25.08.2014 -

Eine aktuelle wissenschaftliche Studie untersucht, wie der Körper im Urlaub auf Jobstress reagiert. Das Ergebnis: Ein einziger Telefonanruf oder eine E-Mail aus dem Büro verursacht unter anderem mehr Stress als ein waghalsiger Bungee-Sprung.

Im wohlverdienten Urlaub vom Chef oder Kollegen gestört zu werden – seit dem Einzug von Smartphone und Co. ist das keine Seltenheit mehr. In Deutschland sind es ganze 62 Prozent, die im Urlaub schon einmal arbeitsbedingt kontaktiert wurden, meist per Telefon – und zwar auf der privaten Nummer.

Die Studie von Spontanreisen-Anbieter lastminute.de ist eine Kombination aus einer wissenschaftlichen Untersuchung im Labor und einer repräsentativen Umfrage mit 6.500 Europäern, 1.000 davon in Deutschland. In Zusammenarbeit mit dem führenden Neuropsychologen Dr. David Lewis wurde erstmals im Labor nachgewiesen, wie der Körper auf Stress reagiert – ausgelöst durch Telefonanrufe, E-Mails oder Textnachrichten vom Arbeitsplatz – während er sich eigentlich im wohlverdienten Urlaub erholen sollte.

Die meisten Anrufe sind vermeidbar

Längst nicht nur der Chef stört die Mitarbeiter – es sind vor allem die Kollegen die kurzerhand anrufen, ferner auch Geschäftspartner und Kunden. So kommt durchschnittlich über eine Stunde zusammen, die Deutsche während eines einwöchigen Urlaubs für die Arbeit opfern.

Für über die Hälfte der Befragten war es dabei unerheblich, mit welchen Fragen sie gestört wurden. Themen wie Büroklatsch, die Bewässerung der Büropflanzen oder die Frage, wie man die Glühbirnen wechselt sind für manche schon Grund genug für eine Kontaktaufnahme im Urlaub. Weitere Themen waren der Status eines Projekts, belanglose Neuigkeiten vom Arbeitsplatz oder ein nichtauffindbares Dokument. Einige wurden tatsächlich gebeten, früher aus dem Urlaub zurückzukommen oder direkt vom Pool aus an etwas zu arbeiten.

„Auch wenn man im Urlaub auf sein Smartphone vielleicht nicht ganz verzichtet, erholen möchten wir uns natürlich alle in unserer wohlverdienten Auszeit. Allzu gern wird unsere ständige Erreichbarkeit aber von Vorgesetzten und Kollegen durch einen oftmals vermeidbaren Anruf unbedacht und leichtfertig ausgenutzt – und Ruhe und Erholung einfach gestört“, sagt Jörg Burtscheidt, Geschäftsführer von lastminute.de.

Arbeitsstörung im Urlaub stressiger als im Stau stecken

Die von Psychologen durchgeführte lastminute.de-Studie brachte außerdem ans Licht: Ein Telefonanruf, ein E-Mail oder eine Textnachricht von Kollegen während des Urlaubs setzt den Körper tatsächlich einem weit höheren Stressniveau aus, als im Stau zu stecken oder eine Autopanne zu haben. Auch der Streit mit dem Partner oder ein Bungee-Sprung stresst die Versuchspersonen nicht so sehr wie die Kontaktaufnahme durch Kollegen im Urlaub. Lediglich die Vorstellung von verloren gegangenem Gepäck, die von allen im Labor gemessenen Szenarios den höchsten Stresslevel auslöste, toppte den Geschäftsanruf am Pool.

„Obwohl es sich um einen Zustand handelt, mit dem sich jeder von uns schon häufig auseinandersetzen musste, ist es umso erstaunlicher, wie sehr uns beispielsweise eine kurze Textnachricht des Vorgesetzten im Urlaub aus dem Gleichgewicht bringen kann. Für den Absender scheinbar keine große Sache, können die Folgen aus Sicht des Empfängers tatsächlich dramatisch wahrgenommen werden“, erklärt Dr. David Lewis, Versuchsleiter der lastminute.de Labor-Studie.

So ein Telefonanruf bedeutet für viele keine kurze Störung: Laut der Studie benötigt der Großteil der Deutschen bis zu einer Stunde, um wieder in Urlaubsstimmung zu kommen (38 Prozent).

Geschäftsanrufe meist am späten Vormittag und nachmittags

Wer nun weder seinen Beruf wechseln, noch den Laptop kurzerhand im Pool versenken möchte, für den gibt es eine spontane Last Minute Methode, seinen Urlaub in vollen Zügen zu genießen. Smartphone und Co. jeweils Vormittag und Nachmittag im Hotelzimmers aufbewahren: denn 39 Prozent der befragten Deutschen wurden am späten Morgen kontaktiert, 27 Prozent hingegen nachmittags aus der Erholung gerissen.

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