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Viele Arbeitnehmer begeben sich selbst in die Burnoutfalle, indem sie immer mehr wollen – Geld, Status, Titel. Die Profis von Karriereexperten.com geben Tipps zur Burnout-Prophylaxe

Volkskrankheit „Burnout“: Laut Barmer Krankenkassenreport 2010 ist jede zehnte Erkrankung mittlerweile psychisch bedingt, die Dunkelziffer liegt hoch. Focus Online titelte kürzlich „Generation Burnout“. „Jeder zweite meiner Kunden steht kurz vorm Burnout oder hat ihn bereits hinter sich“, sagt die Bielefelder Karriereexpertin Dr. Eva Reichmann. „Manche kommen abends nach Hause und heulen nur noch. So fängt es gerade bei Frauen oft an. Männer haben häufiger körperliche Beschwerden, Bandscheibenvorfälle zum Beispiel, oder können nicht mehr schlafen.“

Doch sind nur die Arbeitgeber schuld, die ihre Arbeitsbedingungen ständig verschärfen und ihre Mitarbeiter immer gnadenloser ausbeuten, um im globalen Wettbewerb zu überleben? Nein, sagt Karriereexperte Markus Väth. „Der individuelle Burnout beginnt damit, dass der Mitarbeiter angefixt ist von Geld, Status, Titel.“ Das sei eine ständige Leiter nach oben und eine nicht enden wollende Suche nach mehr.

Fehlende Anerkennung, Überforderung oder Unterforderung

Typisch ist weiterhin die Sucht nach Anerkennung. Diese zeige sich nicht unbedingt darin, dass man keine Anerkennung bekomme, sondern auch an einer hohen Kritikempfindlichkeit. „Manche Mitarbeiter fühlen sich schon von einem einfachen Verbesserungsvorschlag angegriffen. In vorauseilendem Gehorsam machen sie alles, was der Chef vermutlich will und denken nur noch „Make your Boss happy“, sagt Dr. Reichmann, Expertin für ganzheitliche Laufbahnberatung. Der Vorgesetzte merke schnell, worauf der Angestellte anspricht und nutze das für sich aus. Burnout, so die Karriereexperten, habe dabei nicht unbedingt nur mit Überforderung zu tun. Unterforderung kann zu denselben Symptomen führen. Davon sind vielfach schon Absolventen betroffen, die auf Positionen einsteigen, die ihre Fähigkeiten zu wenig abrufen.

Symptome des Burnout sind mannigfaltig und reichen von Lustlosigkeit und Gereiztheit über Stimmungsschwankungen und Schlaflosigkeit bis hin zu den bereits erwähnten psychosomatischen Symptomen.

Karriereexperten.com, das erste Netzwerk erfahrener Experten aus dem Bereich Beruf und Karriere, hat folgende Profi-Tipps zur Burnout-Prophylaxe zusammengestellt:

Jeder Mensch braucht eine Balance.

Aktivitäten im Beruf sind genauso wichtig wie regelmäßiger Sport und das Zusammensein mit Freunden. Auch geistige Herausforderung und Sinn brauchen Platz im Leben. Kommt ein Bereich für längere Zeit zu kurz, wirkt das negativ auf alle anderen. Sorgen Sie also für einen Ausgleich!

Sie sind auf Hochtouren?

Nehmen Sie sich eine Auszeit wie unbezahlten Urlaub, um wieder herunterzukommen. Kein Mensch kann sich wirklich mit seinen eigenen Präferenzen und beruflichen Wünschen beschäftigen, wenn er sich beruflich im Hamsterrad dreht.

Setzen Sie Grenzen, sagen Sie „nein“.

Machen Sie sich bewusst, dass auch Sie Teil eines Systems sind. Indem Sie „ja“ sagen, vielleicht aus Angst um den Job, signalisieren Sie nach außen: „Die kann noch mehr vertragen“. Indem Sie Ihr Verhalten ändern, wird der andere merken, wo Ihre Grenzen sind.

Ziehen Sie Konsequenzen.

Ihre Konsequenzen können bis hin zur Kündigung gehen, wenn Sie in einem beruflichen Umfeld arbeiten, das keine Rücksicht auf Sie und Ihre Bedürfnisse nimmt.

Prüfen Sie die eigenen Motivationen.

Drehen Sie sich im Rad, um anderen zu gefallen, Status hinterherzujagen oder Fehler zu vermeiden? Oder arbeiten Sie aus Freude an der Arbeit, auch gerne viel? Das ist ein entscheidender Unterschied. Gesund ist eine intrinsische Motivation, kommt der Grund für Ihren Arbeitseinsatz von außen, ist die Stressbelastung automatisch höher.

Was wollen Sie wirklich?

Nur wenn Sie etwas tun, was Sie selbst von innen heraus befriedigt, können Sie auch zufrieden sein – und sich viel leichter von äußeren Einflüssen wie fordernden Chefs abgrenzen.

Bildquelle:  © luna – Fotolia.com