18.06.2013 -

Stress statt Erholung? Falsch geplant kann der Sommerurlaub zur Enttäuschung werden. Wer hingegen ein bisschen vorausschauend in die Ferien geht, kommt dafür umso erholter zurück. Hier unsere Tipps…

Endlich Sommerurlaub, endlich Erholung! Doch anstatt entspannt in die Sommerfrische zu starten, schleppen sich viele Arbeitnehmer mit letzter Kraft zum Urlaubsort. Denn die To-Do-Liste am Tag vor dem Urlaub ist meist rekordverdächtig und bis zur letzten Minute wird gearbeitet, organisiert, geräumt und gepackt. Und auch nach dem Urlaub hält der Erholungsfaktor nicht selten nur bis zur Mittagspause. Dann haben uns Stress und Hektik wieder fest im Griff.

Statt der gewünschten Erholung birgt der Urlaub häufig zusätzliches Stresspotenzial. Zum einen weil wir nicht richtig planen und uns zu viel vornehmen. Zum anderen aber auch weil wir zu hohe Erwartungen an die Auszeit haben und falsche Entspannungsstrategien anwenden. Wer hingegen ein bisschen vorausschauend in die Ferien geht, kommt dafür umso erholter zurück.

Keine Termine am letzten Arbeitstag

Um den Stresspegel vor dem Urlaub spürbar zu senken, verreisen Sie einfach offiziell schon heute statt morgen. Für alle Kunden und Kollegen, mit denen Sie nicht direkt zusammenarbeiten, beginnt Ihr Urlaub laut Abwesenheitsassistent eben einen Tag früher, als es tatsächlich der Fall ist. Sie werden sehen, Ihr letzter Arbeitstag wird spürbar entspannter ohne Last-Minute-Panikanrufe. Vereinbaren Sie für Ihren letzten Arbeitstag vor dem Urlaub auch keine Termine und Meetings mehr – auch nicht privat. Die kosten meistens mehr Zeit, als man dafür einplant. Erledigen Sie lieber alles Wichtige und Dringende auf Ihrem Schreibtisch und übergeben Sie laufende Projekte an die Kollegen.

Eine gute Übergabe ist die halbe Erholung

Je besser Sie die Kollegen in Ihre Projekte einarbeiten, desto länger hält die Entspannung auch nach dem Urlaub an. Denn dann steht nicht zu befürchten, dass Sie bei Ihrer Rückkehr ein absolutes Chaos vorfinden. Statt also in letzter Sekunde eine rudimentäre Übergabe-Mail zu schicken, nehmen Sie sich im Idealfall zwei bis drei Tage vor Urlaubsbeginn genügend Zeit für eine persönliche Übergabe. Sollten danach noch Fragen auftreten, werden die Kollegen froh sein, wenn Sie noch nicht am Strand liegen. Auch Chaos im E-Mail-Postfach lässt sich vermeiden, wenn Sie einen Kollegen bitten, einmal am Tag „aufzuräumen“. Versäumen Sie aber nicht, möglichst genau zu definieren, welche Mails beantwortet, gelöscht oder in passende Ordner abgelegt werden sollen.

Harmonischer Übergang von Anspannung auf Entspannung

Bei Menschen, die beruflich stark ein- und angespannt sind, macht die Gesundheit am ersten Urlaubstag oft schlapp. Sie klagen über Kopf- und Gliederschmerzen, grippale Infekte oder Magen-/Darmprobleme. Experten sind der Meinung, dass der extreme Wechsel von zu viel Stress auf zu viel Ruhe den Körper zusätzlich belastet. Besser ist ein harmonischer Übergang von Anspannung auf Entspannung. Wer mit Gewalt versucht, schon am ersten Urlaubstag tiefenentspannt zu sein, setzt sich nur unnötig unter Druck. Besser ist es, am letzten Tag vor dem Urlaub schon mal einen Gang herunterzuschalten und die ersten Tage im Urlaub aktiver zu gestalten – mit Wanderungen, Besichtigungen oder anderen Aktivitäten. Der Körper braucht sozusagen einen Cooldown, bevor er für die maximale Entspannung am Strand oder Pool bereit ist. Generell geht man davon aus, dass sich der Körper erst nach zehn Tagen von Alltag auf Erholung umstellen kann. Ideal ist es also nach Möglichkeit länger zu verreisen. Gerade bei Fernreisen ist das sinnvoll, da unterschiedliche Zeit- und Klimazonen den Körper zusätzlich belasten.

Durch Ausgleich die Balance finden

Im Urlaub ist es wichtig Ausgleich zum Alltag zu schaffen, um Stress abzubauen: Wenn Sie im Job den ganzen Tag sitzen, sollten Sie sich im Urlaub bewegen, um zu entspannen. Wenn Sie zum Beispiel überwiegend am Computer oder an Maschinen arbeiten, genießen Sie im Urlaub vor allem die Natur und knüpfen Sie neue Kontakte. Haben Sie hingegen in Ihrem Job viel mit anderen Menschen zu tun, sollten Sie im Urlaub auf Ruhe setzen und dafür sorgen, dass Sie nicht zu viel Trubel um sich haben. Das ist manchmal leichter gesagt als getan, besonders wenn man mit der Familie verreist und jeder seine eigenen Vorstellungen von der perfekten Sommerfrische hat. Um unnötigen Frust während der kostbaren Urlaubstage zu vermeiden, sollten die unterschiedlichen Erwartungen an den gemeinsamen Urlaub schon vorher besprochen und in Einklang gebracht werden.

Urlaubskiller Smartphone

Ein wahrer Entspannungskiller im Urlaub ist das notorische Überprüfen der E-Mails und der Mailbox auf dem Smartphone und anderen Gerätschaften. Nicht nur Ihre Erholung bleibt so auf der Strecke, auch Ihren Mitreisenden bescheren Sie damit Reisefrust statt Reiselust. Konflikte sind vorprogrammiert. Wenn Sie Ihr Handy schon nicht zu Hause lassen können, dann vereinbaren Sie mit Ihren Kunden und Kollegen bestimmte Zeiten, zu denen Sie erreichbar sind – aber bitte nicht länger als eine Stunde am Tag. Noch besser ist es, sich darauf zu einigen, einmal täglich die Mailbox abzurufen.

So bleiben Sie auch nach dem Urlaub erholt

Ist der Urlaub vorbei, werden Sie froh sein, wenn Sie auch Ihre Rückreise vorausschauend geplant haben. Wer erst am Sonntagabend zu Hause ankommt, wird am Montagmorgen spätestens um 10.30 Uhr am Arbeitsplatz nicht mehr viel von Erholung spüren. Geschickter ist es mit einer kurzen Arbeitswoche zu beginnen und den ersten Arbeitstag nach dem Urlaub auf einen Mittwoch oder Donnerstag zu legen. Stopfen Sie die ersten Tage nicht mit Terminen und Meetings voll, auch wenn Kollegen und Kunden drängeln. Lassen Sie es langsam angehen und versuchen Sie, einige Urlaubsrituale in den Alltag zu integrieren, zum Beispiel ein entspanntes Frühstück und viel Bewegung an der frischen Luft. Auch kleine Urlaubserinnerungen auf dem Schreibtisch können helfen, die Urlaubsstimmung wieder aufleben zu lassen. So können Sie sich langsam wieder in den normalen Tagesablauf einleben und Ihre Urlaubsentspannung hält länger vor.


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