Egal ob Chef, Kunde, Kollege oder Praktikant – das Geheimnis erfolgreicher Zusammenarbeit und eines angenehmen Arbeitsklimas liegt in unserer Kommunikation. Gute Kommunikation macht nicht nur gute Laune. Sie optimiert Arbeitsprozesse, beugt Missverständnissen vor, zeigt Wertschätzung und erhöht unsere Leistungsbereitschaft. Wir sagen Ihnen, worauf es ankommt.

Im Gegensatz zum Privatleben können wir uns im Job nicht immer aussuchen, mit wem wir uns unterhalten. Umso wichtiger ist ein respektvoller und freundlicher Umgang mit den Kollegen, Vorgesetzten und Kunden. Wer sich hier an die „Goldene Regel“ (lat: regula aurea) hält, kann wenig falsch machen. „Behandle andere so, wie du von ihnen behandelt werden willst“ besagt dieser älteste Grundsatz des menschlichen Miteinanders. Die meisten Diskussionen, Mitarbeitergespräche oder Team-Meetings würden wohl wesentlich effektiver verlaufen, wenn alle Beteiligten diesen Grundsatz beherzigten. Hier sind noch fünf weitere Geheimnisse guter Kommunikation:

1. Wer gut kommuniziert, kann gut zuhören.

Kommunizieren ist nicht gleichzusetzen mit reden. Das Entscheidende bei einem Gespräch ist die Fähigkeit, seinem Gesprächspartner aufmerksam zuhören zu können. Das ist nicht nur höflich, sondern bringt ihnen bei wichtigen beruflichen Gesprächen auch echte Vorteile: Denn so sammeln Sie wertvolle Informationen, die Sie im Verlauf der Unterhaltung selber aufgreifen und für sich nutzen können. Außerdem sind Sie in der Lage, sich besser auf Ihr Gegenüber und seine Intentionen einzustellen und dadurch die richtigen Argumente zu wählen. In dem Sie Kernaussagen mit Ihren eigenen Worten wiederholen („Sie meinen also, dass…“, „Wenn ich Sie richtig verstanden habe, dann…“) zeigen Sie, dass Sie sich voll und ganz auf das Gesagte konzentriert haben und vermeiden Missverständnisse in der Kommunikation. Die perfekte Mischung für ein Gespräch ist übrigens 50/50 – reden und zuhören.

2. Wer gut kommuniziert, spricht bewusst auch ohne Worte.

Wir kommunizieren immer, sobald wir uns in Gesellschaft befinden. Auch wenn wir uns nicht unterhalten, senden wir Signale – durch Mimik, Gestik und Körpersprache. Oft sind wir uns dessen gar nicht bewusst. Vor der Brust verschränkte Arme, eine gerunzelte Stirn, fehlender Blickkontakt – und schon werden wir von den Kollegen als unfreundlicher Miesepeter abgestempelt. Achten Sie auf ein offenes Gesicht und offene Haltung, wenn Sie anderen begegnen. Und vergessen Sie nicht, ab und zu freundlich zu lächeln.

3.Wer gut kommuniziert, bleibt dabei authentisch.

Gerade in Gesprächen mit Kunden oder Vorgesetzten sind wir bestrebt, einen möglichst guten Eindruck zu hinterlassen. Dann ist die Gefahr groß, dass wir in eine Rolle schlüpfen, um uns besonders schlagfertig, wissend oder kompetent zu geben. Einen Oscar gewinnen wir damit nicht, auch keine Sympathien. Wer krampfhaft versucht, zu gefallen, wird schnell entlarvt. Bleiben Sie authentisch, indem Sie Ihre Ansichten vertreten und immer in der Ich-Form reden, über Witze lachen, die Sie wirklich lustig finden und die Unterhaltung als Austausch gleichberechtigter Gesprächspartner wahrnehmen.

4. Wer gut kommuniziert, zeigt Wertschätzung.

Gute Kommunikation verlangt Ihre ganze Aufmerksamkeit. Konzentrieren Sie sich zu hundert Prozent auf Ihren Gesprächspartner und lassen Sie sich nicht von Emails, Telefonklingeln oder Zwischenrufen anderer Kollegen ablenken. Schauen Sie während des Gesprächs nicht auf den Bildschirm Ihres PCs oder auf Ihr Handy, sondern Ihrem Gegenüber in die Augen. Stellen Sie Rückfragen und lassen Sie den anderen stets ausreden. Nur so vermitteln Sie Interesse und Wertschätzung. Achten Sie auch darauf, dass Sie sich auf Augenhöhe unterhalten – im wahrsten Sinne des Wortes: Sie können nicht sitzen bleiben, während Ihr Gesprächspartner vor Ihnen steht oder anders herum.

5. Wer gut kommuniziert, bleibt sachlich.

Während wir im Privatleben unseren Emotionen freien Lauf lassen können, sollten wir bei Gesprächen mit Vorgesetzten, Kunden und Kollegen unbedingt sachlich bleiben. Das ist nicht immer einfach, vor allem wenn die Diskussion hitzig wird und Killerphrasen („Das haben wir schon immer so gemacht.“) oder verbale Attacken („Was wissen Sie schon davon?“) auf das kommunikative Schlachtfeld geführt werden. Meist stecken Wut oder Ärger dahinter. Statt ebenfalls gereizt zu reagieren, erkundigen Sie sich, wie die Frage gemeint ist. Mit einer ruhigen und vor allem sachlichen Reaktion nehmen Sie dem Stänkerer den Wind aus den Segeln und glätten die Wogen. Versuchen Sie das Gespräch von der emotionalen auf die Sachebene zu verlagern, indem Sie fragen: „Sie regen sich im Augenblick sehr auf. Um was geht es eigentlich?“


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