Nicht immer sind die lieben Kollegen einfach zu handhaben. Da gibt es Choleriker, Intriganten, Tratschmäuler und Blender, die uns das Arbeitsleben zur Hölle machen. Doch bevor diese Ihnen wortwörtlich den Schlaf rauben, helfen ein paar einfache Regeln, die Arbeitsbeziehung wieder in normale Bahnen zu lenken.

Selten entspricht das von der Führungsspitze heraufbeschworene Bild vom perfekten Team mit musketierischem Leitsatz der Realität. Statt „Einer für Alle und Alle für Einen“ heißt es weit häufiger: „Alle, bloß der/die nicht!“ In fast jedem Kollegenkreis gibt es diese Sonderlinge, die uns das Arbeitsleben schwermachen. Ob rücksichtlose Karrieristen, faule Parasiten oder hinterhältige Intriganten – unausstehliche Kollegen oder Vorgesetzte können uns zur Weißglut treiben. Und wenn das nervenaufreibende Verhältnis zu ihnen regelmäßig Bestandteil privater Gespräche wird, entwickelt sich das Ganze schnell zu einer persönlichen Belastung, die zu Schlafstörungen, Frustration und Demotivation führen kann.

Die Folge: Sie schwächeln im Job. Morgens gehen Sie nur noch ungern zur Arbeit; Sie lassen sich durch das Verhalten des/der ungeliebten Kollegen/in ablenken und verbringen mehr Zeit damit, sich zu ärgern, als produktiv zu arbeiten. Gerade deshalb muss Ihnen an einer guten und respektvollen Arbeitsbeziehung gelegen sein – auch wenn oder gerade weil Sie den Typen nicht ausstehen können. Dafür gibt es ein paar einfache Regeln, die Sie im Umgang mit schwierigen Kollegen beachten sollten:

Cool bleiben

Dank Kollege XY könnten Sie gerade wieder an die Decke gehen. Sie sind so kurz vorm Platzen und müssen unbedingt Dampf ablassen. Tun Sie es nicht! Stattdessen atmen Sie tief durch und zählen innerlich bis zehn. Oder Sie entschuldigen sich kurz und treten irgendwo unbemerkt gegen einen Mülleimer, wenn Sie sich dann besser fühlen. Aber die wichtigste Regel im Umgang mit schwierigen Kollegen lautet: „Sachlich bleiben“. Egal was er/sie sagt, nehmen Sie es nicht persönlich und fühlen Sie sich nicht angegriffen. Denn in einer plötzlichen Konfliktsituation werden Stresshormone ausgeschüttet, die das Gehirn lahmlegen. Ihr Unterbewusstsein übernimmt die Kontrolle und lässt Sie Dinge sagen und tun, die Ihrem Widersacher eventuell in die Hände spielen. Das werden Sie bereuen.

Sich hinterfragen

Manchmal steht man sich in kollegialen Beziehungsproblemen auch selbst im Weg. Haben Sie sich mal gefragt, warum Sie den Kollegen nicht ausstehen können? Vielleicht ist er einfach nur anders als Sie – mit anderen Ansichten und Arbeitsweisen. Auch Neid ist häufig die Ursache für Ablehnung. Vielleicht glänzt der Kollege ja in allen Bereichen ein bisschen mehr als Sie. Dann müssen Sie über Ihren Schatten springen, bevor Sie sich selbst in eine unerträgliche Situation manövrieren. Akzeptieren Sie, was Sie am anderen nicht ändern können und achten Sie mehr auf Ihr eigenes Verhalten. Das können Sie ändern.

Nicht Lästern

Mit Gleichgesinnten über Kollegen herzuziehen, die einem immer wieder den letzten Nerv rauben, ist wie Medizin. Lästern tut gut, weil der Frust ein Ventil braucht und weil man die eigene Meinung von anderen bestätigt haben möchte. Trotzdem: Lästern Sie nicht über Kollegen! Wer sich andauernd über andere beschwert oder lustig macht, wird schnell selbst zur Persona non grata. Gerade auf Vorgesetzte wirkt diese Verhaltensweise unprofessionell. Lästerei hilft nicht, eine konfliktbeladene Situation zu entschärfen. Im Gegenteil: Sie stören damit das Betriebsklima und  verhärten die Fronten. Wenn Sie verbal Dampf ablassen müssen, dann bei einer privaten Vertrauensperson und nicht im Büro.

Das Gespräch suchen

Wenn Sie die Verhaltensweise eines Kollegen stört und zudem Ihre oder die Arbeit des Teams negativ beeinflusst, ist es Zeit für ein klärendes Gespräch. Vorwürfe und Anschuldigungen sind hier fehl am Platz. Legen Sie sachlich Ihre Position dar und geben Sie auch dem anderen die Möglichkeit, seine Sicht der Dinge wiederzugeben. Wenn Sie dem Kollegen verdeutlichen, welche Wirkung sein Verhalten auf Sie hat, sprechen Sie immer in der Ich-Form und nicht für andere. Denn wenn Sie ihm das Gefühl vermitteln, das ganze Team ist gegen ihn, fühlt er sich in die Enge getrieben und ein konstruktives Gespräch ist nicht mehr möglich.
Kann der Kollege erfahrungsgemäß nur schlecht mit Kritik umgehen, ist es ratsam, einen neutralen Dritten zum Gespräch einzuladen, der als ausgleichender Moderator fungiert.

Auf Abstand gehen

Wenn keine Ihrer Bemühungen fruchtet, sollten Sie lernen, innerlich auf Abstand zu gehen. Der Kollege mag schwierig sein, aber eigentlich ist er nicht wichtig für Sie und sein Verhalten ficht Sie nicht an. Mit dieser Egal-Einstellung nimmt der Ärger über andere automatisch weniger Platz in Ihren Gedanken ein. Trotzdem ist es wichtig, auch bei emotionaler Distanz immer respektvoll im Umgang mit Kollegen zu bleiben. Vielleicht besinnt er/sie sich ja doch noch auf ein angenehmes Miteinander.

 


Quelle: www. business-wissen.de

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