Über 80 Prozent der Personalverantwortlichen in der digitalen Wirtschaft suchen Kandidaten, die sich durch innovatives Denken und Handeln auszeichnen. Wir sagen Ihnen, mit welchen Tools Sie echte Querdenkerqualitäten entwickeln.

Wenn für Sie – um aus einem aktuellen Kfz-Werbespot zu zitieren – ein Toaster nicht einfach ein Toaster ist, sondern ein Solarium für Brot und ein Zebra kein Zebra, sondern ein wandelnder Barcode, dann gehören Sie wahrscheinlich zu den Querdenkern des Landes und haben als solcher im nächsten Bewerbungsgespräch richtig gute Karten. Galten Querdenker früher in erster Linie als gegen den Strom schwimmende Unruhestifter, assoziieren Unternehmen heute mit ihnen vor allem Mut, Kreativität und Innovationspotenzial. Eigenschaften, die bei Personalverantwortlichen hoch im Kurs stehen.

Studie belegt: Personaler setzen auf Innovationsfähigkeit

Laut einer aktuellen Studie des Bundesverbandes Digitale Wirtschaft (BVDW) zum Thema Innovationsmanagement sind für neun von zehn Unternehmen Innovationen als zentraler Erfolgsfaktor sehr wichtig (56,6 Prozent) oder zumindest wichtig (30,3 Prozent). Dementsprechend gilt auch im Recruiting-Prozess für über 80 Prozent der verantwortlichen Personaler die Innovationsfähigkeit des Kandidaten als ein wichtiges Einstellungskriterium. Wenn Sie also gern und oft in neuen Bahnen denken, Dinge anders sehen und beurteilen als Ihre Mitmenschen und mit Leidenschaft Prozesse verändern und optimieren, sollten Sie das im Gespräch mit Ihrem potentiellen neuen Arbeitgeber keinesfalls verschweigen.

Auf das richtige Bauchgefühl kommt es an

Denn als wichtigste Quelle und Ressource für Innovationen gelten für 70 Prozent der befragten Unternehmen die eigenen Mitarbeiter und der Dialog bzw. Austausch mit ihnen. Trotz dieser zentralen Bedeutung des Faktors Mensch für die Innovationskraft des Unternehmens, wird in Vorstellungsgesprächen nach dem Innovationspotenzial der Kandidaten nur selten gezielt gefragt. Laut BVDW-Studie verlassen sich drei von vier Personalverantwortlichen auf ihre Intuition, wenn es um die Iden­ti­fizierung und Auswahl vermeintlich innovationsorientierter Mitarbeiter im Recruiting-Prozess geht. Nur bei 38,8 Prozent  der Befragten kommen systematisch spezielle Gesprächstechniken zum Einsatz, um die potenziellen Mitarbeiter auf ihre Innovationsfähigkeit hin zu prüfen. Erwähnen Sie also Ihre Querdenker-Fähigkeiten von sich aus, um beim Personaler auf jeden Fall das richtige „Bauchgefühl“ zu hinterlassen.

Denkwerkzeuge für Querdenker

Der Querdenker-Club, einer der führenden Open-Innovation- und Crowdsourcing-Plattformen im deutschsprachigen Raum, hatte in den vergangenen Tagen zum 5. Deutschen Innovations- & Querdenker-Kongress nach München eingeladen, um dort mit über 400 Entscheidern und kreativen Machern Zukunftsmodelle und Geschäftsstrategien für einen nachhaltigen Unternehmenserfolg zu diskutieren. Dabei wurden allen Querdenkern Denkwerkzeuge an die Hand gegeben, um das eigene Innovations-Potenzial nachhaltig zu steigern. Wir fassen die wichtigsten für Sie zusammen

Nägel ohne Köpfe

Viele denken zu lange nach, wie man etwas perfekt machen könnte, bevor sie überhaupt anfangen, etwas zu machen! Verschwenden Sie nur wenig Zeit mit Gedanken an Perfektion, sondern legen Sie erst mal los. Verbessern und verändern kann man dann immer noch.

NICHT-Idee als MUTprobe

Ideen haben wir alle genug. Ideen, die jedoch nicht umgesetzt werden, sind wertlos und damit Nicht-Ideen. Sogar eine schlechte Idee, die umgesetzt wird, ist besser, als eine gute, die nicht verwirklicht wird. Haben Sie Mut, Durchhaltevermögen, Biss, Leidenschaft und das nötige Glück für die Umsetzung.

Alles AUSSER gewöhnlich

Es gibt nichts, was nicht schon erfunden ist. Jedoch kommt es immer darauf an, was man mit dem Bestehenden anders macht. Nichts ist schlimmer als der Herde auf den ausgetretenen Pfaden hinterherzulaufen! Nutzen Sie das Bestehende, um neue Wege zu gehen und ungewöhnliche Blickwinkel zu entdecken!

STEHLEN was NUR geht

Filme, Musik, Bücher, Gemälde, Gedichte, Fotos, Gespräche, Träume, Bäume, Architektur, Straßenschilder, Wolken, Licht und Schatten begegnen uns ständig. Bedienen Sie sich überall, wo Sie Inspiration finden oder beflügelt werden, und bemühen Sie sich nicht Ihren Diebstahl zu vertuschen, sondern feiern Sie ihn!

OHRfeigen BITTE

Wenn man jemandem etwas zeigt, was man gemacht hat und fragt “Was hältst Du davon?”, bekommen wir sehr oft zu hören, dass es in Ordnung ist, denn man will ja motivieren! Fragen Sie nicht, ob es so richtig ist, sondern was daran falsch ist. Stellen Sie immer falsche Fragen und bitten um Ohrfeigen! Die Wahrheit tut zwar weh, aber sie ist inspirierender als ein Schulterklopfen!

EINfach HINgehen

Durch das Internet ist eine enorme Distanz zwischen uns allen vorhanden und alles findet überwiegend im virtuellen Raum und mit einfachen Medien statt. Gehen Sie einfach auf viele Veranstaltungen und suchen Sie den persönlichen Kontakt. Eine Abfuhr ist ein Motivationsschub “Jetzt erst recht!”. Durch Ihre Beharrlichkeit werden Sie nicht nur respektiert, sondern bewundert.


(Quellen: www.haufe.de, www.bvdw.org, www.querdenker.de, www.pressebox.de)
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