18.04.2012 -

Laut einer aktuellen Studie haben Frauen im Berufsleben große Ziele, jedoch begleitet von der Befürchtung, diese nicht erreichen zu können. Mit dieser Einstellung zum Karrierestart stehen sie sich allerdings häufig selbst im Weg.

Die bundesweite Umfrage„Karriere, Familie & Co.“ der AoN – AGENTUR ohne NAMEN GmbH und der Studentenorganisation MTP – Marketing zwischen Theorie und Praxis e.V. bringt die Ambitionen von Studentinnen und jungen Berufseinsteigerinnen hervor: 35 Prozent streben eine Management-Laufbahn an, 22 Prozent wünschen sich eine Teamleitungsfunktion. Damit sind Frauen karriereorientierter als Männer, die nur mit 34 Prozent bzw. 17 Prozent eine Management- oder Teamleitungsfunktion als Karriereziel definiert haben. Dennoch befürchten knapp 50 Prozent der jungen Frauen Benachteiligungen im Job. Sie glauben, Erziehungszeit und Babypause seien auch in Zukunft noch Karrierekiller.

Karrierestart mit angezogener Handbremse

„Die Umfrage zeigt deutlich, dass Frauen Karriereambitionen haben – sogar stärker ausgeprägt als Männer – sie aber aufgrund manifestierter Glaubenssätze mit angezogener Handbremse in den Job einsteigen“, kommentiert Melanie Vogel, Geschäftsführerin der AoN und Initiatorin der women&work das Ergebnis. „Glauben Frauen schon beim Berufseinstieg, später im Job benachteiligt zu sein, wird vermutlich auch genau das eintreten. Frauen erliegen der sich selbst erfüllenden Prophezeiung.“

Dabei ist es laut Karriere-Expertin Vogel gerade für Frauen extrem wichtig, sich der eigenen Chancen und Perspektiven auf dem Arbeitsmarkt bewusst zu sein, den beruflichen Werdegang strategisch zu planen und zielsicher zu verfolgen. „Wer nichts fordert, bekommt auch nichts. Und wer sich von Beginn an chancenlos sieht, wird auch mit deutlich weniger Selbstbewusstsein in Bewerbungsgesprächen oder Gehaltsverhandlungen agieren – und dann zwangsläufig weniger überzeugen.”

Manifestierte Glaubenssätze in positive Erlaubnissätze umformulieren

Dass Glaubenssätze eine sehr starke Wirkung entfalten können, weiß auch Claudia Kimich, Verhandlungsexpertin und Autorin des Buches „Um Geld verhandeln“. „Glaubenssätze sind Meinungen und Überzeugungen, die wir gelernt oder von anderen Menschen übernommen haben. Doch nicht immer werden „alte“ gelernte Verhaltensweisen durch neue ersetzt. Gerade die unbewusst immer noch vorhandenen Glaubenssätze schaden.”

Typische Glaubenssätze, denen Frauen erliegen, sind zum Beispiel „Karriere oder Familie – ich muss mich entscheiden, beides geht nicht“ oder: „Eine berufstätige Mutter ist keine gute Mutter.“ Die Expertin rät Frauen, die persönlichen Glaubenssätze zum Thema „Karriere und Erfolg” zu identifizieren und sie durch positive Erlaubnissätze zu ersetzen. Beispiel: „Ich kann Karriere machen und eine Familie haben” oder: „Ich kann berufstätig und trotzdem eine gute Mutter sein.”

„Die gute Nachricht ist”, so Kimich, „was gelernt wurde, kann auch wieder verlernt werden. Grundsätzlich gilt es, sich aus der eigenen Komfortzone zu trauen, mutig und neugierig zu sein und die Glaubenssätze zu erkennen, zu überprüfen und in einen Erlaubnissatz umzuformulieren, die Frauen bei der eigenen Berufs- und Karriereplanung behindern.”


Veranstaltungshinweis
Unter der Schirmherrschaft von Bundesarbeitsministerin von der Leyen geht die women&work, Deutschlands größter Messe-Kongress für Frauen, am 5. Mai in die zweite Runde. 85 Top-Unternehmen, mehr als 40 Karriereberater, Netzwerke und Initiativen sowie ein hochkarätig besetztes Kongress-Programm – u.a. mit Prof. Dr. Rita Süssmuth, Bundestagspräsidentin a.D. – locken ambitionierte Frauen aus dem gesamten Bundesgebiet nach Bonn. Die Teilnahme am Messe-Kongress ist kostenfrei. 

Bildquelle: © damato-fotografie.de – Fotolia.com