Laut einer aktuellen Studie profitieren Unternehmen stark davon, wenn ihre Mitarbeiter in sozialen Netzwerken unterwegs sind. Doch zugleich nutzen immer mehr Arbeitnehmer Social Media im Job auch privat.

Posten, twittern und liken im Namen des Arbeitgebers oder doch nur für private Zwecke? Soziale Medien halten immer mehr Einzug in den beruflichen Alltag. Laut einer Studie von ibi research an der Uni Regensburg im Auftrag der Internet World Messe nutzt ein Viertel der Befragten sie bereits täglich am Arbeitsplatz. 85 Prozent der befragten Internetnutzer beobachten dabei, dass sie immer häufiger auch privat genutzt werden.

Gute Networking- und Recherchemöglichkeiten

Die Bedeutung von Facebook, Google+ und XING auf geschäftlicher Ebene wird zukünftig wohl weiter zunehmen. Mehr als drei Viertel der Befragten finden, dass Unternehmen von der Nutzung sozialer Netzwerke durch ihre Mitarbeiter profitieren können. Als größte Vorteile werden der Networking-Effekt (84 Prozent) und die verbesserte Möglichkeit zur Informationsrecherche (70 Prozent) genannt. Andererseits halten zwei Drittel der Befragten die Kommunikation über Facebook in der Arbeitswelt nicht für sinnvoll. Hauptkommunikationsmittel am Arbeitsplatz bleiben Telefon und E-Mail, die von 94 bzw. 95 Prozent der Befragten täglich verwendet werden.

Die Kehrseite der Medaille: Wer im Namen der Firma auf sozialen Netzwerken unterwegs ist, kann sie dabei auch ganz einfach privat nutzen. Auch ist das Smartphone immer häufiger in Meetings dabei und Mitarbeiter lenken sich so damit vom Geschehen ab, so 74 Prozent der Befragten. 54 Prozent beobachten, dass die Konzentrationsfähigkeit im Arbeitsalltag abnimmt.

Medienkompetenz im Umgang entscheidend

Damit soziale Netzwerke keine negativen Auswirkungen am Arbeitsplatz haben, sollte jeder Nutzer über gute Medienkompetenz verfügen. Laut der Studie stellt sie das persönliche Rüstzeug eines jeden Einzelnen für die Informationsgesellschaft dar. Die Grundlagen dafür müssen schon früh gelegt werden. Die meisten Befragten sehen in diesem Bereich hauptsächlich die Eltern in der Verantwortung: 81 Prozent sind der Meinung, dass die Erziehungsberechtigten auch dafür verantwortlich sind, was ihre Kinder im Netz tun. 84 Prozent finden, dass Jugendliche und Kinder bewusst dazu erzogen werden sollten, auch die „Offline-Welt“ zu nutzen.

Wie die Studie zeigt, werden Eltern auch tendenziell vorsichtiger beim Umgang ihrer Sprösslinge mit Facebook. Im Vergleich zum Vorjahr hat sich die durch die Eltern gesetzte Altersgrenze für die Erlaubnis der Kinder, auf Facebook aktiv sein zu dürfen, leicht erhöht. Das in manchen Bundesländern eingeführte Verbot der Lehrer-Schüler-Kommunikation auf Facebook erachtet knapp über die Hälfte der Befragten als sinnvoll.


Die ausführliche Studie „Digitalisierung der Gesellschaft 2014“ gibt es hier.

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