13.06.2013 -

Auch wenn es in Zukunft vielleicht weniger gedruckte Bücher und Zeitungen geben wird, lesen wir trotzdem immer mehr. Umso wichtiger ist es, die alte Kulturtechnik „lesen“ auf diesen Bedarf hin zu optimieren. In seinem Buch „BrainRead“ stellt der schwedische Autor Göran Askeljung verschiedene Methoden vor, anhand derer jeder schnell lesen lernen kann.

Ausgangspunkt für Askeljungs Technik: Die Schweden lernen das schnelle Lesen schon früh, denn TV-Sendungen gibt es in Schweden meist im Original mit Untertiteln. So lernen bereits die kleinen Schweden, schnell das Wesentliche eines Satzes zu erfassen. Diese Technik hat Askeljung nun „entziffert“ und mit Erfolg erlernbar gemacht.

Jeder liest täglich fast fünf Stunden

Der Autor schickt Sie in seinem Buch zurück auf die Schulbank, um Ihnen das Lesen noch einmal beizubringen – dieses Mal aber richtig. Das heißt: Texte und Zusammenhänge schneller erfassen und auch leichter erinnern – ganz nach der schwedischen Lehrmethode.

Sie denken jetzt, das brauchen Sie nicht? Wenn auch Sie, wie der Durchschnitt europäischer Angestellter, jeden Tag rund 4,7 Stunden mit Lesen verbringen, werden auch Sie diese Methode gut gebrauchen können. Zeitungen, Bücher, E-Mails, Webseiten, Blogs, Prospekte, Werbeanzeigen… All das kann Ihr Gehirn sehr viel schneller verarbeiten, wenn Sie es darauf trainieren. Ergebnis: Sie sparen mal eben 2 Stunden ein, die Sie mit anderen Dingen (oder anderen Texten) verbringen können.

Schneller lesen und sich das Gelesene merken

Askeljung trainiert Sie systematisch zum schnelleren Lese-Verstehen. Das Ziel: Sie können bis zu 400 Wörter pro Minute aufnehmen und dabei noch rund 90 Prozent des Inhaltes verstehen. Mehr ist auch nicht nötig, um das Wesentliche eines Textes zu erfassen. Wie das funktioniert? Sie lesen künftig in Wortgruppen, nicht mehr Buchstabe für Buchstabe. Zudem widerstehen Sie der Versuchung, mit dem Auge in die vorhergehende Zeile zurückzuspringen oder leise mitzusprechen.

Vielleicht hegen Sie jetzt die Sorge, dass das eine oder andere Detail dabei verborgen bleibt, doch das macht nichts. „Aus einem großen Teich voller dicker Fische angeln Sie nur jene, die Ihnen im Moment am besten schmecken: die Sie brauchen, um eine Entscheidung zu treffen oder um an Ihrem Projekt weiterzuarbeiten“, so der Autor in seinem Buch. Das geht nicht von heute auf morgen, sondern mit Übung und System. Askeljung hat die dafür passenden Tipps („Scannen“, „Filtern“), die Sie in wenigen Wochen zum Schnell-Leser machen. Ihre kontinuierlichen Fortschritte können Sie in zahlreichen kleinen Tests überprüfen.

Fazit:

„BrainRead“ ist ein wirklich gutes und sehr nützliches Buch für alle, die beruflich viele Texte lesen und verarbeiten müssen. Die Tipps sind leicht umzusetzen und zeigen erstaunlich schnell Wirkung.


Rezension von Oliver Ibelshäuser, www.Roter-Reiter.de

Göran Askeljung; „BrainRead“. Linde Verlag. März 2013, ISBN: 3709305071

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