Die Richter verurteilten das Unternehmen zur Zahlung einer von ihnen für angemessen erachteten Entschädigung in Höhe eines Monatsgehalts, da die Stellenausschreibung unzulässig war und das Gericht deswegen vermuten durfte, dass der Bewerber wegen seines Alters nicht eingestellt wurde. Um zusätzlich in den Genuss der Schadensersatzzahlung zu kommen hätte der Bewerber beweisen müssen, dass er bei einer diskriminierungsfreien Auswahl eingestellt worden wäre. Da ihm dies jedoch nicht gelang, musste er sich mit einem Monatsgehalt zufrieden geben.