Für Personaler steht das Arbeitsmarktbarometer schon länger auf Sonnenschein. Die Zahl der Arbeitsplätze nimmt seit über fünf Jahren stetig zu. Die Multitalente in Sachen fachlicher und sozialer Kompetenz haben eine wichtige strategische Rolle im Unternehmen und können sich über einen vielseitigen Aufgabenbereich und gute Gehälter freuen. Sie sind interessiert? Hier lesen Sie, wie Sie Ihre HR-Karriere starten.

Über Personaler liest man ja viel. Auf den meisten Karriereseiten im Netz erfährt man, was sie von einem Bewerber erwarten, welche Fragen sie Kandidaten stellen und wie sie deren Antworten interpretieren. Doch wie man selbst zum erfolgreichen Personaler wird, ist seltener erwähnt. Dabei ist das Personalwesen eine der Wachstumsbranchen auf dem deutschen Arbeitsmarkt. In den letzten Jahren stieg die Zahl der Arbeitsplätze stetig an. 2015 wurden ca. 203.800 Beschäftigte im Bereich Personalwesen und –dienstleistungen gezählt, rund 20.000 mehr als noch drei Jahre zuvor.

Warum sind gute Personaler so gefragt?

Die steigende Nachfrage zeigt, dass Unternehmen stärker in ein erfolgreiches, strategisches HR-Management investieren. Aus gutem Grund: Die Altersspanne in der eigenen Belegschaft wird zunehmend größer. Junge und ältere Mitarbeiter müssen auf verschiedene Weise motiviert und gefördert werden. Unternehmen kämpfen um gut ausgebildete Fachkräfte, von denen es in vielen Branchen zu wenig gibt. Auch die Erwartungshaltung der Mitarbeiter an ihren Arbeitgeber hat sich verändert. Neben finanziellen Aspekten zählen soziale und ökologisch Verantwortung und nicht zuletzt der Spaß an der Arbeit. Spannende Herausforderungen also für angehende HR-Profis.

Wie wird man Personaler?

Der klassische Weg führt über ein Studium der Wirtschaftswissenschaften, beispielsweise BWL, gefolgt von einem Master mit Spezialisierung auf Human Resources bzw. Personalmanagement. Wer dann noch passende Praktika vorweisen kann, hat seine Bewerbungsmappe schon gut gefüllt. Doch auch Absolventen anderer Studiengänge wie zum Beispiel Soziologie, Pädagogik, Psychologie oder Wirtschaftsrecht haben gute Chancen, eine Karriere im Personalwesen zu starten. Für Quereinsteiger hilfreich sind darüber hinaus Vorkenntnisse in den Bereichen BWL, Kommunikation, Coaching und Führung. Übrigens: Wer schneller ins Berufsleben starten will, kann den Master im Human Resources Management auch berufsbegleitend über ein Fernstudium erwerben.

Was braucht man sonst noch für die Karriere?

Fachliche Kompetenz ist das Eine. Allerdings muss ein Personaler ebenso auf zwischenmenschlicher Ebene überzeugen. Empathie, Gelassenheit, ein freundliches Wesen, Kommunikationskunst und diplomatisches Geschick sind die „Must Haves“ unter den Softskills erfolgreicher HR-Profis. Denn sie arbeiten immer mit Menschen zusammen und müssen daher in der Lage sein, sich auf verschiedenste Charaktere einzustellen. Generell brauchen Personaler eine gute Menschenkenntnis, um individuelle Potenziale zu erkennen und zu fördern. Aber sie müsse auch knallhart verhandeln können. Der Aufstieg in eine Top-Position verlangt ständige Weiterentwicklung, denn die schnelllebige HR-Branche wird stark von Trends beeinflusst. So brauchen Personaler heute zum Beispiel Marketing-Knowhow, müssen die Klaviatur der sozialen Medien beherrschen und als Feelgood-Manager agieren.

Was kann man im Personalwesen verdienen?

Was ein Personaler verdient, hängt natürlich von seiner Berufserfahrung und der Branche ab, in der das Unternehmen tätig ist. Aber nicht nur. Deutliche Gehaltsunterschiede gibt es auch hinsichtlich der Unternehmensgröße. Während das Jahresgehalt von Personalreferenten in kleinen Firmen mit maximal 100 Mitarbeitern bei durchschnittlich 38.000 Euro liegt, verdienen HR-Manager in Konzernen mit über 1.000 Mitarbeitern beinahe doppelt so viel. Generell bekommen Berufseinsteiger, die ein Hochschulstudium und erste Praxiserfahrung vorweisen können, in Deutschland zwischen 30.000 und 42.000 Euro im Jahr. Langfristig erhalten HR-Manager im Schnitt ein Jahresgehalt von rund 46.000 Euro. Mit einem Master-Abschluss kann es sogar auf 60.000 Euro ansteigen. Absolute Spitzenverdiener sind die Personalleiter großer Konzerne. Für sie werden zum Teil Jahresgehälter in Höhe von 125.000 Euro gezahlt.

Gibt es Alternativen zur Unternehmenskarriere?

Die Karriere in der HR-Branche startet in der Regel mit der Stelle des (Junior-) Personalreferenten oder als Trainee im Personalbereich. Danach folgt die Position des HR-Managers für einen abgegrenzten Bereich. Eine Alternative zum eher gemächlichen Aufstieg im Unternehmen bieten externe Personaldienstleister und Beraterfirmen, die sich auf Recruiting oder Personalentwicklung spezialisiert haben. Hier kann es mit der Karriere deutlich schneller gehen.

 


Quellen: www.absolventa.de, www.berufebilder.de, www.statista.com

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