Die Jobaussichten in Pflege- und Gesundheitsberufen sind hervorragend. Kein anderer Wirtschaftsbereich wird in den kommenden Jahren so stark wachsen wie die Gesundheitsbranche. Aber wie sieht es mit Gehalt und Karriere aus? Lohnt sich der Einstieg in die Branche für Arbeitnehmer überhaupt? Definitiv. Denn auch wer unten einsteigt, kann sich schnell nach oben arbeiten.

Prognose: Wachstum!

Das Gesundheitswesen boomt. Zwischen 2009 und 2014 wuchs die Zahl der Beschäftigten um zehn Prozent auf 476.000 Personen. Vor allem in medizinischen Gesundheitsberufen wie Krankenpflege, Rettungsdienst oder Arzt- und Praxishilfe sowie in der Altenpflege sind zusätzliche Arbeitsplätze entstanden. Und das Ende der Fahnenstange ist noch lange nicht erreicht: Experten gehen davon aus, dass kein anderer Wirtschaftsbereich in den kommenden Jahren so stark wachsen wird wie die Gesundheitsbranche. Allein der Bedarf an Pflegefachkräften soll sich mehr als verdoppeln. Die Jobaussichten in Pflege- und Gesundheitsberufen sind also geradezu glänzend. Aber wie sieht es mit Gehalt und Karriere aus? Lohnt sich der Einstieg in die Branche für Arbeitnehmer überhaupt?

Branche mit gro├čen Gehaltsunterschieden

Nun ist das Gesundheitswesen ja ein weites Feld. Vom Klinikchef bis zur Pflegeassistenz gibt es eine Vielzahl an Jobs und Berufsbildern. Dementsprechend groß sind die Gehaltsunterschiede in der Branche. Während ein Chirurg in Deutschland durchschnittlich mehr als 85.000 Euro im Jahr erhält, sind es bei einem Pflegehelfer nur knapp über 20.000 Euro. Ein Managementberater im Gesundheitswesen erarbeitet sich pro Jahr im Schnitt 45.500 Euro. Der eigene Ausbildungsabschluss, Alter und Unternehmensgröße, aber auch Führungserfahrung und -kompetenz beeinflussen dabei maßgeblich die Summe auf dem Gehaltszettel. Generell verdienen sowohl Kaufleute als auch Fachkräfte im Gesundheitswesen in Leitungspositionen deutlich besser.

Auf verschiedensten Wegen ins Gesundheitswesen

Der Einstieg in die Branche kann über verschiedenste Wege erfolgen. Hochschulen und Universitäten setzen inzwischen verstärkt auf Studiengänge im Bereich Pflege und Gesundheit wie zum Beispiel Gesundheits- und Pflegemanagement, Gesundheitstechnik oder Pflege- und Gesundheitspädagogik. Reguläre Pflegeberufe wie Altenpfleger, Gesundheits- und Krankenpfleger, Kinderpfleger oder Heilerziehungspfleger erlernt man über eine klassische Berufsausbildung – meist im Dualen System. Noch schneller kann man sich in Helfer- und Assistenzberufen ausbilden lassen. Als Altenpflegehelfer, Fachkraft für Pflegeassistenz oder Sozialassistent übernimmt man in der Regel weniger Verantwortung, investiert dafür aber auch eine kürzere Lehrzeit von insgesamt nur ein bis zwei Jahren.

Sp├Ąter zur Uni? Kein Problem.

Auch wer bescheiden einsteigt, hat im Pflege- und Gesundheitswesen sehr gute Karrierechancen. Die Möglichkeiten, sich über spezifische Weiterbildungen auch später noch für Führungspositionen zu qualifizieren, sind durchaus gegeben. Denn auch ohne Abitur oder Fachhochschulreife kann die Karriere über ein Studium angekurbelt werden. Viele Institute bieten eigens dafür Studiengänge wie Gesundheitsmanagement, Pflegewissenschaften oder Pflegemanagement an. Voraussetzungen sind eine mindestens zweijährige abgeschlossene Berufsausbildung mit einem fachlichen Bezug zum gewünschten Studiengang, eine berufliche Aufstiegsfortbildung oder mindestens drei Jahre Berufserfahrung in einem fachlich entsprechenden Beruf.

Weiterbildung zum Fachwirt ÔÇô der Meistertitel im Gesundheitswesen

Für alle Berufserfahrenen in der Gesundheitsbranche mit Führungsambitionen ist die Aufstiegsfortbildung zum Fachwirt im Sozial- und Gesundheitswesen mit IHK Abschluss optimal. Der Abschluss ist vergleichbar mit einem Meister-Titel und stellt den nächsten Karriereschritt für Fachkaufleute dar. Sie eignen sich grundlegende wirtschaftliche Kenntnisse an und werden in fachspezifischen Themen wie Sozial- und Gesundheitspolitik, Heim- und Betreuungsrecht oder Qualitätsmanagement geschult. Fachwirte sind gefragte Wirtschaftsexperten, die betriebswirtschaftliches Know-how mit Branchenkenntnissen kombinieren. Von Arbeitgebern werden sie deshalb als Experten sehr geschätzt und mit guten Positionen im mittleren Management bekleidet.

Diese Voraussetzungen m├╝ssen erf├╝llt sein

Angeboten werden die Lehrgänge meist von privaten Bildungsträgern, die auf die staatlich anerkannte Prüfung vor einer Industrie- und Handelskammer vorbereiten. Wer seinen Fachwirt im Sozial- und Gesundheitswesen IHK im Fernstudium absolviert, kann sich seine Zeit variabel einteilen. Die reguläre Fernstudienzeit beträgt ca. 18 Monate, kann jedoch um zwölf Monate kostenlos verlängert oder aber auch verkürzt werden kann. In den meisten Fällen wird die Vorbereitungszeit als Berufserfahrung vollständig angerechnet. Um nach der Weiterbildung die IHK-Prüfung abzulegen, muss zum Zeitpunkt der Prüfung EINE der folgenden Voraussetzungen erfüllt sein:

  • Abgeschlossene Berufsausbildung im Sozial- und Gesundheitswesen und in diesem Bereich mind. 2 Jahre Berufserfahrung
  • Abgeschlossene Berufsausbildung in einem sonstigen anerkannten kaufmännischen Bereich und mindestens 3 Jahre
  • mindestens 5 Jahre Berufserfahrung im Gesundheits- und Sozialwesen

Kosten und Gehaltsaussichten

Die Kosten für eine Fachwirt Weiterbildung liegen bei einem Fernstudium bei ca. 2.700 Euro. Für ein Vollzeitstudium müssen Sie mit 3.000 – 5.000 Euro rechnen. Generell sollten Sie als Fachwirt ein Gehalt von mindestens 30.000 Euro verlangen können. Wer seinen Fachwirt im Gesundheitswesen IHK macht, verdient im Schnitt ca. 2.600 € im Monat. Je nach Alter, Berufserfahrung und Firmengröße steigt der Verdienst in vielen Fällen mit einer späteren Erweiterung des Aufgabenfeldes auf monatlich rund 3.400 Euro. Wer noch höher hinaus will, kann nach dem Fachwirt die Ausbildung zum staatlich geprüften Betriebswirt anschließen und sich auf diese Weise funktionsübergreifendes, theoretisches Wissen aneignen, das seine Attraktivität auf dem Arbeitsmarkt weiter steigert.

 

Weitere Informationen: https://www.fachwirt-sozial-gesundheitswesen.net/

 


Quellen: http://www.gehalt.de/

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