17.03.2014 -

Verletzt sich ein Teilnehmer bei einem Ski-Event, das hauptsächlich der Pflege von Geschäftsbeziehungen dienen soll, ist dies trotzdem kein Arbeitsunfall. So entschied das Bayerische Landessozialgericht in seinem Urteil vom 31.10.2013 (Az: L 17 U 484/10)

In dem vorliegenden Fall nahm ein Geschäftsführer eines Unternehmens neben einigen weiteren Kunden auf Einladung seiner Geschäftsbank an einem mehrtägigen Ski-Event teil, auf dem auch Informationen zu interessanten Finanzthemen präsentiert wurden. Der Geschäftsführer wollte die Veranstaltung zur Pflege und Intensivierung seiner Geschäftskontakte nutzen. Bei einer Abfahrt stürzte er auf der Piste so unglücklich, dass er sich einen Kreuzbandriss zuzog. Er verlangte nun von der Berufsgenossenschaft, dass der Unfall als Arbeitsunfall anerkannt wird, da seine Teilnahme allein geschäftlichen Zwecken diente und für ihn die gesamte Veranstaltung nur aufgrund des Networking-Gedankens reizvoll war. Die Berufsgenossenschaft lehnte sein Anliegen ab, da es keinen Bezug zwischen der Skiabfahrt und dem Geschäftsbetrieb des Verletzten feststellen konnte.

Dieser Ansicht folgte auch das Bayerische Landessozialgericht und lehnte das Vorliegen eines Arbeitsunfalls ab. Der Sturz auf der Piste sei nicht gesetzlich unfallversichert, da der Geschäftsführer keiner versicherten Tätigkeit nachgegangen sei. Versichert sei nur, wer im Unfallmoment für Unternehmenszwecke tätig ist. Schon aus Kommunikationsgründen sei auszuschließen, dass auf der Piste während einer Abfahrt geschäftliche Besprechungen stattfinden. Der Sturz war folglich kein Arbeitsunfall.

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