15.10.2012 -

Wird Ihnen regelmäßig die Schuld für Fehler in die Schuhe geschoben, die Sie gar nicht begangen haben? Das Lob für Ihre Arbeit heimsen immer andere ein und Sie müssen ständig Kritik vom Chef einstecken? Wenn Sie auf diese Art und Weise am Arbeitsplatz schikaniert werden, sind Sie nicht allein.

Eine neue Umfrage von CareerBuilder.de hat ergeben, dass zum gegenwärtigen Zeitpunkt mehr als drei von zehn Arbeitnehmern am Arbeitsplatz schikaniert werden. Über die Hälfte (52 Prozent) der Umfrageteilnehmer gaben dabei an, das Mobbing ginge klar von ihrem Chef aus.

Arbeitnehmer fühlen sich von Chefs, Kollegen und Kunden schikaniert

Die zwei häufigsten Arten der Schikane sind nach Angaben der Arbeitnehmer die falsche Schuldzuweisung für Fehler, für die sie nicht verantwortlich sind (53 Prozent), und üble Nachrede (45 Prozent). Häufige Methoden der Schikanierer sind außerdem das Einstreichen von Anerkennung für von anderen erbrachte Leistung (34 Prozent) und ständige Kritik (28 Prozent).

Sechs von zehn Mobbingopfern meldeten derartige Vorfälle nicht an die Personalabteilung und diejenigen, die schikaniert wurden, verwiesen meist auf Vorfälle mit ihren Chefs (52 Prozent) oder Kollegen (51 Prozent). Beinahe sechs von zehn Arbeitnehmer gaben an, sie seien von jemandem, der älter als sie selbst war, gemobbt worden. Dabei handelte es sich nicht notwendigerweise um einen Kollegen, da bei elf Prozent der Opfer die Schikane von Kunden ausging.

Auf eine Konfliktlösung hinarbeiten

„Wie Mitarbeiter Mobbing definieren, kann stark variieren, aber sie ist häufig mit Mustern ungerechter Behandlung verknüpft“, erklärt Rosemary Haefner, internationale Personalleiterin bei CareerBuilder. „Mobbing am Arbeitsplatz kann bedeutende Auswirkungen sowohl auf die Leistung einzelner Mitarbeiter als auch auf die Gesamtleistung des Unternehmens haben. Es ist wichtig, konkrete Vorfälle zu benennen und auf eine Lösung des Konflikts hinzuarbeiten.“

Sechzig Prozent der Opfer gaben an, den Schikanierer selbst konfrontiert zu haben, wobei die Ergebnisse dieser Konfrontation variierten: 13 Prozent erklärten, die Situation habe sich danach verschlimmert, und weitere 37 Prozent, die sich schikaniert fühlten, meldeten dies ihrer Personalabteilung. Von denjenigen, die Mobbingvorfälle gemeldet hatten, sagten 14 Prozent, dass danach etwas unternommen wurde, während bei 23 Prozent nichts geschah.

Falls Sie sich an Ihrem Arbeitsplatz gemobbt fühlen, empfiehlt CareerBuilder Folgendes:

  1. Halten Sie sämtliche Vorfälle fest. Notieren Sie Ort und Zeitpunkt sowie das Vorgefallene und wer anwesend war.
  2. Erwägen Sie, den Schikanierer zur Rede zu stellen, und geben Sie dabei Beispiele, die zeigen, wodurch Sie sich ungerecht behandelt fühlten. Es besteht die Möglichkeit, dass die entsprechende Person sich der Auswirkungen ihres Verhaltens auf Sie nicht bewusst ist.
  3. Behalten Sie stets die Konfliktlösung im Auge. Wenn Sie dem Schikanierer oder einem Verantwortlichen des Unternehmens Beispiele geben, konzentrieren Sie das Gespräch darauf, wie die Situation verbessert oder die Dinge anders gehandhabt werden könnten.

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