Die meisten Deutschen sind im Großen und Ganzen zufrieden mit ihren Jobs. Dennoch hegen 46 Prozent die Absicht, sich in diesem Jahr nach einem neuen Arbeitgeber umzuschauen. Das wirft die Frage auf, welche Faktoren denn wirklich ausschlaggebend sind, um motiviert und mit Freude zur Arbeit zu gehen. Haben Sie sich selbst diese Frage schon einmal gestellt?

 

Ob wir zufrieden sind, entscheiden wir selbst

Dr. Ilona Bürgel, Diplom-Psychologin und Expertin für den Wirtschaftsfaktor Wohlbefinden, ist davon überzeugt, dass es in erster Linie von uns selbst abhängt, ob wir Arbeitslust oder Arbeitsfrust empfinden. „Das können wir keinem fordernden Chef oder nörgelndem Kunden in die Schuhe schieben. So, wie wir früh aus dem Haus gehen, so wird der Tag“, sagt die Autorin. Scheint innerlich die Sonne, wuppen wir alles mit links. Sind wir hingegen gestresst und schlecht gelaunt, bekommen wir einen Tunnelblick und sehen nur noch Probleme, keine Lösungen. „Es ist wie eine Brille, die wir früh aufsetzen und mit der wir selektieren, ob wir es uns leichter oder schwerer machen.“

Unzufriedenheit nicht zur Gewohnheit werden lassen

Trotzdem sollte man ihrer Meinung nach negative Empfindungen in Bezug auf die Arbeit nicht einfach ignorieren, denn sie signalisieren, dass etwas nicht Ordnung ist. Wer seine latente Unzufriedenheit zur Gewohnheit werden lässt, statt ihr auf den Grund zu gehen, wird wahrscheinlich auch im nächsten Job nicht glücklicher werden. Bevor Sie also von Job zu Job wechseln auf der Suche nach Zufriedenheit, machen Sie doch erst einmal eine Liste mit den Dingen, die Ihnen im Job wirklich wichtig sind.

Für viele wichtig: Wertschätzung durch den Vorgesetzten

Eine aktuelle Befragung der ManpowerGroup Deutschland hat zum Beispiel ergeben, dass für die Jobzufriedenheit von über 90 Prozent der Befragten die Wertschätzung und ehrliches Feedback vom direkten Vorgesetzten wichtig bis sehr wichtig sind. Auch das Übertragen von mehr Verantwortung sowie neue fachliche Herausforderungen motivieren die Arbeitnehmer. Die Studie machte auch deutlich, dass die Hauptmotivation für einen Jobwechsel eine Position mit besserer Bezahlung ist. Fehlende Anerkennung, ein schlechtes Arbeitsklima und Tätigkeiten, die keinen Spaß bereiten, sind weitere Kündigungsgründe.

Frauen wollen Work-Life-Balance, Männer Karriere machen

Das sind im Grunde keine neuen Erkenntnisse. Bereits ältere Studien haben gezeigt, dass den meisten Arbeitnehmern neben dem Gehalt und dem Verhalten der Vorgesetzten vor allem eine positive Arbeitsatmosphäre wichtig ist. Frauen legen darüber hinaus mehr Wert auf die Vereinbarkeit von Beruf und Familie und eine sinnstiftende Tätigkeit, Männer hingegen eher auf gute Aufstiegschancen.

CareerBuilder-Umfrage: Was ist für Sie das Wichtigste im Job?

Jetzt möchten wir von Ihnen wissen, was für Sie das Wichtigste in Ihrem Job ist. Macht Geld am Ende doch glücklich und eine gute Bezahlung steht für Sie ganz oben auf der Prioritätenliste? Oder fallen in Ihrem Beruf bestimmte Tätigkeiten an, die Sie lieben? Vielleicht arbeiten Sie ja auch mit den besten Kollegen der Welt zusammen, reisen beruflich durch die Welt oder können mittags in einer Kantine essen, die jedes Sterne-Restaurant in den Schatten stellt. Gründe, um sich über die Arbeit, den Chef oder die Kollegen zu beschweren, gibt es sicherlich genug. Aber es gibt mindestens ebenso viele, die uns im Job Zufriedenheit geben. Sagen Sie uns, welcher für Sie am wichtigsten ist.

 


Quellen: https://www.manpowergroup.de/fileadmin/manpowergroup.de/170518_Studie_Jobzufriedenheit_2017.pdf

www.ilonabuergel.de , „Die Kunst, die Arbeit zu genießen: Erfolg und Lebensfreude im Job“, Ilona Bürgel, Kreuz Verlag

http://www.sueddeutsche.de/karriere/studie-zu-zufriedenheit-im-job-ein-bisschen-auf-dem-sprung-1.2326518

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