Viele Bewerber kämpfen mit Nervosität im Vorstellungsgespräch. Das ist ganz natürlich und zudem hilfreich, denn Lampenfieber beflügelt uns zu Bestleistungen. Damit Sie dennoch nicht als nervöses Wrack vor den Personaler treten, haben wir einige einfache Tricks für ein selbstsicheres und souveränes Auftreten.

Lampenfieber ist gut

Ein Vorstellungsgespräch steht an und Sie sind nervös? Gut so! Das zeigt, dass Sie Angst haben zu versagen. Oder anders herum: Sie wollen Ihre Sache unbedingt so gut wie möglich machen und sind deshalb nervös. Ehrgeiz löst Stresssymptome aus und lässt Ihre Nerven flattern. Wäre es Ihnen egal, wie Sie sich präsentieren, würden Sie gar nicht erst in Stress geraten und wären wohl auch nicht nervös. Aber wären Sie dann auch gut? Gerade das Lampenfieber sorgt dafür, dass Sie über sich hinauswachsen.

Selbstsicheres Auftreten ist Übungssache

Bei einem Vorstellungsgespräch wissen Bewerber nie so genau, was sie erwartet. Um für alles gewappnet zu sein, bereiten sie sich deshalb optimal vor. Das allein gibt schon ein sicheres Gefühl. Und trotzdem: Sich selbstsicher zu fühlen und selbstsicher aufzutreten sind zwei Paar Schuhe. Und nicht zwangsläufig muss innere Selbstsicherheit vorhanden sein, um nach außen souverän zu wirken. Auch unsichere Menschen können mit ein bisschen Übung selbstbewusst auftreten. Und je öfter ihnen das gelingt, umso stärker wird auch die innere Selbstsicherheit. Hier sind sieben simple aber wirkungsvolle Tricks:

Trick 1: Tief durchatmen!

Wer aufgeregt oder nervös ist, neigt unbewusst dazu, nur in den Brustkorb und nicht in den Bauch zu atmen. Die Atemfrequenz steigt, das Zwerchfell wird angespannt und die eigene Stimme klingt plötzlich piepsig. Souveränität und Kompetenz gehen Ihrer Ausstrahlung unweigerlich verloren. Atmen Sie mehrfach deshalb immer wieder tief in den Bauch ein und aus. Das entspannt nicht nur das Zwerchfell, sondern nimmt auch Ihnen die Nervosität.

Trick 2: Kopf hoch, Brust raus!

Wer mit hängenden Schultern, verkrampften Händen und gesenktem Blick auf seiner Stuhlkante hockt, präsentiert sich nicht gerade als neuer Leistungsträger. Mit Ihrer Körperhaltung vermitteln Sie anderen, wie Sie sich fühlen. Aber auch Sie selbst können Ihre Nervosität dadurch beeinflussen. Ein aufrechter und schulterbreiter Stand gibt Ihnen Sicherheit. In dieser Position kann Sie so schnell nichts umwerfen. Wenn Sie sitzen, nutzen Sie die ganze Sitzfläche – mit geradem Rücken und erhobenem Kopf, Arme und Hände offen und die Beine fest auf dem Boden. Sie werden sich automatisch selbstsicherer fühlen.

Trick 3: Stimmkraft nutzen!

Verwechseln Sie Stimmkraft bitte nicht mit Lautstärke. Den Personaler anzubrüllen, bringt eben so wenig wie ein leises vor sich hin Nuscheln. In beiden Varianten wirken Sie wenig selbstbewusst. Achten Sie daher auf ein angenehmes Gesprächstempo und eine klare Aussprache, so dass Ihr Gesprächspartner dem Gesagten ohne Probleme folgen kann. Erst dann können wichtige Botschaften ungehindert ankommen.

Trick 4: Sich nicht unterbrechen lassen

Wenn Sie immer wieder mitten im Satz unterbrochen werden und es einfach geduldig hinnehmen, können Sie sich scheinbar nicht behaupten. Selbstbewusst ist das nicht und mit jeder weiteren Unterbrechung, bröckelt Ihre Sicherheit. Mit einer einfachen Geste sorgen Sie dafür, dass Sie Ihren Gedanken bis zum Schluss ausführen können: Wenn Ihnen Ihr Gegenüber ins Wort fallen will, strecken Sie einfach die Hand in Brusthöhe aus und signalisieren so: „Halt, einen Moment bitte, ich bin noch nicht fertig!“ Anders herum sollten Sie natürlich mit gutem Beispiel voran gehen und den anderen immer ausreden lassen.

Trick 5: Blickkontakt halten.

Ihr Blick spricht Bände. Nehmen Sie zum Beispiel das ganze Gespräch über konzentriert den Blumentopf in der Ecke ins Visier, spiegelt das Ihre Nervosität. Lassen Sie Ihren Blick permanent durch den Raum schweifen, wirken Sie desinteressiert. Souveränität und Sicherheit strahlen Sie stattdessen mit einem direkten Blickkontakt aus. Aber den Personaler bitte nicht anstarren, bis Ihnen die Hornhaut austrocknet. Ein Tipp: Wenn Ihnen der direkte Blickkontakt schwerfällt, nehmen Sie einfach die Nasenwurzel oder die Augenringe Ihres Gegenübers ins Visier.

Trick 6: Mit offenen Karten spielen.

Sie sind trotzdem wahnsinnig nervös? Na und! Nervosität ist kein Zeichen von Schwäche, sondern einfach nur menschlich. Indem Sie Ihr inneres Durcheinander offen ansprechen, gewinnen Sie ein Stück Sicherheit zurück. „Entschuldigen Sie, aber ich bin sehr nervös. Dies ist ein äußerst wichtiges Gespräch für mich.“ So viel Ehrlichkeit ist sympathisch und Ihre Gesprächspartner werden ganz bestimmt Verständnis haben.

Trick 7: Von Profis helfen lassen.

Ein souveränes Auftreten kann man am besten üben, wenn man sich selbst dabei beobachtet. Vor dem Spiegel funktioniert das nur bedingt, weil wir uns automatisch auf unser Spiegelbild konzentrieren und versuchen, Fehler zu vermeiden. Unbewusst verstellen wir uns. Video gestützte Analysen sind da Gold wert, auch wenn es vielen schwer fällt, die eigene Performance anzuschauen. Seminare zum Thema Rhetorik, Körpersprache oder selbstbewusstes Auftreten werden von vielen Bildungsträgern angeboten und geben Ihnen die nötige Sicherheit.

 


Quellen: lecturio.de, nebenjob.de, https://www.psychomeda.de/psychologie-blog/5-tipps-fuer-sicheres-auftreten.html

Bildquelle: © wavebreakmedia – Shutterstock.com