24.07.2012 -

Karriereexperten und Personalentscheider sind sich einig, dass eine individuell auf jeden Job angepasste Bewerbung unerlässlich für eine erfolgreiche Jobsuche ist. Dafür ist es natürlich wichtig, relevante Informationen zu Werdegang und Fähigkeiten zu betonen und vor allem die Dinge hervorzuheben, die den Personalmanager beeindrucken sollen.

Allerdings sollte man bei diesen Informationen nie zu persönlich werden oder übertreiben. Manche Bewerber tun aber genau dies, um Aufmerksamkeit zu erzeugen. Unsere Kollegen von CareerBuilder.com haben kürzlich eine Umfrage unter Personalmanagern in den USA durchgeführt und so von einigen ungewöhnlichen Bewerbungen erfahren.

Die folgenden Aussagen wurden tatsächlich in einigen Lebensläufen und Anschreiben gemacht:

  • Der Bewerber nannte sich selbst ein Genie und lud den Personalmanager für das Vorstellungsgespräch zu sich nach Hause ein.
  • Ein Kandidat erzählte in seinem Anschreiben von seiner kriminellen Familie.
  • Ein Stellensuchender, der sich auf eine Managementposition bewarb, gab als besondere Fähigkeit „Alligatoren jagen“ an.
  • Ein Jobsuchender bewarb sich auf eine Stelle in der Antarktis und gab unter Sprachkenntnissen an, „Antarktisch“ zu beherrschen.
  • Eine Bewerberin hatte ihren Lebenslauf mit rosa Hasen dekoriert.
  • Als sein Karriereziel gab ein Bewerber an, er wolle „Kohle machen”.
  • Das Anschreiben eines Jobsuchenden enthielt die Abkürzung „LOL” („laughing out loud“, üblich in Chats).
  • Ein Kandidat, der sich für einen Job in der Buchhaltung bewarb, gab an, dass er sehr „deetailorientiert” arbeite und schrieb dazu noch den Namen des Unternehmens falsch.
  • Ein Bewerber hatte ein Bild hinzugefügt, auf dem er entspannt in einer Hängematte lag und in der Überschrift stand „Hi, ich bin ____ und ich suche einen Job.“
  • Ein Kandidat nannte „Phishing“ als eines seiner Hobbys.
  • Eine Bewerberin erklärte, dass ihr Lebenslauf passend geschrieben sei, um zur Titelmelodie der Serie „The Brady Bunch“ gesungen zu werden.

Weitere Fehler, die Sie vermeiden sollten: Laut der Umfrage würden Personalentscheider automatisch Bewerbungen ausschließen, wenn sie Schreibfehler enthielten, viel Text aus der Stellenanzeige abgeschrieben und eine unprofessionelle E-Mail-Adresse angegeben ist.

Kreativität kann auch funktionieren

Während manche Jobsuchende es mit der Kreativität eindeutig übertreiben, kann ein wenig Originalität auch funktionieren, wenn sie richtig platziert ist. Wichtig dabei: Die Kreativität im Lebenslauf muss zum Job und dem Unternehmen passen, wo man sich bewirbt. Angesichts der Konkurrenz auf dem Jobmarkt müssen Jobsuchende viel tun, um dem Personalentscheider positiv aufzufallen. „Wir sehen immer mehr neue und interessante Bewerbungen mit Infografiken, QR-Codes und visuell aufbereiteten Lebensläufen“, sagt Rosemary Haefner, Personalleiterin bei CareerBuilder.

Folgende Beispiele kreativer Bewerbungen haben funktioniert, hinterließen einen positiven Eindruck und die entsprechenden Kandidaten wurden eingestellt:

  • Ein Bewerber schickte seinen Lebenslauf als übergroßen Rubik’s Cube, an dem man die Felder verschieben musste um den Lebenslauf lesen zu können. Den Job hatte er sicher.
  • Eine Bewerberin, die aus der Elternzeit zurück in den Job wollte, listete all ihre Fähigkeiten in den folgenden Bereichen auf: Krankenschwester, Haushälterin, Köchin, Lehrerin, Kampfschiedsrichterin, Taxifahrerin, Sekretärin, Schneiderin, persönliche Einkaufsberaterin und Therapeutin. Sie wurde eingestellt.
  • Eine Stellensuchende bastelte eine Marketingbroschüre, in der sie sich selbst als beste Kandidatin für den Job promotete und wurde eingestellt.
  • Ein Bewerber listete auf, was er in jedem Job, den er bisher hatte, erreicht und gelernt hat. Er nannte Beispiele, wo er besonders erfolgreich war und Situationen, in denen er besser hätte handeln können. Auch er wurde eingestellt.
  • Ein Kandidat bewarb sich als Restaurantmanager und schickte seine Bewerbung in Form einer Speisekarte ein. Er bekam den Job.

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