Lange sind die Zeiten vorbei, als junge Leute nach der Schule einen Weg einschlugen und diesen ihr gesamtes Leben hindurch weiterverfolgten. Wer seinen beruflichen Weg im Zickzack-Modus ging, galt noch vor wenigen Jahrzehnten als Paradiesvogel. Heute hingegen ist dies schon gar keine Seltenheit mehr.

Gerade angesichts der aktuellen nicht gerade einfachen wirtschaftlichen Lage haben viele Menschen gar keine andere Wahl und wechseln häufiger den Job wie die Branche. Dementsprechend bunt sieht auch der Lebenslauf dieser Kandidaten aus. Er nennt sich demnach auch Patchwork-Lebenslauf. Das aus dem englischen abgeleitete Wort “Patchwork” trifft es genau, denn übertragen bedeutet es so viel wie “zusammengenähter Flickenteppich”.

Der rote Faden muss erkennbar sein

Viele gehen diesen Weg heute oft unfreiwillig, manche Leute wechseln aber auch ganz mit Absicht gleich mehrfach die Richtung in ihrer beruflichen Laufbahn. Viele Arbeitgeber betrachten Kandidaten mit derartigen Patchwork-Lebensläufen dennoch eher mit Argwohn. Gängige Vorurteile dabei sind etwa fehlendes Durchhaltevermögen, keine Zielorientierung oder insgesamt der fehlende “rote Faden” im Lebenslauf.

Andere Arbeitgeber aber wissen die Vorzüge eines derartigen Lebenslaufes zu schätzen und erkennen die Kreativität, die diese Bewerber meist auszeichnet. Durch den Wechsel zwischen Arbeitgebern und Branchen verfügen die “Patchworker” oft nicht nur über vielfältige Kenntnisse, sondern auch über wertvolle Qualitäten, die sie sich im Laufe der Zeit angeeignet haben. Dazu zählen wertvolle soziale Kompetenzen, wie Flexibilität, Kreativität, Eigenmotivation und ständige Lernbereitschaft. Letzteres ist selbst ein Anliegen der Bundesregierung und daher wurde Anfang 2008 die Qualifizierungsinitiative “Aufstieg durch Bildung” verabschiedet, die zahlreiche Maßnahmen enthält um jedem die Chance zu geben, durch lebenslanges Lernen seine individuellen Lebens- und Arbeitschancen zu verbessern.

Sind Sie auch ein Patchworker?

Selbst wenn die Stationen und Wendungen in Ihrem Lebenslauf nicht allzu zahlreich sind, reiht sich aber sicher die ein oder andere Lücke mitten hinein, die von Personalern nur zu gern argwöhnisch beäugt wird. Damit auch Ihr roter Faden stets erkennbar bleibt, finden Sie hier noch ein paar Tipps, wie Sie das Beste aus Ihrem Patchwork-Lebenslauf herausholen:

  • Gehen Sie selbstbewusst und ehrlich mit Ihrem Lebenslauf um. Er ist immerhin Teil Ihrer Geschichte.
  • Erkennen Sie den Mehrwert der verschiedenen Stationen in Ihrem Lebenslauf und arbeiten Sie diesen heraus, indem Sie hinzugewonnene Qualifikationen und soziale Kompetenzen auflisten.
  • Vertuschen Sie Lücken im Lebenslauf nicht. Führen Sie stattdessen Tätigkeiten auf, die für die Stelle von Nutzen sein könnten.
  • Sollten Sie einmal arbeitslos sein, nutzen Sie diese Zeit also zur Weiterbildung. Vertiefen Sie Ihre Fremdsprachen- oder Computerkenntnisse und bringen Sie Ihre Allgemeinbildung in Form. Damit verbessern Sie auch Ihre Chancen auf eine neue Stelle.
  • Kleinere Lücken von bis zu drei Monaten können Sie unter den Tisch fallen lassen. Das fällt selten auf und zählt zu den typischen Orientierungsphasen zwischen zwei Arbeitsstellen.

 


Bildquelle: © piosi – Shutterstock.com